Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Rot-Grün-Schwäche: McDonalds ändert Logo

Ein Logo ist doch etwas Heiliges. Der erste Gedanke an eine Marke. Das, was hängen bleibt, der Wiedererkennungsfaktor Nummer 1. Normalerweise ist das Logo einer Marke auch die große Konstante in der Markenkommunikation. Und wenn ein Unternehmen sein Logo ändert, dann ist etwas passiert. McDonalds ändert in Europa demnächst sein Logo, von Gelb-auf-Rot in Gelb-auf-Grün. Was ist denn da passiert?

Es erinnert etwas an die Versuche mit grünem Ketchup. Ketchup ist rot, so war es immer, so wollen wir es haben. Es gibt auch grünes Ketchup, zumindest wurde es versuchweise getestet. Und es hat nicht funktioniert, die Leute wollten es nicht, zu sehr sind wir das rote Ketchup gewöhnt, das Grüne schmeckt uns nicht, obwohl der Geschmack derselbe ist. Das Logo von McDonalds gehört bestimmt genauso zu unserem Alltag wie Ketchup und auch hier ist es genauso selbstverständlich, dass es rot ist. Was aber macht die Fast-Food Kette? Sie will zeigen, dass sie grün ist. Der Farbwechsel sei auch als Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten, so Holger Beek, Vize-Präsident von McDonalds Deutschland, in einem Interview in der Financial Times Deutschland.

mcd

So könnte McDonalds bald daherkommen (Logo: McDonalds, eigene Abänderung)

Trotzdem: Man darf die berechtigte Frage stellen, ob man McDonalds jetzt als total umweltbewusstes Unternehmen sieht, da sie ja schließlich auch das Logo in Grün ändern, oder ob ich das Gefühl haben werde, bei McDonalds jetzt gesünder zu essen. Außerdem sollte man die Frage stellen ob McDonalds den Begriff „Greenwashing“ nicht etwas zu wörtlich nimmt, und ob man Ihnen „grünes“ Engagement aufgrund einer Logoänderung überhaupt abnehmen wird.
Höchstwahrscheinlich haben sich die Verantwortlichen bei McDonalds Deutschland diese Fragen und noch viele weitere auch gestellt. Und offenbar sind sie zu dem Ergebnis gekommen, dass die Antwort „ja“ lautet. Ich persönlich finde ein grünes McDonalds-Logo befremdlich. Aber vielleicht ist man bei McDonalds auch nur viel, viel weitsichtiger und hat bereits die Generation im Blick, die von nun an mit einem grünen McDonalds-Logo aufwachsen wird. Na dann steht wohl auch grünem Ketchup nichts mehr im Wege.


7 Responses so far.

  1. Tobias sagt:

    Wie der im Beitrag zitierte Herr Beeck schon sagte, ist die Farbänderung auch (!) als Bekenntnis zu werten. Das kleine Wörtchen auch macht hier den Unterschied. Die Farbänderung an sich wird mit Sicherheit vom Großteil der Kunden mit Schulterzucken hingenommen oder negativ bewertet. Die wenigsten werden überhaupt den Aspekt der Umweltfreundlichkeit des Unternehmens mit der Farbänderung verknüpfen. Die reine Änderung der Farbe ist und bleibt vorrangig ein ästhetischer Natur. Darüber lässt sich natürlich streiten und ich denke auch, es ist alles andere als vorteilhaft, hier eine (so deutliche) Änderung vorzunehmen. Aber erst mit entsprechenden Botschaften und Maßnahmen, wie auch immer sie ausfallen werden, würde sich McDonald’s des Greenwashing schuldig machen. Und auch hier ist die Frage: Wer nimmt Greenwashing als solches war? Vermutlich ein verschwindend geringer Teil der Zielgruppe…

  2. Hoefelmann sagt:

    Naja gut, aber Teil der Zielgruppe sind Meinungsführer oder Medien, die nach wie vor starken Einfluss auf den Imagewert von McDonalds haben. Ich weiß allerdings nicht, ob sich McDonalds erst durch weitere Aktionen des Greenwashings bezichtigen lassen könnte. 1. Finde ich die bloße Änderung des Logos in grün, wenn nur das gemacht würde, als wesentlich „greenwashiger“ und 2. darf man nicht vergessen, dass Greenwashing ja unterstellt, dass das Engagement für die Umwelt vorgegaukelt wird….. Gerade McDonalds macht aber schon enorm viel in Sachen CSR und das durchaus im Kerngeschäft, also nicht à la „Wir pflanzen im Regenwald Bäume“. Die machen z.B Ernährungscoaching für Kinder und Jugendliche und Initativen zur Müllvermeidung. Also Aktionen, die in direktem Zusammenhand zum Geschäftsfeld stehen und somit auch eine gewisse Glaubwürdigkeit generieren.

  3. Nathey sagt:

    Hm… denke es ist eigentlich nicht nötig sein Logo auf „grün“ umzustellen, nur um Umweltschutz zu bezeichnen… aber gut, wenn die Leute von McDonalds deshalb tausende von Dollar ausgeben wollen, um die Farben auf allem zu ändern… gut.

  4. Koehne sagt:

    Nur weil ich die Farbe eines Logos ändere, ist es Greenwashing? Das ist ziemlich abwegig. Und ob sich das Ganze auf Imagewerte gravierend auswirkt, wird sich erst später zeigen, ich bezweifle es aber. Genau die Maßnahmen, die du erwähnst und die dadurch (vermeintlich) generierte Glaubwürdigkeit macht doch eher das Greenwashing aus. Von ernsthaftem Engagement, besonders bei der Sache mit dem Ernährungscoaching, kann nicht die Rede sein. Natürlich ist es immer schwer für Unternehmen, ihre Glaubwürdigkeit zu steigern, nur wirken solche Maßnahmen eher zynisch. Aber wenns hilft… Nur die Änderung des Logos kann nicht Grund für den Aufschrei sein. Aus deinem Beitrag lese ich letztlich heraus, dass du es nicht beanstandest, dass sie die Farbe ändern, weil sie ja passende Maßnahmen fahren, richtig?

  5. Soeder sagt:

    Na man muss wohl hier zwischen zwei unterschiedlichen Dingen unterscheiden:

    Das eine ist die Änderung der Farbe im Logo. Was will man damit bezwecken und wie wird es aufgenommen? Einig sind wir uns ja offenbar darin, dass wir diesen Schritt nicht so richtig nachvollziehen können und bei jedem, mit dem ich darüber gesprochen habe, war die erste Reaktion „Warum, was soll das?“.

    Das Zweite sind ernsthafte CSR und Greenwashing. Was Martin wohl meinte ist, dass McDonalds viel echte CSR macht und dass das Ernährungscoaching deswegen eine sinnvolle Maßnahme ist, weil es branchenaffin ist. McDonalds kehrt damit vor der eigenen Haustür, während andere Unternehmen einfach nur „irgendetwas Gutes“ machen, ohne direkten Bezug zu sich selbst (wie z.B. Bier und Regenwald). So wie es McD macht, ist es aber wirklich CSR, denn es geht ja immer noch um „Social Responsibilty“ und wofür ist McDonalds bitte „responsible“ wenn nicht für Ernährungsprobleme?

    Nur das grüne Logo will mir in der ansonsten stimmigen CSR- und Kommunikationsstrategie nicht so ins Bild passen. Irgendwie etwas billig, oder?

  6. Stefaney sagt:

    Ich glaube, dass das ein cleverer Schritt von McDonalds ist. Zum einen ist der redundante Teil des Logos ja das goldene M, welches auf grünem Hintergrund zugegebenermaßen nicht mehr so stark zur Geltung kommt, aber dennoch unverändert bleibt. Die „goldenen Möwen“ werden uns also auch weiterhin gut erkennbar vom Autobahn-Randgebiet den Weg weisen. Das Rot ist mir persönlich nur von den Pommes-Verpackungen her im Gedächtnis.

    Ich glaube – zweitens – schon, dass der Verbraucher unbewusst grün mit biologisch und naturbelassen verbindet. Daher kann ich mir vorstellen, dass Pommes, welche aus grünen Pappschachteln verzehrt werden, eher das Gefühl vermitteln, gerade hochwertige Kartoffeln aus biologischem Anbau zu verzehren. In Zeiten in denen Qualität und Herkunft der Rohstoffe zu einem echten Kriterium der Verbraucher geworden sind und sich McDonalds wie auch die ganze Fast-Food-Branche international mit dem Vorwurf auseinandersetzen muss, die Adipositas quasi erfunden zu haben (z.B. „Supersize me“), tut der Konzert gut, dem Kunden zu vermitteln, das, was er gerade esse sei gesund. Und die Farbe Grün wird dazu ihren Beitrag leisten. McDonalds Problem war ja nie, dass ihre Rohstoffe oder das Essen objektiv von schlechter Qualität war – im Gegenteil. Nur wird Fast-Food eben automatisch mit „ungesund“ gleichgesetzt. Diesem Image entgegenzuwirken, z.B. durch die Einführung der Salate, Wraps usw., kann nur im Interesse des Konzerns sein – und ein bisschen mehr grüne Farbe wird ihm dabei sicher helfen.

  7. Mc Donalds Logo zukünftig grün…

    So kennen wir unser Mc Donalds Logo:
    gelbes M auf rotem Hintergrund.
    Jedoch bei der Eröffnung der neuen Mc Donalds Fillia……

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