Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Wie fischerAppelt vom Jäger zum Gejagten wurde

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Wie ist die Zukunft der PR-Agenturen? Wie sieht sich ein PR’ler selbst? Und: Wie hat das damals eigentlich angefangen mit der Agentur? Bernhard Fischer-Appelt, Inhaber der gleichnamigen Agentur, stand den PR-Studierenden am Dienstag in einer PR-Lecture Rede und Antwort.

Alles fing mit einer Schülerzeitung an. Und der Erfahrung, dass sich die Auflage verdoppelt, wenn der Schuldirektor diese so anstößig findet, dass sie verboten wird – und man sie außerhalb des Schulgeländes verkauft. Diese Erkenntnis, gepaart mit dem ersten Modell eines Macintosh-Computers, war die Initialzündung für die Gründung von fischerAppelt, heute eine der einflussreichsten und größten PR-Agenturen Deutschlands.

Man habe schon früh auf die Umweltkommunikation gesetzt und es außerdem geschafft, nicht auf die Dotcom-Blase hereinzufallen, erzählt Bernhard Fischer-Appelt. Eine große Delle in der Unternehmensbilanz verschaffte der jungen Agentur jedoch der „grüne Punkt“ mit ausfallenden Zahlungen. Die Lehre daraus ist für Fischer-Appelt klar: „Nie wieder spezialisieren!“.

Es folgte stetiges Wachstum und der Übergang in die „Föderation der Ideen“, der Differenzierung in nunmehr sechs Agenturen unter einem Markendach mit spezifischer Aufgabenstellung.

Doch während man früher mit frechen Ideen aus einem kleinen Team die großen Agenturen vor sich hertrieb, habe sich dies wegen der eigenen Größe ein wenig gewandelt. Fast wehmütig klingt es, als Fischer-Appelt sagt: „Wir sind vom Jäger zum Gejagten geworden“.

Bernhard Fischer-Appelt im Kino des Planet MID

Und wo liegt die Zukunft der PR-Agenturen? Auf Nischen spezialisieren? Oder alles aus einer Hand anbieten? „Beides ist möglich“, sagt der Agenturchef. Aber: „Große Strukturen ersticken immer Kreativität“. Deswegen komme es letztendlich immer darauf an, Hierarchien flach zu halten. Trotzdem müssten sich Agenturen heute breiter aufstellen, findet Fischer-Appelt. Große, relevante Kampagnen seien zunehmend voll integriert, mit einer klugen Mischung aus Werbung, PR und online als verbindendem Element. „Mono-disziplinäre Agenturen, die z.B. nur Klassik oder PR anbieten, werden daher in Zukunft ein Nischendasein führen.“

Die sieben Berufe im PR-Beruf

PR’ler, führt Fischer-Appelt aus, hätten doch eigentlich garnicht einen, sondern mindestens sieben Berufe. In der Krisenkommunikation sei der PR’ler der Feuerwehrmann, der die Brände löscht, gleichzeitig aber auch Museumspädagoge, der eine Welt erklärt die sonst niemand versteht. Auch Dramaturg, Protokollchef, Dealer, Themenmanager und Schachspieler seien Public Relations Fachleute in einer Person.

Doch wie steht es um die Attraktivität des Arbeitgebers für Absolventen? „Wir tun da eine Menge“, sagt Fischer-Appelt. Eine Agentur sei schließlich eine Nachwuchsentwicklungsmaschine. Aber: „Auch kein Erholungsort“.

 

 


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