Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Studieren unterm Eiffelturm: Ein Auslandssemester in Paris

Blick-über-Paris

Vor vier Monaten stieg ich mit viel zu schweren Koffern und vorfreudigen Erwartungen im Gepäck am Pariser Ostbahnhof aus dem Zug. Wenn ich einem Monat wieder abreise, werde ich vor allem eines mit nach Hause nehmen: eine große Portion pariserische Gelassenheit. Denn mit Gelassenheit kommt man hier immer weiter. Wenn man mal wieder mit der Métro feststeckt. Wenn die Kassiererin im Supermarkt mit stoischer Ruhe ihre Telefonate führt anstatt die Kunden zu bedienen. Wenn der Postangestellte, trotz der ansonsten menschenleeren Filiale, auf den Automaten verweist anstatt Briefmarken zu verkaufen (…to be continued). Aber selbst die Gelassenheit der Pariser kennt Grenzen: Busfahrer, die die Endhaltestelle ihres Busses – ohne den Grund dafür zu nennen – vorverlegen und die Fahrgäste auffordern zu laufen sind sogar hier nicht gern gesehen.
Darüber hinaus ist Paris eine Stadt, die viele ihrer Klischees erfüllt:  Boulangerien, aus denen sich der verführerische Duft von sündhaft leckeren Croissants und frischem Baguette verbreitet. Boulevards, auf denen gut gekleidete Damen flanieren und die Pariser sich mit einem Café die Zeit vertreiben. Schattige Boulebahnen, auf denen Männer diskutieren, welche Kugel gewonnen hat. Verliebte Pärchen unter dem Eiffelturm. Sänger, die mit dem Akkordeon in der Métro „Aux Champs-Elysée“ zum Besten geben. Weitläufige Parks und herrschaftliche Gärten, in denen der Lärm der Stadt auf einmal ganz fern scheint. Und kulinarische Verführungen an jeder Ecke : zuckersüße Macarons, saftige Apfeltartes und mehr Käsesorten, als man je probieren könnte.

Entspannen am Canal Saint-Martin

Studieren an der Universität Paris Descartes

Jedoch bin ich nicht nur zum Genießen des süßen französischen Lebens hier:  seit Januar bin ich Studentin der Universität Paris Descartes, einer Partnerhochschule der FH Hannover. Eröffnet wurde das Semester mit einem Sprach- und Zivilisationskurs. Neben der französischen Grammatik lernten wir die Unterschiede zwischen Camembert und Roquefort, zwischen Paris und dem Banlieue (= die Vororte von Paris, die größtenteils einen schlechten Ruf haben und von Paris klar durch die Périphérique (Ringautobahn) abgegrenzt sind) und testeten uns durch die Vielfalt französischer Weine. Ernster wurde es dann, als die Vorlesungen losgingen: konsequente Anwesenheitspflicht und ein frontaler Vorlesungsstil charakterisieren hier den Unterricht. „Studieren“ besteht zu einem großen Teil aus „Notieren“ (Vorlesungsskripte und -folien gibt es i.d.R. nicht). Trotzdem ist es spannend,  das Berufsfeld der (Organisations-)Kommunikation aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen: sonst wüsste ich bis heute nicht, dass Pressekonferenzen keinesfalls im Banlieue abgehalten werden dürfen, da Journalisten (wie alle anderen Pariser) die Périphérique nur ungern überqueren.

Blick über Paris

Das Nachtleben – in Paris ist immer was los!

Da nach der Arbeit bekanntlich wieder das Vergnügen kommt, hier noch einige Hinweise zum Nachtleben: es ist sehr vielfältig und hat viele Zentren – Oberkampf, Bastille und Marais sind nur einige davon. Gewöhnen muss man sich allerdings daran, dass viele Bars und Clubs bereits gegen zwei Uhr morgens ihre Pforten schließen, genau wie die Métro. Da Taxen nachts in Paris eher Mangelware sind, bleibt einem für den Nachhauseweg oft nur das Vélib (Leihfahrräder) – oder einen der wenigen Clubs finden, in dem man bis in die Morgenstunden durchfeiern kann – um dann die erste Métro nach Hause zu nehmen.

Mein Fazit: Paris ist nicht nur eine Reise wert, sondern definitiv ein ganzes Auslandssemester – ich würde immer wieder kommen!


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