Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Götze drängt Hoeneß ins Abseits

Ein Beitrag von Lan Anh Nguyen (6. Semester BA PR)

„Märkte sind Gespräche“ – Die zentrale These des Cluetrain-Manifests, einer Sammlung von 95 Thesen über das Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden im Zeitalter des digitalen Wandels, scheint sich angesichts der aktuellen Medienberichterstattung um den Fußball-Bundesliga-Verein FC Bayern München zu bewahrheiten. Bayern beherrscht die Medien(inhalte). Seit dem heutigen Morgen schweben feierliche Transfervermeldungen über dem Dach der Allianz Arena: Gegen eine Ablösesumme von 37 Millionen Schweizer Franken Euro wechselt Fußball-Nationalspieler Mario Götze im Sommer vom Ballspielverein Borussia Dortmund zum bayerischen Fußballclub. Eine höhere Ablösesumme wurde in der Geschichte der Bundesliga bisher noch nicht gezahlt. Von „Bundesliga-Transferrekord“, „Transfer-Hammer“ und „Transfer-Sensation“ ist die Rede. Getreu dem Satz „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“ scheinen die Negativ-Schlagzeilen um Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß anlässlich der aktuellen Steueraffäre beinahe vergessen. Ein Blick auf die nationalen und internationalen (!) Twitter Trends verrät: Die Welt spricht über #FCB und #Götze. #Hoeneß taucht in dieser Aufstellung nicht auf.

Der Shift von negativer zu positiver Berichterstattung erfolgte vermutlich irgendwann in der Nacht, als Meinungsmacher Bild.de seinem (Fußball-)Publikum mit ersten Transfergerüchten einheizte. [An dieser Stelle wäre eine empirische Untersuchung in Form einer qualitativen Inhaltsanalyse aufschlussreich. Schade, dass ich mich bereits für ein anderes Bachelorarbeitsthema entschieden habe.]

Dass endgültig Gras über die Sache #Hoeneß und #Steueraffäre gewachsen ist, mag ich bezweifeln. Fest steht aber, dass den Bayern der Seitenwechsel in der Berichterstattung rechtzeitig zur heutigen Champions-League-Partie gegen FC Barcelona sehr gelegen kommt. Unklar bleibt, wer den Anstoß für die Transfervermeldung gegeben hat. [Womöglich wäre auch an dieser Stelle eine eingehende Auseinandersetzung mit Timing und Strategien der Krisen-PR angebacht!] Ob Sieg oder Niederlage. In den nächsten Wochen dürfen wir uns auf eine Omnipräsenz des Rekordmeisters in den Medien einstellen. Das beobachtbare Wechselspiel zwischen positiven und negativen Nachrichtenfaktoren in der Berichterstattung bleibt weiterhin spannend!


One Response so far.

  1. Andreas sagt:

    Sicherlich hat Götze mit seinem Wechsel mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als das Thema Hoeneß. Aber das ist noch lange nicht vom Tisch und muss einfach geklärt werden. Es kann ja auch nicht sein, dass am Ende jeder das macht, was er will. Dafür gibt es schließlich die besehenden Gesetze.

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