Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR-Lecture mit Felix Gress: Kommunikation als Feigenblatt? Nein, danke!

Ein Beitrag von Nina Krake (2. Semester MA Kommunikationsmanagement)

 

„Schaffe ein Klima, in dem Menschen Gutes tun und darüber miteinander sprechen.“ – nach diesem Grundsatz arbeitet und lebt Felix Gress „Kommunikation“. Für den Leiter der Unternehmenskommunikation der Continental AG mit Sitz in Hannover besteht die kommunikative Leistung der PR darin, Menschen in ihren Unternehmen zum Erzeugen und Pflegen von Kultur zu ermutigen. Genau diesen Grundsatz vermittelte er uns bei der ersten PR(SH)-Lecture des Sommersemesters auf äußerst spannende und begeisternde Art und Weise.

Felix Gress, ehemaliger Kommunikationsleiter bei BASF,  kam vor drei Jahren nach Hannover, weil er die Herausforderung suchte, ein Programm der Identitätsfindung zu entwickeln, in dem Kommunikation die „Hauptrolle“ spielt:  „Früher sagte man mir immer, der oberste Grundsatz der professionellen Kommunikation einer Organisation würde lauten: ‚Tue Gutes und rede darüber.‘ Dahinter steckt die Annahme, alles was wir als Unternehmen tun ist gut, es muss nur noch mittels Kommunikation gut oder besser als bisher vermittelt werden. Im Gegenzug haben uns dann die als Zielgruppen bezeichneten Menschen lieb oder akzeptieren zumindest unser Handeln. Das Unternehmen musste sich nicht verändern. Die Zielgruppen aber bitteschön schon, und zwar möglichst schnell, denn Zeit ist Geld. Damit wurde die Kommunikation auf das Ökonomische reduziert, auf ihren Bilanzeffekt. Die Sprache dieser Kommunikation war nüchtern und sachlich.“ Doch genau an diesem – bis heute sehr verbreitenden – kommunikativen (Handlungs-)Ansatz hat Gress kein Interesse. Innerhalb der Continental AG engagiert er sich für eine Kultur des Austauschs und der Offenheit, denn für den PR-Profi bestehen Organisationen aus Kommunikation.  Gress will keine „bittere Pillen schön verpacken, damit sie gut schmecken“, sondern vielmehr mit kollektiver Intelligenz Dynamik und Komplexität sichern. Dies mündet für ihn in einem wertschöpfenden Managementsystem, in dem Kommunikation nicht das „Feigenblatt“ ist, sondern als Instrument dient. Um dies zu erreichen, hat Gress 14 Projekte eingeführt, die der Vernetzung aller – vom Produktionsmitarbeiter bis zum Vorstand – innerhalb des Unternehmens dienen, darunter eine interne Suchmaschine sowie eine Conti-eigene-Social Media Plattform.

Dieser Lecture verdeutlichte uns Studieren einmal mehr – auf authentische und eindrucksvolle Weise – dass Kommunikation nicht (nur) aus dem Verfassen von Pressemitteilungen und Berichten für die Mitarbeiterzeitung besteht, sondern ihre und somit unsere Aufgabe als Kommunikationsmanager darin besteht, innerhalb von Unternehmen eine Kultur der Offenheit zu schaffen, denn nur so können Werte geschaffen und gelebt werden. Der PRSH bedankt sich bei Felix Gress für diese spannenden Abend!


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