Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Dominik Ruisinger

Neue Rubrik im PRSH-Blog: Das PR(SH)-Interview! Ab sofort werden hier die Antworten von PR-Professionals auf fünf Fragen zu den zukünftigen Herausforderungen der PR und den damit verbundenen Anforderungen an die Profis von morgen veröffentlicht.

Ruisinger-1024x764Den Auftakt macht PRSH-Kuratoriumsmitglied Dominik Ruisinger. Der Politologe, Journalist und PR-Berater ist Experte im Bereich Online-PR.

Dominik Ruisinger (48) | Coach und Consultant

Public Relations bedeutet für mich eine Querschnittsdisziplin mit hohem Anspruch.

 

Ich liebe meinen Beruf, weil ich neugierig sein darf und aus ganz vielen Branchen und Berufsbereichen für mich etwas herausziehen muss und sie im PR-Bereich zusammenfügen muss.

Die bedeutsamsten Herausforderungen der Zukunft im Bereich PR sehe ich in der Zusammenarbeit mit dem Marketing, weil PR ohne Marketing und Marketing ohne PR zukünftig nicht mehr funktionieren wird. Die traditionelle Trennung zwischen PR und Marketing, die noch gelehrt wird, wird nicht überleben.

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem neugierig sein und lebenslanges Lernen leben. Es gibt kaum eine Zeit, in der die Kommunikationsbranche so zerwühlt wird, wie derzeit – das haben zwar schon viele behauptet, aber ich glaube, jetzt ist es wirklich aktiv so. Und wenn sich ein PR-Mensch jetzt sagt „Ich schalte mich für zwei Jahre off“, dann hat er ein Problem wieder rein zukommen. Darum meine ich, dass man neugierig sein und sich kontinuierlich informieren muss. 

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ich insofern sehr wichtig, wenn sie mit der Praxis eng gekoppelt ist. Rein wissenschaftlich wird man nur für die Wissenschaft ausgebildet – natürlich, wenn man später in der Hochschule bleiben will, dann reicht die Wissenschaft. Aber ich habe zu viele Leute kennengelernt, die nur wissenschaftlich ausgebildet sind, die wunderbare Ideen haben, die aber nichts mit der Praxis zu tun haben.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch mit auf den Weg geben möchte (für ihren weiteren akademischen und beruflichen Werdegang): Sie sollen sich lösen von den klaren Definitionen, die sie im Studium bekommen: „Wir sind eine eigenständige Disziplin“, „Wir haben nichts mit Marketing oder BWL zu tun“, „Wir sind Manager of communication“ – im Gegenteil: als PR-Mensch muss man etwas von den unterschiedlichen Bereichen lernen, denn als PR-Mensch sind Sie jemand, der ein großes Puzzle vor sich hat. Und das Schöne ist, dass auf jedem Puzzleteil etwas unterschiedliches drauf ist: wenn Sie die Teile zusammenbringen, machen Sie gute PR, wenn Sie sich nicht zusammenbringen, dann fehlt ein Teil.

Das Interview führten Lan Anh Nguyen und Nina Krake.


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