Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

„Das Nachwuchsproblem der PR beginnt in den Schulen“

Nina Krake und Attila Söder im Interview

 

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Nina Krake (25) und Attila Söder (27) beim #30u30-Camp in Düsseldorf.

Am 10. April 2014 werden in Berlin die PR Report Awards verliehen. Mit dabei: unsere PRSH-Vorstandsvorsitzende Nina Krake und PRSH- und HSH-Alumni Attila Söder. Die beiden gehen im Rahmen der Young Talents Initiative #30u30 gemeinsam um die Auszeichnung als „Young Professionals des Jahres“ ins Rennen und haben mit uns über ihren Wettbewerbsbeitrag und die Nachwuchssorgen der PR-Branche gesprochen.

Unsere Generation, die sogenannte Generation Y, hat hohe Anforderungen an ihre zukünftigen Arbeitgeber. Eure Aufgabe war es daher, im Rahmen von #30u30 ein Employer Branding Konzept für die Kommunikationsbranche zu entwickeln. Wie seid ihr diese Aufgabe herangegangen?

Attila: Also ich glaube im ersten Schritt haben wir uns erstmal dafür entschieden, kein Employer Branding Konzept zu entwickeln (lacht).

Nina: Ja, im Grunde war es so. Wir haben bewusst einen großen Schwerpunkt auf Analyse und Strategie gelegt, um zur eigentlichen Ursache der Nachwuchsschwierigkeiten der PR-Branche vorzudringen. Und haben gleichzeitig der Versuchung widerstanden, uns ins blaue hinein schöne Maßnahmen zu überlegen. Im Ergebnis kam für uns heraus, dass echtes Employer Branding erst der zweite Schritt zur Lösung des Problems sein kann.

Und was ist eurer Ansicht nach der erste Schritt in Sachen Nachwuchsgewinnung?

Nina: Wir sehen das erste Problem in der mangelhaften Ansprache von Schülern. „High-Potentials“ gehen uns dort schon verloren, weil sie über Berufe in der PR überhaupt nicht Bescheid wissen. Weder, dass es diese gibt, noch ob sie vielleicht für sie geeignet wären. In der Konsequenz führt das dazu, dass wer weiß wie viele PR-Talente lieber BWL oder Jura studiert haben und nicht einmal in die Nähe unserer Branche kamen.

Attila: Unser Gedanke war einfach, dass wir zwar immer durch tolle Employer Branding Konzepte noch besser um Hochschulabsolventen konkurrieren können. Stattdessen können wir aber auch dem gesamten Markt erst einmal mehr High Potentials zur Verfügung zu stellen. Die Konkurrenz um die Talente wird von selbst entschärft, wenn wir mehr Qualität in unsere wirklich ausgezeichnet aufgestellten PR-Studiengänge bringen.

Und wie wollt ihr dieses Ziel erreichen?

Nina: In unserer Analyse haben wir festgestellt, dass viele Schüler ihre eigenen Stärken und Schwächen nicht kennen. Und auch nicht wissen, welche Qualitäten im Berufsleben wichtig sind und ob sie diese bereits mitbringen.

Attila: Unser strategischer Ansatz lautet daher, PR sozusagen in die Lebenswirklichkeit der Schüler zu übersetzen. Wir zeigen, dass viele von ihnen schon jetzt in ihrer eigenen Lebenswelt Kommunikation strategisch einsetzen und nutzen.

Schüler machen also bereits PR ohne es zu wissen?

Attila: Ja – und sogar richtig gut. Wenn beispielsweise Schüler nach einer Gruppenarbeit eine Präsentation halten, ist das nichts anderes als ein Pitch. Oder ein Jahrgangsvertreter, der die Rede auf dem Abiball hält – der ist ein potentieller Unternehmenssprecher.

Nun sind es nur noch wenige Wochen bis zur Verleihung der PR Report Awards in Berlin. Was erhofft ihr euch mit eurem Wettbewerbsbeitrag?

Nina: Wir hoffen vor allem, dass wir durch unser Konzept einen sinnvollen Beitrag zur „Nachwuchsdebatte“ in der PR leisten können. Und der etwas festgefahrenen Diskussion so hoffentlich einen neuen – und aus unserer Sicht sehr wichtigen – Impuls geben können.

Und für den Wettbewerb selbst?

Attila: Man wird sehen, ob wir im Vergleich zu den Konzepten unserer Kollegen vielleicht etwas aus dem Rahmen fallen. Ich persönlich hoffe daher, dass die Jury unser Konzept nicht zu verkopft findet.

Nina: Es wird definitiv ein sehr enges Rennen zwischen einer ganzen Reihe toller Köpfe und Konzepte aus den #30u30 werden. Das wichtigste für uns ist einfach, dass wir zufrieden mit unserem Konzept sind. Und ich denke, das ist zu 100 Prozent der Fall.

Nina, Attila, wir drücken euch die Daumen!

Hier geht’s zur Veröffentlichung des Konzepts von Nina und Attila im #30u30-Blog: http://30u30.tumblr.com/post/79151717696/back-to-school-wie-wir-ungenutzte-potenziale-fuer-die

Das Interview führt Lan Anh Nguyen (MKO2).

 


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