Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Die PR-Initiativen fordern Wertschätzung in der Nachwuchsdebatte & rufen Agenturvertreter zum Dialog auf

Die PR-Initiativen campus relations e.V. (Münster), kommoguntia e.V. (Mainz), LPRS  e.V. (Leipzig) und PRSH e.V. (Hannover) haben eine gemeinsame Positionierung zur Nachwuchsdebatte formuliert. Mit einer geschlossenen Stellungnahme möchten die studentischen Vereine die Forderungen des Kommunikationsnachwuchses darlegen und die Berufspraktiker der Branche zu einem offenen Dialog mit Ausbildungsinstitutionen und Studierenden bewegen. „Einem Berufseinstieg in PR-Agenturen sind wir generell nicht abgeneigt. Potenzielle Arbeitgeber sind gut beraten, das Potenzial der Bewerber im Agenturalltag wertschöpfend einzusetzen und Praktikanten, Volontären und Trainees mit einer fachbezogenen Vorbildung eine adäquate Wertschätzung entgegenzubringen“, erklären die Führungsspitzen der PR-Initiativen. „Um die Nachwuchsdebatte konstruktiv fortzuführen, laden wir die Agenturvertreter zur gemeinsamen Formulierung eines Leistungs- und Anforderungskatalogs an akademische Berufseinsteiger in der Kommunikationsbranche ein.”

Das Ziel der studentischen Initiativen in der Nachwuchsdebatte ist es, eine individualisierte und differenzierte Beurteilung und Bewertung von PR-Berufseinsteigern herbeizuführen. In Zusammenarbeit mit den studentischen PR-Initiativen sollen Vertreter aus Lehre und Praxis ein konkretes Anforderungsprofil für Berufseinsteiger konzipieren, das sowohl persönliche als auch fachliche beziehungsweise studienbezogene Qualifikationen benennt.

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Bildunterschrift: Vorstände der PR-Initiativen campus relations, kommoguntia, LPRS, PRSH (v.l.n.r.).
Nutzungsrecht: Bild frei zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung.

 

Positionierung der PR-Initiativen zur Nachwuchsdebatte

1. Wertschätzung individueller Fähigkeiten

Volontariats- und Traineeprogramme sind an die studienspezifische Vorbildung eines jeden Bewerbers anzupassen. Im Rahmen der Agenturausbildung sollten Lehrinhalte, Dauer und Bezahlung an die persönlichen Fähigkeiten und fachbezogenen Vorkenntnisse der Bewerber angeglichen werden.

2. Berufliche Fortbildung

In der PR-Ausbildung an Universitäten und Hochschulen wird ein umfassendes Verständnis von Kommunikationstheorie, -arbeit und -wirkung vermittelt und analytisches Denken sowie Reflexionsvermögen gefördert. Die weitere Entwicklung erfolgt jedoch im Job und ist primär Aufgabe der Agenturen. Diese sollten den PR-Nachwuchs durch Fort- und Weiterbildungsangebote  in ihrer persönlichen und fachlichen Entwicklung unterstützen.

3. Unabhängigkeit der Lehre

Im Sinne einer Professionalisierung des Berufsfeldes müssen Agenturen mit Universitäten und Hochschulen im ständigen Dialog stehen. Ein wechselseitiger Austausch ermöglicht es, die akademische Ausbildung an die Anforderungen der Praxis anzupassen und gegebenfalls auch Defizite in der Lehre aufzudecken. Nichtsdestotrotz muss die Unabhängigkeit der universitäts- und hochschulbezogenen Lehre gewahrt bleiben.

4. Kostendeckende Praktikumsvergütung

Studierende erweitern durch Praktika ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, stellen aber gleichermaßen auch wertvolle Arbeitskräfte für PR-Agenturen dar. Unabhängig von Dauer und Standort muss die Vergütung von Praktika in der PR-Branche mindestens kostendeckend sein.

 

Zum Hintergrund

Angestoßen wurde die Debatte im vergangenen Jahr: Uwe Kohrs, Präsident der Gesellschaft führender Public Relations Agenturen e.V. (GRPA), bemängelte in der Novemberausgabe (11/2013) des prmagazins die nachlassende Qualität der Agenturbewerber. Mit einer Replik auf die Klage von Kohrs löste das Vorstandsteam der Public Relations Studierende Hannover e.V. (PRSH) eine längst überfällige Debatte um Qualifikation, Bezahlung und Wertschätzung von Berufseinsteigern in der PR-Branche aus. „Die Professionalisierung des Berufsfeldes wäre ohne eine fundierte und umfassende PR-Ausbildung nicht möglich gewesen”, erklärte der PRSH. Fachspezifische Bachelor- und Masterstudiengänge wie Public Relations und Strategisches Kommunikationsmanagement  bringen Absolventen hervor, die fachlich gut für den Beruf gerüstet sind. Der LPRS forderte: „Der Feinschliff der Beraterpersönlichkeit hat in der Praxis zu erfolgen.“ Hochschulen und Universitäten sowie auch PR-Agenturen haben einen Bildungsauftrag: Ausbildungsinstitutionen sind zuständig für die Vorbereitung von Bewerbern; Agenturen sind zuständig für die Qualifizierung im Job. Auf die Empfehlung von Kohrs zum Einstiegsgehalt für Trainees nach dem Studium – 20.000 Euro brutto pro Jahr – erwiderte kommoguntia: „Wer die Leistungen qualifizierter Bewerber nicht auch finanziell wertschätzt, wertet damit den Beitrag der Kommunikation im Allgemeinen ab.“

 

Über die studentischen Initiativen

Die Studierendeninitiativen campus relations e.V., kommoguntia e.V., LPRS  e.V. und PRSH e.V. ergänzen durch ihre Vereinsarbeit den regulären Lehrbetrieb an Hochschulen und Universitäten. Das freiwillige Engagement in den Vereinen dient der Vertiefung der im Studium erlernten Inhalte und ihrer praxisorientierten Anwendung. Gemeinsam fordern die studentischen Initiativen die Anerkennung und Akzeptanz der Leistung, des Wissenstands und des daraus resultierenden Mehrwerts der PR-Studierenden.

 

Das Vorstandsteam des PRSH zur Studienqualität an der Hochschule Hannover

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Bildunterschrift: Vorstandsteam des PRSH e.V.
Nutzungsrecht: Bild frei zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung.

„An der Hochschule Hannover erfahren die Studierenden eine theoretisch fundierte PR-Ausbildung, die besonders eng mit der Praxis verzahnt ist. Konzeptionspraxis und Pitchpräsentationen für reale Auftraggeber sind integraler Bestandteil unseres Studiums und bereiten uns ideal auf den Agenturalltag vor“, äußern sich Kristin Becke, Janine Riedel, Lara Wöhrmann und Lan Anh Nguyen.

Weiterführende Informationen zum Bachelorstudiengang Public Relations und Masterstudiengang Kommunikationsmanagement an der Hochschule Hannover.


One Response so far.

  1. Jens Voshage sagt:

    „Die weitere Entwicklung erfolgt jedoch im Job und ist primär Aufgabe der Agenturen.“ steht unter Punkt ‚2. Berufliche Fortbildung‘. Da habe ich ein anderes Selbstverständnis von Weiterbildung. Primär ist es aus meiner Sicht Aufgabe von jedem Einzelnen sich weiterzubilden und mit den Anforderungen im Beruf Schritt zu halten. Denn Weiterbildung ist immer auch ein Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung und der eigenen Zukunftsfähigkeit.
    Dass dieses individuelle Weiterbilden vom Arbeitgeber unterstützt werden sollte, ist klar. Aber Weiterbildung ist keine alleinige Bringschuld des Arbeitgebers. Weiterentwicklung muss die Triebfeder eines Mitarbeiters sein. Das „primär“ in der Forderung halte ich im Umfeld von akademisch ausgebildeten Arbeitnehmern für falsch – nicht nur in der Kommunikationsbranche.

    Anmerkung: Meine Aussage bezieht sich auf einen regulären Mitarbeiter. Praktikanten und Volontäre sind in der Ausbildung – daher ist bei Praktikum und Volontariat mein „Dass dieses individuelle Weiterbilden vom Arbeitgeber unterstützt werden sollte, ist klar.“ natürlich zu schwach. Schon der „Ausbildungsvertrag“ zeigt deutlich, dass es Aufgabe des Unternehmens ist, den Praktikanten oder Volontär aus- und weiterzubilden. Allerdings möchte ich auch hier festhalten, dass Aus- und Weiterbildung nicht zu Konsumverhalten passt – Neugier, Bereitschaft zum Lernen und Eigeninitiative erwarte ich als Arbeitgeber von einem guten Praktikanten oder Volontär. Und damit wäre mein Vorschlag für die Formulierung in Punkt 2:
    „Die weitere Entwicklung erfolgt jedoch im Job und ist eine Aufgabe, für die Unternehmen und Auszubildende partnerschaftlich die Verantwortung tragen.“

    Gerne können wir darüber auch persönlich diskutieren – der Weg zwischen Altstadt und Expo-Plaza ist ja nicht weit.

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