Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Andreas Severin

In diesem Sommersemester 2014 unterrichtete Andreas Severin das zweite Semester des Masterstudienganges Kommunikationsmanagement (MKO) im Feld des „Issues Management“. Am Rande dieser Seminarveranstaltung stellte sich der Geschäftsführer der crossrelations brandworks GmbH im PR(SH)-Interview unseren Fragen zu den zukünftigen Herausforderungen der PR.

Andreas Severin (53) | Geschäftsführer crossrelations brandworks

PR(SH)-Interview SeverinPublic Relations bedeutet für mich

…Schaffung von Vertrauensbeziehungen mit den Mitteln der Kommunikation.
…große Verantwortung bei der Wahl der Mittel.
…immer mehr als nur PR!

Ich liebe meinen Beruf, weil er mich ständig vor neue Aufgaben und Themen stellt. Nur wer bereit ist, stets dazu zu lernen, offen und neugierig ist, kann in diesem Beruf bestehen. Das ist die intellektuelle Herausforderung. Außerdem gibt es eine soziale Herausforderung, mit den unterschiedlichsten Menschen klarzukommen. (Dabei verfolge ich das „Mutter-Theresa-Prinzip“: Nach dem Kontakt mit mir, soll sich der Kunde besser fühlen als zuvor.)

Die bedeutsamsten Herausforderungen der Zukunft im Bereich PR sehe ich in in der Beschleunigung und Fragmentierung der Kommunikation. Prozesse und Instrumente der PR müssen heute schnell und zielgenau Wirkung entfalten. Während die „alte“ Praxis in den Unternehmen weitergehführt werden muss, gilt es neue Herausforderungen, vor allem im social web anzunehmen. Das stellt viele Kommunikationsressourcen vor große Probleme. Außerdem werden sich alle Kommunikations- und Marketingfunktionen stärker legitimieren müssen. Nur wer die Effektivität seiner Mittel nachweist, wird Einfluss und Budgets erhalten.

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem über den fachlichen Tellerrand blicken und sich nie mit dem bestehenden Wissen zufriedengeben. Denken Sie immer daran: Wer nur von PR etwas versteht, versteht auch davon nichts!

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ich eine große Chance für die weitere Professionalisierung der Branche. Nie zuvor wurden der Kommunikationsbranche so viele akademisch qualifizierte Fachabsolventen zur Verfügung gestellt. Die verzweifelte Suche nach talentierten Autodidakten ist nun Geschichte und das ist gut so! Kommunikationsabteilungen und Agenturen stehen vor der großen Herausforderungen diese Skills nun wertschöpfend einzusetzen – und weiterzuentwickeln.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch auf den Weg geben möchte…

Für Ihre Ausbildung: Bleiben Sie anspruchsvoll.

Für danach: Vertrauen Sie nie zu sehr auf die Kraft wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die PR-Praxis hält eine Menge Irrationalität für Sie bereit.

Und für den Job: Underpromise and overdeliver!

Das Interview führte Jasper Dundurs (2. Semester MA Kommunikationsmanagement)

„Wer sich heute in den Agenturen über eine unzureichende Disposition der jungen Bewerber für das Agenturgeschäft beklagt, sollte sich zuvorderst an die eigene Nase fassen“: Zur #Nachwuchsdebatte hatte sich Andreas Severin bereits Anfang des Jahres im PR-Journal geäußert. Er verteidigt in seinem Beitrag die Bewerber, da die professionelle Grundqualifikation der Absolventen aus Kommunikationsstudiengängen heute besser als je zuvor sei. Er appelliert an die Kollegen aus den Agenturen, den Kontakt und Dialog mit den Hochschulen und Studierenden zu suchen. Dem können wir uns nur anschließen!


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