Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Social Media Konzeption und Strategie

Ein Beitrag von Lan Anh Nguyen (2. Semester MA Kommunikationsmanagement)

Wäre die Champions-League-Qualifikation an die Socia-Media-Aktivitäten von Privatpersonen, Unternehmen, Organisationen oder Institutionen gebunden, würde Deutschland nicht in der Königsklasse mitspielen. Aktuelle Zahlen[1] sind ernüchternd und zeigen: Wir müssen zunächst erst einmal in die Europa League einziehen! Mit dieser Fußball-Metapher begann der PR-Workshop von Dominik Ruisinger beim PRSH. In der vergangen Woche zeigte uns der Online-Experte die zukünftigen Trends in der digitalen Kommunikationslandschaft auf und gab den Studierenden hilfreiche Tipps und Tools an die Hand für die Konzeption von Social-Media-Strategien.

Ruisinger

Der Aufbau einer digitalen Reputation[2], also jenen Teil der Reputation, den ein Unternehmen online erarbeiten kann, ist ein langwieriges Unterfangen und muss strategisch angelegt sein. Erfolgreich im Social Web ist, wer sich als Gesprächspartner mit Profil[3] bei den anvisierten Dialoggruppen etabliert und nutzwerten Social Content[4] bereitstellt. Denn Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut, um das alle Akteure in den digitalen Kommunikationsarenen kämpfen. Im Netz – auf dem Markt der Meinungen – tauschen Menschen ihre Erfahrungen über Marken, Produkte und Dienstleistungen aus. Jedes noch so kleine Nischenthema im Long Tail findet in Mikroöffentlichkeiten Gehör. Unternehmen sind gut beraten, an diesen Marktgesprächen teilzunehmen, ihre Mitarbeiter als glaubwürdige Unternehmensbotschafter einzubeziehen und einflussreiche Meinungsführer zu identifizieren.[5] Auch der CEO trägt maßgeblich dazu bei, dem Unternehmen im Social Web ein Gesicht zu geben. Soweit die Theorie…

…In der Praxis wird häufig vernachlässigt, dass Social-Media-Strategien nicht bei der Auswahl der Instrumente und Kanäle ansetzen, sondern bereits bei der Überlegung, welche Mission und Ziele das Unternehmen im Social Web verfolgen will. Der Konzeptionskreislauf für Social-Media-Strategien unterscheidet sich grundsätzlich nicht so sehr von dem klassischer PR-Strategien. Herr Ruisinger vermittelte uns im Rahmen des Workshops einen Überblick über die einzelnen Konzeptionsbausteine: Analyse, People, Objectives, Strategy, Technology, Engagement.

Anhand von anschaulichen Praxisbeispielen wurde uns vor Augen geführt, wie sehr der Mensch im Social Web in den Mittelpunkt rückt. Online Relations und Social Media verändern die Aufgabenfelder der Unternehmenskommunikation und schaffen neue Schnittstellen zwischen PR, Marketing, Werbung, Customer Service und Vertrieb. Der Marketingmix aus Product, Price, Place und Promotion muss online um People ergänzt werden.

Interessierte Nutzer, die im Netz nach Unternehmensmarken, -produkten oder -dienstleistungen googlen, erwarten auf sie zugeschnittene Inhalte, die ihre Bedürfnisse in Echtzeit, d.h. im Moment der Suche, befriedigen. Unternehmen, die nicht im Netz zu finden sind, finden in den Köpfen der Menschen nicht statt. Unbespielte Kanäle und Inaktivität führen zum Imageverlust. Vor allem in Zeiten der digitalen Vernetzung und Empörungskultur können dialogorientiertes Community-Management und kontinuierliches Social-Media-Monitoring dabei helfen, Shitstorms abzuwenden.

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Angehende Kommunikationsmanager müssen sich darin üben, in kreativen Geschichten sowie verständlichen Bildern zu denken. Für unsere Fußball-Metapher muss das Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry abgewandelt werden: Wenn du guten Fußball spielen willst, dann trommle nicht die Männer zusammen, um Tore zu schießen, Aufgaben zu vergeben und Spieler auf Positionen zu verteilen, sondern wecke die Träume der Männer nach dem Titelsieg vor einem jubelnden Menschenmeer.

Im Namen des PRSH bedanke ich mich ganz herzlich bei unserem Kuratoriumsmitglied Dominik Ruisinger für einen gelungenen Workshop-Vormittag, viele spannende Einsichten in die PR-Praxis und die beständige Unterstützung in allen fachlichen Belangen.

 


[1] http://wearesocial.sg/blog/2014/01/social-digital-mobile-2014/ [Zugriff am 01.06.2014]

[2] Pleil, T. & Zerfaß, A. (2007). Internet und Social Software in der Unternehmenskommunikation. In M. Piwinger & A. Zerfaß (Hrsg.), Handbuch Unternehmenskommunikation (S. 511-532). Wiesbaden: Gabler.

[3] Schindler, M.-C. & Liller, T. (2011). PR im Social Web. Das Handbuch für Kommunikationsprofis. Köln: O’Reilly.

[4] Meerman-Scott, D. (2012). Die neuen Marketing- und PR-Regeln im Social Web. Wie Sie Social Media, Online Video, Mobile Marketing, Blogs, Pressemitteilungen und virales Marketing nutzen, um Ihre Kunden zu erreichen (3. Aufl.). Heidelberg: mitp.

[5] Ruisinger, D. (2011). Online Relations. Leitfaden für moderne PR im Netz (2. Aufl.). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.


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