Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Stellungnahme des PRSH e.V. zum Mindestlohn

In der bundesweiten PR-Bildungsdiskussion setzen sich die PR-Initiativen campus relations e.V. (Münster), kommoguntia e.V. (Mainz), LPRS e.V. (Leipzig) und PRSH e.V. (Hannover) für verbesserte Zugangsbedingungen von akademischen Berufseinsteigern ein. Die Diskussion hat in der Fachpresse unter dem Schlagwort #Nachwuchsdebatte Niederschlag gefunden. Kürzlich veröffentlichten die vier Initiativen eine gemeinsame Positionierung, in der sie die Agenturvertreter zum Dialog aufriefen und Wertschätzung forderten. Die von der Bundesregierung geplante Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns tangiert vor allem das Thema “Praktikumsvergütung” (Punkt 4 der Positionierung). Ab 2015 muss jedes Praktikum, das länger als sechs Wochen dauert und nicht Teil des Studiums oder der Ausbildung ist, mit 8,50 Euro (brutto pro Stunde) honoriert werden. Wie stehen die einzelnen Initiativen zur Einführung des Mindestlohns in der PR?

Stimmen aus den jeweiligen Vereinen im einzelnen
campus relations e.V. | kommoguntia e.V. | LPRS e.V.

Stellungnahme des PRSH e.V.

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Bildunterschrift: Vorstandsteam des PRSH e.V.
Nutzungsrecht: Bild frei zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit Berichterstattung.

Mindestlohn für Bewerber mit Fachwissen und Praktika ab drei Monaten

PR-Berufseinsteiger, die einen Studienabschluss im Fachbereich PR/ Kommunikationsmanagement und einschlägige Praxiserfahrung vorweisen, sollten nach dem Mindestlohn vergütet werden! Sie stellen qualifizierte und vollwertige Arbeitskräfte dar, deren Leistung angemessen honoriert werden muss. Mit unserer Exmatrikulation entfallen viele Vergünstigungen wie z.B. Familienversicherung oder Semesterticket. Eltern sind nach der ersten Ausbildung ihres Kindes nicht mehr verpflichtet, dieses finanziell zu unterstützen. Der Mindestlohn wird benötigt, um die notwendigen Kosten wie Lebensunterhalt, Miete und Fortbewegung zu decken.

Ausnahmen für Pflichtpraktika

Praktika sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung und Berufsfindung aller. Das Curriculum unseres Bachelor-PR-Studiums an der Hochschule Hannover sieht ein verpflichtendes Praxissemester vor: Im Rahmen eines mindestens 18-wöchigen Praktikums lernen Studierende den Arbeitsalltag in der Kommunikationsabteilung von Unternehmen, in PR-Agenturen oder Non-Profit-Organisationen kennen. Sie können das im Studium erlernte Wissen praktisch anwenden, vertiefen und ihre Fertigkeiten ausbauen. Pflichtpraktika müssen nicht nach Mindestlohn vergütet werden, dennoch sollten sie bezahlt werden! Für eine „kostendeckende Vergütung“ empfehlen wir eine Bezahlung, die sich nach dem BAföG-Höchstsatz richtet und standortabhängig angepasst wird.

Das Ende vom Lied darf nicht ihr Wegfall bedeuten

Durch die androhende Kürzung von Praktikastellen würde Arbeitgebern die Chance entgehen, potenzielle Mitarbeiter kennenzulernen. Praktika auf sechs Wochen zu begrenzen, um dem Mindestlohn zu umgehen, ist ebenfalls für niemanden von Vorteil im Hinblick auf die Zeit-Nutzen-Relation (Einarbeitung, Lerneffekte, gegenseitiges Kennenlernen). Werden die Stellen der freiwilligen Praktika durch ausschließlich Pflichtpraktika und Traineeships bzw. Volontariate ersetzt, gehen den Arbeitgebern viele High Potentials verloren. Fallen die Freiwilligen-Praktika weg ohne jeglichen Ersatz, könnten die Trainees bzw. Volontäre auf den Aufgaben sitzen bleiben. Qualitätssteigerung der Praktika aufgrund der vollwertigen Arbeitskräfte und verbesserte, aber auch verschärfte Recruiting-Prozesse wären zwar eine erfreuliche Entwicklung – vor dem Hintergrund der zahlreichen Nachteile jedoch nur ein kleiner Lichtblick.


One Response so far.

  1. Liebe werdende Kolleginnen,
    sicherlich muss die Branche darüber nachdenken, inwieweit eine Vergütung innerhalb der PR angemessen ist. Dabei blicke ich allerdings bewußt auf das Volontariat.
    Aus meiner Position sehe ich keinen Mindestlohn für Praktika. Egal, ob Pflicht oder freiwillig. Kein Praktikant war bisher per se produktiv. Die aufgewendete Ausbildungszeit muss berücksichtigt werden. Und dann kommt man bei einem einschlägigen Stundensatz eines Beraters locker auf den Mindestlohn.
    Praktika mit einem Studienabschluss verstehe ich nicht. Entweder hat man diese während des Studiums verpennt oder bringt eben nicht die notwendige Qualifikation mit, um zur Wertschöpfung beizutragen. Dann ist eine Bezahlung ebenfalls überflüssig.
    Beste Grüße aus Bremen
    Nicolas

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