Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Tapio Liller

In diesem Sommersemester 2014 fand unsere Highlight-Veranstaltung #ThePitch statt. Hier präsentierten fünf Agenturen ihre Profile und pitchten um den PR-Nachwuchs von morgen. Tapio Liller, Gründer und Managing Partner von Oseon, war einer von ihnen. Am Rande dieser Veranstaltung stellte sich Herr Liller im PR(SH)-Interview unseren Fragen zu den zukünftigen Herausforderungen der PR.

Tapio Liller (40) | Founder und Managing Partner von Oseon

PR(SH)-Interview_Tapio LillerPublic Relations bedeutet für mich den spannendsten Beruf, den es gibt und den man mit nahezu jeder Hochschulqualifikation machen kann.

Ich liebe meinen Beruf, weil er Spaß macht und ich mich noch an keinem Tag gelangweilt habe. Es gibt wirklich jeden Tag etwas Neues – jeden Tag gilt es, neue Themen zu erschließen, neue Herausforderungen zu bewältigen und neue Aufgaben zu lösen. Das Schöne ist außerdem noch, dass man jeden Tag mit Menschen kommunizieren kann.

Die bedeutsamsten Herausforderungen im Bereich PR sehe ich in der Suche nach Leuten, die Lust auf den Beruf haben. Qualifizierte, aber auch motivierte Leute, die sich leidenschaftlich dem Kommunikationsberuf hingeben, gilt es zu suchen und nicht diejenigen, die lediglich in der PR nur einen Beruf sehen, in dem man halt Geld verdient. Außerdem ist es erforderlich, Leute zu suchen, die sich möglichst zügig entwickeln können.

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem Neugier mitbringen, mit offenen Augen durch die Welt gehen und auch die Dinge rechts und links neben ihrer täglichen Arbeit bewerkstelligen können. Eine gute Portion an Technologie-Affinität ist auch von großem Vorteil. Man sollte schlichtweg keine Angst vor Technik haben. Außerdem sollten die PR-Profis der Zukunft einen gewissen eigenen Drive mitbringen, um sich selbstständig in die Themen einarbeiten zu können. Man sollte die Lust verspüren, die Komplexität im Beruf zu reduzieren. Es gilt bei der Innovationskommunikation vor allem darum, einen eigenen Antrieb zu entwickeln, die Komplexität der Materie anzunehmen und anschließend die Inhalte anschlussfähig zu gestalten – sprich: Inhalte so zu präsentieren, dass sie auch für das Publikum interessant sind. Um die jüngere Generation mache ich mir ein wenig Sorgen, da sie sehr früh ihren Hochschulabschluss erlangen. Ich bin mir nicht sicher, ob man in solch einem jungen Alter schon diesen gewissen eigenen Drive mitbringen kann. Es ist daher von großer Notwendigkeit, dass die PR-Profis der Zukunft mit einem hohen Grad an Selbstbewusstsein in ihren Beruf einsteigen.

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ich begrüßenswert, sinnvoll und wird auch an vielen Stellen schon gemacht.

Was geben Sie den Studenten der Hochschule Hannover mit auf den Weg (in Bezug auf ihren beruflichen und weiteren akademischen Werdegang): Der PRSH e. V. als eine Art Sprachrohr der Hannoveraner-PR-Studenten macht zurzeit einen tollen Job, was Öffentlichkeitsarbeit und die Wahrnehmung in der Branchenöffentlichkeit angeht – das sollte auf jeden Fall beibehalten und auch an die nächste Studierendengeneration weitergereicht werden. Ich kann nur nochmals betonen, dass eine gewisse Neugier und Lust am Hinterfragen in der Kommunikationsbranche nötig sind, um weiter zu kommen. Man sollte Prozesse in der Agentur ruhig kritisch betrachten und nachfragen, falls einem Abläufe oder Methoden nicht ganz geläufig sind. Nur so lernt man dazu – durch den Erfahrungsaustausch mit anderen. Weiterhin sollte man auch immer seine Eigenständigkeit bewahren und sich nicht zu sehr mit anderen Studiengängen vergleichen. Praktika sind besonders hilfreich und empfehlenswert, da sie einen umfassenden Überblick darüber geben, was es heißt, später in einer Agentur einzusteigen. Achten Sie auf ein qualifiziertes Praktikum, bei dem Sie auch wahrlich einen Mehrwert haben und brechen Sie zur Not ab, falls die Arbeit nicht ihren Wünschen entspricht.

Das Interview führte Linh Nguyen (2. Semester BA Public Relations).


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