Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Alumni-Portrait | Anne Keppler

Anne KepplerAnne Keppler arbeitet als Volontärin bei Eins A Kommunikation in Hannover. Im Alumni-Portrait berichtet Anne nicht nur von ihrem Berufseinstieg nach dem Studium, sondern auch von der Bedeutung von Ehrenämtern in Verbänden wie dem PRSH oder der DPRG für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung.

Wie hast du den Berufseinstieg nach dem Studium geschafft?

Ich habe den Berufseinstieg eher während des Studiums geschafft als danach. Meine Praxisphase des PR-Studiums an der Hochschule Hannover habe ich bewusst bei einer kleinen Agentur gemacht. Zum einen lernt man in einer Agentur am besten das Handwerkszeug der PR kennen und zum anderen hat man in einem kleineren Unternehmen (was eine Agentur ja auch immer ist) bessere Möglichkeiten, sich zu beweisen. In großen Konzernen/Agenturen geht man in der Masse häufig unter. So landete ich dann bei Eins A Kommunikation in Hannover – einer Agentur, die sowohl strategische Beratung als auch Umsetzung anbietet und sich auf die Kernbranchen Energie und Tourismus spezialisiert hat. Dort habe ich versucht, mich so gut es ging in die alltägliche Arbeit einzubringen und wurde anschließend als freie Mitarbeiterin eingestellt. Also habe ich die letzten zwei Semester parallel zu meinem Studium dort gearbeitet. Daraus ergab sich dann für mich die Möglichkeit als Volontärin bei Eins A Kommunikation direkt nach dem Studium in den Beruf einzusteigen. Es war also insgesamt ein fließender Übergang.

Wenn du dich an deine Studienzeit an der Hochschule Hannover zurück erinnerst, was vermisst du am meisten?

Wenn ich ganz ehrlich bin: hauptsächlich das Ausschlafen und meine Kommilitonen. Ansonsten muss ich sagen, dass ich den geregelten Alltag mag, den man automatisch hat, wenn man arbeiten geht. Man kann abends guten Gewissens auf der Couch liegen, ohne daran zu denken, dass man ja eigentlich noch dieses oder jenes für die Uni tun könnte. Dafür gehe ich auch gerne ein paar Stunden mehr am Tag zur Arbeit als ich früher zu Vorlesungen gegangen bin.

Inwieweit hat dir der PRSH e.V. für deine Zukunft geholfen?

Der PRSH bietet Raum für Fehler: Hier kann man in jungen Jahren ohne Druck schon selbstständig Veranstaltungen organisieren und bekommt ein Gespür für die Verbandsarbeit mit all seinen Regeln und Anforderungen. Das kann später im Beruf nur von Vorteil sein. Darüber hinaus bekommt man erste Einblicke in die Branche, da der PRSH weitläufig bekannt ist und namenhafte Praktiker für seine Veranstaltungen gewinnen kann. Ich bin immer gerne zu den Events gegangen, weil sie einem ein bisschen von der Angst genommen haben, die man angesichts der ungewissen Zukunft oft spürt. Die Redner und Diskutierenden auf dem Podium sind eben auch nur Menschen und ein Beispiel dafür, dass der Berufseinstieg kein Hexenwerk sein muss.

Wie schätzt du die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung im Bereich PR und Kommunikationsmanagement für das Berufsleben ein?

Sie ist elementar. Unabhängig davon ob man wirklich immer alles im späteren Leben gebrauchen kann, was man im Studium so lernt und anwendet, ist eine wissenschaftliche Ausbildung im PR-Bereich ganz einfach Einstiegsvoraussetzung. Ähnlich wie in anderen Jobs auch wird von uns ein gewisser akademischer Grad erwartet, bevor wir in den PR-Beruf gelangen können. Verglichen mit Chemikern u.ä., die ohne Doktortitel keinen Job finden, finde ich das in der PR-Branche aber auch noch human. Ob es nun immer der Master sein muss, wage ich allerdings zu bezweifeln. Ich denke, dass beim Berufseinstieg auch viel die Persönlichkeit des Bewerbers mit hineinspielt, da unser Job im Alltag nicht nur aus Kommunikations-Theorien und Konzepten besteht. Meine Erfahrung ist, dass man vor allem den Ehrgeiz braucht, sich durch Praktika und ihre unterschiedlichen Anforderungen durchzubeißen (der alte Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ hat eben mehr als nur einen Funken Wahrheit in sich) und eine gesunde Portion Menschenkenntnis ist ebenfalls sehr wichtig. Man muss sich in Menschen hineinversetzen können, damit man versteht, was sie von einem Unternehmen erwarten. Das kann man in keinem Studium der Welt lernen.

Was rätst du Studienanfängern und angehenden Absolventen für die Zukunft?

Beißt euch durch! Habt den Glauben an euch, dass ihr den Berufseinstieg schafft, aber seid auch bereit zu ackern und zu lernen. Berufserfahrung ist das wichtigste in unserem Job, wir wachsen nun mal in der „Generation Praktikum“ auf. Also: Probiert euch so viel wie möglich selbst aus, in dem ihr euer Praktikum im vierten Semester nicht nur als Pflicht sondern auch als Chance betrachtet. Und Ehrenämter in Verbänden wie dem PRSH oder der DPRG können ebenfalls sehr nützlich sein, um zusätzliche Erfahrungen zu sammeln und sich persönlich weiterzuentwickeln.
Eine gute Möglichkeit, um einen Eindruck von der PR-Branche zu gewinnen, kann übrigens auch eine praxisnahe Bachelorarbeit sein. Damit habe ich persönlich sehr gute Erfahrungen gesammelt, indem ich Experteninterviews in meine Abschlussarbeit habe einfließen lassen. So kam ich wieder in den Kontakt zu PR-Praktikern. Häufig sind Unternehmen oder PR-Agenturen dazu bereit, eine Abschlussarbeit zu betreuen. So kommt man an diese Kontakte relativ leicht ran. Also: einfach beim Praktikum mal nachfragen!

Das Interview führte Charleen Günther (3. Semester BA Public Relations).


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.