Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Alumni-Portrait | Dirk Heitepriem

Dirk Heitepriem ist Manager der Governmental Relations bei BlackBerry. Bevor er sein Studium der Public Relations / Öffentlichkeitsarbeit im Jahre 2005 beendet hatte, arbeitete er zuvor schon als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundestag in Berlin. Nach anschließender Tätigkeit in einer Kommunikationsagentur führte sein Weg zu BlackBerry, wo er nun seit fünf Jahren angestellt ist. Heute stellt er sich unseren Fragen im Alumni-Portrait.

image Dirk HeitepriemWie hast du den Berufseinstieg nach dem Studium geschafft? Und was machst du heute?

Ich hatte damals viel Glück. Ich habe eigentlich schon vor Ende meines Studiums in Berlin angefangen zu arbeiten. Das Timing passte einfach. Es waren gerade Bundestagswahlen und nach der Wahl gab es einen großen Bedarf in Berlin an guten Mitarbeitern im Bundestag. Meine politische Arbeit während des Studiums halft mir damals Angebote zu bekommen, schon während ich noch an meiner Abschlussarbeit tüftelte nach Berlin zu gehen und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag zu werden. Das war am Ende natürlich ein hervorragender Einstieg ins Berufsleben und hat mir viele Türen geöffnet. Über den Umweg einer Kommuniktionsagentur bin ich bei BlackBerry gelandet und bin nun schon seit fünf Jahren dabei. Heute verantworte ich die Government Relations (oder landläufiger die Lobbyarbeit) für BlackBerry in über 30 Ländern in Europa, Afrika und dem Nahen Osten. So bin ich unter anderem für Deutschland, Großbritannien oder die Vereinigten Arabischen Emirate zuständig.                                                                                                                                                                                                                                                                                    

Wenn du dich an deine Studienzeit an der Hochschule Hannover zurück erinnerst, was vermisst du am meisten?

Vermissen ist sicherlich nicht das richtige Wort in diesem Zusammenhang. Je länger mein Abschluss in Hannover her ist, um so mehr wird mir bewusst, dass vieles einfach richtig gut war. Zu allererst Zeit. Ich dachte während des Studiums immer: „Oh man ist das hier stressig. Mit normalen Studentenleben hat das nichts zu tun!“ Heute wäre es schön, wieder so viel Zeit im Leben zu haben. Es ist nicht immer leicht Familie und einen Beruf, in dem das Flugzeug zum präferierten Fortbewegungsmittel geworden ist, unter einen Hut zu bekommen. Darüber hinaus war der Zusammenhalt während des Studiums schon einmalig. Wir waren ein solch kleines Team, dass wir uns auf jeden anderen verlassen mussten und auch konnten. Vor allem war damals die Expo-Plaza ein wahres Niemandsland. Da gab es nur die paar Studenten und ein paar mal im Jahr die Messebesucher. Das war schon eine besondere – wenn auch manchmal merkwürdige Atmosphäre. 

Inwieweit hat dir der PRSH e.V. für deine Zukunft geholfen?

Nun ja ich entstamme noch aus der Pre-PRSH Ära. Sowas gab es bei uns noch nicht und im Nachhinein ist das eigentlich sehr schade. Wir hätten eigentlich auch auf die Idee kommen können. Das hätte sicher geholfen. Heute denke ich: Der PRSH hat viele Vorteile, die wir noch besser nutzen müssen. Eine Vernetzung unter den ehemaligen Studenten kann einen jeden von uns weiter bringen – und sei es auch nur um Best- oder Worst-Practices zu teilen. 

Wie schätzt du die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung im Bereich PR und Kommunikationsmanagement für das Berufsleben ein?

Auch wenns abgedroschen klingt – Praxis ist wichtig – aber nicht alles. Ich selbst bin heute eigentlich nicht mehr in einem der klassischen Kommunikationsjobs tätig. Trotzdem begegne ich täglich Situationen, bei denen ich über meine wissenschaftlichen Hintergründen einen Vorteil gegenüber anderen habe. Mein Job heute hat viel damit zu tun zu verstehen, wie Menschen funktionieren. Warum reagieren Menschen wie sie es tun? Welche Informationen benötigen sie zur Meinungsbildung? Wie wird meine Information aufgenommen und wie vermittle ich sie am besten? All das sind Fragestellungen, die mehr als nur Praxiserfahrung benötigen, sondern fachliches Know-How. Am Ende des Tage hilft uns eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung auf dem Weg zu einer wahren Profession des Kommunikators. Kommunikation ist für mich heute mehr als ein Beruf für Quereinsteiger – es ist ein Beruf, der eine solide wissenschaftliche Ausbildung benötigt, kombiniert mit einer guten Portion Menschenkenntniss und Fachwissen im jeweiligen Spezialgebiet.

Was rätst du Studienanfängern und angehenden Absolventen für die Zukunft?

Ich denke, es ist extrem wichtig sich schon während des Studiums klar zu machen, wo man sich mittelfristig sieht. Bin ich ein Agenturmensch? Will ich ins Unternehmen? Welchen Fachbereich finde ich besonders spannend? Je klarer ich mich fokussieren kann, umso interessanter bin ich für den Arbeitsmarkt. Wenn ich mein Beispiel nehme, gibt es in Deutschland nicht viele Lobbyisten im IT und Sicherheitsumfeld. Wir kennen uns wahrscheinlich sogar alle untereinander. Auf der anderen Seite ist der Lernprozess länger als ich je gedacht habe. Nach dem Studium dachte ich: Ich kann alles. Das konnte ich natürlich nicht und das musste ich erst einmal für mich akzeptieren. Der Vorteil jedoch ist, dass ich durch das Studium die perfekten Anlagen hatte, mich innerhalb kürzester Zeit in vieles hineinzuarbeiten. Last but not least bin ich fest davon überzeugt, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, Kommunikationsprofis immer stärker benötigt werden. Das sind hervorragende Zukunftsaussichten für unsere Profession, bedeutet aber auch, dass wir uns vermehrt in komplexe Themen hineinarbeiten müssen. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, mich mal mit IT Sicherheit zu beschäftigen. Heute bin ich vielleicht kein Experte, aber doch sehr tief in die Thematik eingetaucht und kann die notwendige Übersetzungsleistung von Experten zur Politik leisten.

Das Interview führte Linh Nguyen (3. Semester Bachelor Public Relations).


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