Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Björn Eichstädt

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Björn Eichstädt bei ThePitch No. 3 im März 2015

Björn Eichstädt ist Geschäftsführer von Storymaker – Storymaker unterstützt seit 2001 technologiegetriebenen Unternehmen, ihre Corporate Story zu finden und diese den Medien, den Online-Communities, Kunden und Mitarbeitern zu vermitteln. Durch Public Relations, digitale Kommunikation, Video und Corporate-Publishing – in Deutschland und China. Die Motivation des Unternehmens: Die Kunst aus Unternehmen Erfolgsgeschichten zu machen.

Björn Eichstädt (40) | Geschäftsführender Gesellschafter bei Storymaker Agentur für Public Relations GmbH 

Public Relations bedeutet für mich vor einigen Jahren, als die erste Welle des Themas Web 2.0 und Social Media durch die PR schwappte, ist ein Buch in Amerika erschienen mit dem Titel: „Bringing the Public back in Public Relations“. Für mich war das damals ein sehr treffender Titel, weil PR gerade in Deutschland gerne als Synonym für Pressearbeit gesehen wurde. Kunden haben gar von ihrer Presseagentur, nicht von ihrer PR-Agentur gesprochen. Wir als Agentur haben das nie so gesehen, sondern für uns ging es immer um die Frage: Wie erreiche ich die relevanten Öffentlichkeiten? Heute geht es nicht mehr nur um das Erreichen der Öffentlichkeiten, sondern durch den geschaffenen Rückkanal um das Interagieren mit ihnen. Generell würde ich sagen: PR ist die Arbeit an der Schnittstelle zur Öffentlichkeit.

Ich liebe meinen Beruf, weil er sehr vielseitig ist und mir unglaublich viele Möglichkeiten des Arbeitens gibt. Ich kann strategisch arbeiten, ich kann konzeptionell arbeiten, ich kann wenn ich möchte operativ arbeiten, ich kann mit unterschiedlichen Formen von Inhalten arbeiten. Ich komme in sehr kurzen Taktungen mit spannenden Unternehmen und Leuten in Kontakt.
Ich glaube für den Nachwuchs ist es wichtig, dass man diese Vielseitigkeit nicht als gegeben ansieht, sondern sich diese auch selber schafft. Ich denke, wenn man hier sehr aktiv ist, hat man in diesem Bereich die Chance alles Mögliche zu machen.

Die bedeutsamsten Herausforderungen der Zukunft im Bereich PR sehe ich in ich glaube eine zentrale Herausforderung wird es sein, aufgrund des immer größer werdenden Outputs an Inhalten, an Kommunikation etc. weiterhin zu den Bezugsgruppen durchzudringen – und zwar nachhaltig. Natürlich kann man mit ganz tollen PR-Stunts, Social Media-Aktivitäten usw. immer mal einen Peak schaffen, aber dieser ist innerhalb einer Woche wieder vergessen. Es stellt sich die Frage: Wie etabliere ich eine Marke, ein Unternehmen, ein Produkt nachhaltig in einer riesigen Flut an Kommunikation?

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem aufgrund des zuvor Gesagten: Durchhaltevermögen haben!

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ichich selber habe ja einen völlig anderen Hintergrund als ihr hier. Meine jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen Studiengang im Bereich Kommunikationsmanagement hinter sich haben, bringen durch die Bank weg sehr gute Skills und Grundlagen mit. Die Ausbildung hilft sicherlich bei einem schnelleren Einstieg ins Berufsleben. Ich würde trotzdem jedem empfehlen, der im Kommunikationsbereich erfolgreich sein möchte, sich darüber hinaus mit anderen Themen zu beschäftigen. Eine solche Ausbildung ist eine gute Basis. Um jedoch die heutigen Herausforderungen erfolgreich zu meistern, würde ich empfehlen, sich zusätzlich ein bis zwei weitere Interessens- bzw. Themengebiete zu suchen.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch auf den Weg geben möchte
(für ihren weiteren akademischen und beruflichen Werdegang) Was ich bei vielen der aktuellen Studierenden sehe, ist, dass es ihnen sehr schwer fällt in den 20ern eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen. Ich kann jedem versprechen: Es wird besser mit den Jahren! Man wird gelassener! Vertraut darauf, und seit im Moment so wie ihr seid – ungeduldig, aber wundert euch nicht, wenn nicht alles sofort so passiert, wie ihr es euch erwünscht!

Ein Interview von Michaela Steigerwald (MA Kommunikationsmanagement 4. Semester)


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