Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PRSH-Rückblick | Kommt nach Cannes!

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PR-Studierende Katalin Genius bei den Cannes Lions 2015

“#ThePitch” – eigentlich eine PRSH-Veranstaltung, bei der Agenturchefs um die Gunst der Studierenden pitchen sollen. Mirko Kaminski, CEO der Hamburger Kommunikationsagentur „achtung!“ drehte spontan den Spieß um und ließ uns Studenten untereinander pitchen. Die Aufgabe: In einem Satz sollte jeder seine Faszination über PR beschreiben. Inspiriert durch die vorhergegangen kreativen Vorträge lautete mein Satz: „Durch Leidenschaft und Empathie kann ich in der PR Veränderungen schaffen, Menschen berühren und bewegen – und das will ich!!!“ Mein großartiger Gewinn: Eine viertägige Reise zu den diesjährigen “Cannes Lions – Festival of Creativity”, vom 21. – 24. Juni 2015.

Offengestanden war mir bis dato das Ausmaß dieses Gewinns nicht ganz bewusst war. Ich kannte IMG_5643die Cannes Lions vom Hören, mehr aber auch nicht. Das ändert sich schnell: Anhand von Facebook, der offiziellen Cannes Lions-App und der Website versuchte ich mir einen Eindruck und vor allem einen Überblick zu verschaffen, was mich dort im Juni erwarten würde. Der Clou – beinahe täglich wurden neue Redner, Workshops und Events angekündigt – und ich war erschlagen. Was sollte ich mir in den Tagen alles anschauen? Und wovon würde ich als Studentin profitieren? Letztendlich lief es darauf hinaus, dass ich mich für drei Sessions entschied, die ich auf keinen Fall verpassen wollte: “Creativity is the only way to survive, unter anderem mit Viola Davis, “When new just isn’t enough, mit „Edelman“ CEO Richard Edelman und Starkoch Jamie Oliver, sowie die Google Session “Where ISIS and Seth Rogen meet: Standing up for free expression while combating the worst, mit Dave Drummond und Victoria Grand. Den Rest wollte ich vor Ort entscheiden.

Cannes erstrahlte in der Mittagssonne: 27 Grad, keine Wolke am Himmel. Dort angekommen bekam ich mein persönliches Badge, das Eintrittsticket für alle Veranstaltungen. Das Festivalgelände direkt am Strand, die vielen Menschen, verschiedene Sprachen, das große Angebot – einfach genial und überwältigend zugleich. Als hilfreich erwies sich die How to Cannes-Tour über das Gelände. Dadurch wusste ich gleich, wo und wann ich mich für welche Session anstellen sollte und lernte sofort neue Leute kennen. Und so war es jeden Tag.

In den Montagmorgen startete ich mit der “Creativity is the only way to surviveSession. Schauspielerin Viola Davis, Executive Producer Betsy Beers und Drehbuchautor Pete Nowalk unterhielten sich in entspannter Atmosphäre über die Entstehungsgeschichten von How to get away with murder, Grey’s Anatomyund Co. Die ein oder andere mag sich vielleicht noch an die erste Szene der ersten Staffel von Grey’s erinnern – Meredith Grey und McDreamy trafen sich nach einem One-Night-Stand quasi unbekannterweise am neuen Arbeitsplatz. Woher die Idee kam? Betsy Beers hat es selbst erlebt. Großes Gelächter im Publikum.

Letztendlich habe ich neben den anderen Events sechs Sessions in zwei Tagen besucht, mehr hätte ich zeitlich kaum geschafft. Eine der beeindruckendsten Sessions vielleicht war am Dienstag von Google. Victoria Grand und Dave Drummond sprachen über ein Thema, was im ersten Moment nicht so bahnbrechend neu und sensationell klingt – die zunehmende Wichtigkeit des Internets und die immer größer werdende Bedeutung von Youtube. Die Art und Weise, wie Grand und Drummond das Thema präsentierten und das Publikum interaktiv einbezogen, fesselte und begeisterte mich.

Die beiden berichteten über Gangnam Style, mit mehr als zwei Millionen Aufrufen täglich immer noch das meistgesehenste Video der Welt. Aus allen Ecken der Welt würden jeden Tag mehrere Millionen Videoclips auf Youtube hochgeladen werden, doch die seien nicht immer in allen Ländern zugelassen. Grand und Drummond beschrieben die auch damit einhergehenden Schwierigkeiten: Welche Videos sind auf Youtube (in welchen Ländern) erlaubt? Sind manche Videos zu sexistisch (wie bspw. Blurred Lines von Robin Thicke) oder gar lebensgefährlich (Stunts, Deospray einatmen o.ä.). Victoria Grand zeigte Videos, ließ das Publikum abstimmen und erklärte im Nachhinein warum sie sich für oder gegen die Zulassung jeweiliger Videos entschieden habe. Am Ende gab es großen Applaus für zwei großartige Redner.

Die Sessions im “Palais des Festivals” dauerten meist zwischen 30 und 45 Minuten. Wenn der Kopf nach dem vielen Input ein bisschen Pause brauchte, konnte ich zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden: Ob Mittagessen beim Facebook-Beach, Entspannung beim Google Beach, iPhone aufladen beim “Charging Point” oder einfach Networking in der Cannes Connect Bar… Letztere bot auch die Möglichkeit, Sessions via Livestream mitverfolgen zu können, wenn die Räumlichkeiten überfüllt waren. Das war vor allem der Fall, wenn Prominenz eingeladen war. Am Dienstagmorgen führte Ryan Seacrest ein Interview mit Pharrell Williams zum Thema “Unleashing creativity through colloboration. Die Schlange ging über zwei Stockwerke im Palais. Vertreiben konnte man sich das Warten mit der „Cannes Lions App“. Fast stündlich kamen neue Updates, wie bspw. die Shortlist mit den Nominierten für die goldenen Löwen.

annesZu meiner Freude fanden sowohl am Montag als auch am Dienstagabend „Award Ceremonies“ statt. Erstmals gab es in diesem Jahr auch den “Glass Lion”, einen Löwen, der Arbeiten auszeichnet, die bspw. mit Frauen-Klischees brechen. Die Gewinner der „bronzenen“ und „silbernen“ Löwen wurden während der Verleihung erwähnt, gezeigt wurden allerdings nur die Clips / Fotos der „Gold-Gewinner“. Mehrfacher Preisträger war u.a. die Always-Kampagne “Like A Girl”, sowie die bekannte “ALS Ice-Bucket-Challenge”. Ein goldener und ein silberner Löwe gingen an die großartige Kampagne aus Deutschland, „Rechts gegen Rechts“.

Bis zum Zeitpunkt meiner Reise nach Cannes wusste ich nicht, was mich dort tatsächlich erwarten würde. Nichts war vergleichbar mit dem Erlebnis vor Ort. Denn die „Cannes Lions“ bieten eine wahre Vielfalt davon. Ich durfte Größen der Branche zuhören und Anregungen für mich mitnehmen. Und auch abseits der Sessions trifft man auf so viele kreative Köpfe, hat interessante und inspirierende Gespräche.

Dass ich die diesjährigen „Cannes Lions“ dank „achtung!“ und Mirko Kaminski miterleben durfte, ist für mich sehr wertvoll. Die Leute, die an den Cannes Lions teilnehmen, sind von ihrer Arbeit begeistert. Sie leben es. Und diese Begeisterung ist immer zu spüren, ob bei den Sessions, in Gesprächen oder in den Kampagnen. Man bekommt überall das Gefühl vermittelt: Alles ist möglich, man muss sich nur trauen.

Ein Beitrag von Katalin Genius (BA Public Relations 2. Semester)

 

Video-Interview mit Mirko Kaminski von achtung!

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