Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Alexander Brincker

BrinckerAlexander Brincker studierte Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Angewandte Kulturwissenschaften an der Westfälische Wilhelms-Universität in Münster. Seit 2004 arbeitet er bei der Agentur Ketchum Pleon. Heute ist er Business Director des Berliner Büros bei Ketchum Pleon. Seine Expertisefelder sind: Politische Kommunikation, Strategieberatung
und Campaigning.

Alexander Brincker (38) | Business Director bei Ketchum Pleon

Public Relations bedeutet für mich die tägliche Herausforderung, relevante Inhalte zu entwickeln und gegenüber unterschiedlichen Stakeholdern wirksam zu kommunizieren. PR sollte immer darauf hinwirken, die Reputation von Unternehmen oder Organisationen positiv zu verändern. Es geht darum, Vertrauen innerhalb der Zielgruppen zu stärken, Verständnis und Akzeptanz zu erreichen bis dahin, Begeisterung auszulösen. In jedem Fall plant, steuert und kontrolliert sie Kommunikation. Von daher ist und bleibt PR eine der strategischen Aufgabe eines Unternehmens bzw. einer Organisation.

Ich liebe meinen Beruf, weil er mir viel Freiheit gibt und unberechenbar ist. Und das im durch und durch positiven Sinne. Mich motiviert jedes Mal aufs Neue, dass ich montags nicht genau weiß, was die Woche bringt. Arbeit nach Fahrplan in einer eingefahrenen Struktur wäre wahrscheinlich nichts für mich. Neben der großen Themenvielfalt treiben mich vor allem die Dynamik in der Kundenberatung und die Zusammenarbeit mit vielen jungen, neugierigen Kollegen an. Gemeinsam mit dem Team am Ende der Woche zu sagen, dass wir wieder etwas bewegt haben, gibt mir viel zurück!

Die bedeutsamsten Herausforderungen der Zukunft im Bereich PR sehe ich in der Zwickmühle zwischen rasantem digitalen Wandel und Kommunikationswirksamkeit. Zum Thema Wirksamkeit ist schon genug geschrieben, leider mit immer noch zu wenig gesicherten Ergebnissen. Was ich in der aktuellen Transformationsphase, in der sich die PR befindet, spannend finde ist, wie der Umgang mit der Echtzeit-Verfügbarkeit und dem ständigen Zuwachs an Informationen gelingt. Das klingt profan, ist es aber nicht. PR muss sich der digitalen Durchdringung unseres gesamten (Arbeits-)Alltags stellen und das tut sie – wie ich finde – auch schon ganz gut. Eine der wesentlichen Fragen für jeden PR-Manager wird sein, ob Algorithmen für oder (teilweise) statt des PR-Profis arbeiten. Auch deshalb sollten sich PR-Profis von heute als Manager im sozialen Raum verstehen und damit einen Mehrwert für sich selbst und für ihre Kunden generieren.

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem vernetzt und digital denken. Sorry, dass schon wieder das Buzzword „digital“ kommt. PR-Profis sind mehr und mehr Wissensmanager im digitalen Kosmos. Wer hier nicht zu Hause ist und darin vernetzt denken und handeln kann, sollte einen Bogen um die Kommunikationsbranche machen. Ein überzeugender PR-Berater kann über mehrere Disziplinen hinweg denken und versteht sich als Generalist. Aber Achtung! Das bedeutet nicht, dass man nicht in einer Disziplin oder in einem Themenbereich Spezialist sein kann – ganz im Gegenteil. Ich empfehle jedem angehenden PR-Profi, sich gezielt seinen Bereich bzw. sein Thema zu erarbeiten.

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PRSH-Vorstand mit Alexander Brincker (links) und Daniel Klinge (rechts) von Ketchum Pleon Deutschland

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ich als Wissensfundament wichtig, es geht aber auch ohne. Kommunikation kann man nicht nach Lehrbuch lernen, man muss sie machen. Das bringt nicht nur die nötige Erfahrung, sondern macht auch Spaß. Praktika oder eine Kooperation bei der Abschlussarbeit sind natürlich gute Gelegenheiten konkrete Einblicke in die tägliche Kommunikationsarbeit zu bekommen und frühzeitig zu erkennen, worauf es ankommt.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch auf den Weg geben möchte: Seid neugierig! Und zwar immer. Die Lust, neue Inhalte und vor allem neue Menschen kennenzulernen sind ideale Trigger, um in der Branche Fuß zu fassen und vor allem diese weiterzuentwickeln. Seid euch für nichts zu schade. Vor allem in der frühen Phase eurer Karriere werdet ihr auch Aufgaben bearbeiten müssen, die nicht so viel Spaß machen. Aber auch die sind wichtig und gehören zum Handwerkszeug einfach dazu. Und am Ende: Habt Spaß bei allem!

Ein Interview von Loreen Abedi & Jan Reinholz (4. Semester Public Relations)


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