Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PRSH-Karrieretag | Der Nachbericht

Unter dem Motto „ARE YOU READY FOR THE NEXT LEVEL“ lud der PRSH am 13. November 2015 zum 2. PRSH-Karrieretag ein. 12 geladene Referenten aus Wissenschaft und Praxis diskutierten in drei Panels über die Anforderungen an Kommunikationsprofis von morgen.

Gerade die Kommunikationsbranche bietet eine Fülle von Jobs. Der PRSH-Karrieretag stand daher ganz im Zeichen der Berufseinsteiger und ihren Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Die Eröffnung des Karrieretags übernahm der PRSH-Vorstand. Mit einem kurzen Blick auf sechs Jahre Vereinsarbeit, stand der Fokus vor allem auf dem großen Ziel des Vereins: Zusammen mit der Hochschule Hannover als Garant für Qualität in der Kommunikationsbranche zu stehen  – frei nach dem eigens kreierten Slogan der Studierenden: MADE IN HANNOVER – MADE BY PRSH.

Keynote_Thomas LuedekeDen Einstieg gestaltete Keynote-Speaker Thomas Lüdeke nach dem Veranstaltungs-Motto #thenextlevel. Inhaltlich drehte sich natürlich alles um den Themenbereich Karriere. Aufgeteilt in drei Level beschrieb Lüdeke den Weg vom Studium, zum Berufseinstieg sowie zum (möglichen) Aufstieg.

„Scheitern ist auch in der Karriere erlaubt!“ so Thomas Lüdeke. Selber scheitern sei nicht schlimm, sondern ganz gut für den weiteren Weg und die eigene Entwicklung, sowohl im Studium als auch im Job. „Aktuell gibt es mehr Bewerber als es Vakanzen gibt“, erklärte Lüdeke. Der große Bewerbungsmarkt fordere Fachkräfte, aber auch Leute die den Mut haben Verantwortung zu übernehmen. Als Tipp gab der Fachmann für Recruiting und Kommunikation den Studierenden mit: „Schnell aufsteigen klingt zwar verlockend, aber alle kleinen Zwischenschritte sind nötig für die eigentliche Entfaltung und Entwicklung.“

Nach der Eröffnung und einer inspirierenden Keynote ging es mit insgesamt drei Podiumsdiskussionen weiter.

Level 1: Next Communication – Anforderungen an den PR-Nachwuchs von morgen!

Podium 1Die erste Podiumsdiskussion fand zum Thema „Next Communication – Anforderungen an den PR-Nachwuchs von morgen!“ statt. Unter der Moderation von Dr. Annika Schach diskutierten Frank Schönrock (Grayling), Daniel J. Hanke (Klenk & Hoursch AG​) Andreas Fischer  (Swiss Life​) und Wolfgang Kossert (Deutsche Messe AG​) über zukünftige Anforderungen an Kommunikationsprofis.

 

Wie sollten Kommunikateure in Zukunft arbeiten? Vor allem auf Augenhöhe und mit Mut, Verantwortung und Empathie. Dies sind die drei Fertigkeiten auf denen es künftig noch mehr ankommen wird, da war sich das Panel sicher. Doch „neue Skills“ waren nicht das einzige, was die Professionals an notwendigen Bedingungen identifizierten. „Das Grundhandwerk wie das Texten muss gelernt sein, der Rest ‪ist on the job lernbar“, beschrieb Frank Schönrock. Der Textbegriff verändert sich; Text kann heute Infografik, Bewegtbild und auch klassische Pressemitteilung bedeuten. „Zudem sind Betriebswirtschaftliche Kenntnisse heutzutage durchaus wichtig“, fügte Andreas Fischer von Swiss Life hinzu. Darüber hinaus erwarte er Engagement und Fleiß von zukünftigen Berufseinsteigern.

 

Die Gretchenfrage: Bachelor oder Master

Der reine Bachelorabschluss scheint vielen Arbeitgeber nicht mehr auszureichen: Der Masterabschluss als Pflicht für gute Jobs? Ein Bachelorstudiengang mit anerkanntem Abschluss ist ein vollwertiges Studium, das Methodenkompetenzen und grundlegende wissenschaftliche Inhalte vermittelt und zu einem Beruf qualifiziert. Doch auch hier war sich das Panel einig – Absolventen mit Masterabschluss erwünscht!

Auch die Frage von Frauen in Führungspositionen zeigte sich in der Diskussion. „Das Thema muss generell ernster genommen werden“, sagte Daniel J. Hanke. „Sachen die man nicht vor sich sieht, blendet man häufig sehr gut aus; es wird zwar häufig darüber geredet, jedoch fehlen die nötigen Handlungsanweisungen und Kompetenzen.“

Das Fazit von Level 1: Agilität im Kopf – die Welt der Kommunikation ist bunt und genauso müssen künftige Bewerber aufgestellt sein! Karrieren laufen allerdings nicht nur über Titel und Schulterklopfen, aber ein Masterabschluss halten die Diskutanten (trotz Leidenschaft für den Beruf) als Schlüssel zum Einstieg in die Kommunikation.

Level 2: Next Digital Leadership – Kommunikation neu denken!

IMG_9289Im Rahmen des Podiums „Next Digital Leadership – Kommunikation neu denken!“ wurde zur Diskussion gestellt, welchen Beitrag die Digitalisierung in der Kommunikation darstellt und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. In dieser Runde diskutierten, Andreas Grafemeyer (Bertelsmann​), Danny Schwarze (Edelman​), Jens Cornelißen (Lautenbach Sass) und Thomas Lüdeke (PR Career Center​) unter der Moderation von Prof. Dr. Ewald Wessling.

 

Den Einstieg eröffnete Prof. Dr. Ewald Wessling mit einem 60-sekündigen Elevator Pitch. Danach ging es kommunikativ zur Sache: Wie ändern sich künftige Denkweisen von Kommunikatoren und wie ändern sie sich wegen Technologien? Der digitale Wandel treibt die Veränderung vieler Geschäftsmodelle und auch die Unternehmenskommunikation voran. Völlig neue Denkmodelle sind eine Art Grundvoraussetzung für Kommunikationsprofis von morgen. „Digitalisierung ist eine große Chance für uns alle. Es gibt allerdings wenige Unternehmen mit handfester Digitalstrategie“, erklärte Andreas Grafemeyer. „Es verändert sich durch Echtzeitkommunikation und Bewegtbild aber etwas viel Größeres als nur Kommunikation“, fügte Jens Cornelißen hinzu.

Müssen Kommunikationstudierende in sozialen Netzwerken aktiv sein?

Zwischen Facebook und Twitter, zwischen Instagram und Snapchat – die Meinung der Referenten war eindeutig. „Aus der Digitalisierung darf sich keiner, der mit Kommunikation und Medien zu tun hat, entziehen“, erklärte Jens Cornelißen. Aber es müsse auch nicht jeder auf jedem sozialen Kanal angemeldet sein. „Es geht darum die sozialen Medien und das Thema der Digitalisierung zu verstehen und damit umgehen zu können. Das Thema digital geht die gesamte Branche etwas an“, fügte Thomas Lüdeke hinzu.

Das Ergebnis im Kern: Klassische PR Berater werden weiterhin bestehen bleiben, ihnen wird aber in Zukunft eine Orchesterfunktion zugeschrieben; mit einem Mix aus klassischer Kommunikation und einem Gespür für neue Denkweisen und einer Offenheit für digitale Strategien. Kommunikation neu denken für die Zukunft bedeutet „Transform your Thinking“, denn fit machen alleine reicht für eine digitale Transformation nicht aus.

 

Level 3: Next Alumni – Chancen & Perspektiven nach dem Studium!

Podium 3Moderiert von Dr. Annika Schach, griff das Podium „Next Alumni – Chancen und Perspektiven nach dem Studium?“ die Frage auf, welche Möglichkeiten sich auf dem Arbeitsmarkt für Berufseinsteiger in der Kommunikation bieten. Diskutiert haben Ilka Glemit (FleishmanHillard​), Attila Söder (JP KOM), Sümeyra Demirci (Blumarble) und Jannik Rust (Robert Bosch Stiftung​).

 

 

Zwischen nützlichen Tipps aus der Praxis erzählten die Diskutanten vor allem von ihren eigenen Erfahrungen aus der Studienzeit sowie der Bewerbungsphase. „Dabei gehörte natürlich auch immer Glück dazu“, beschrieb Sümeyra Demirci. Sie schaffte den Weg zum Chief Communication Officer ganz ohne Bewerbungsgespräch. „Ich habe einfach meine Chance genutzt.“

(Positive) Fehlerkultur als Erfolgsmotor in der Branche

Fehler erlauben, geplant handeln und auch Fehler in Kauf nehmen: „Fehler sind erlaubt, aber den gleichen Fehler macht man nur einmal“, beschrieb Ilka Glemit. Junge Bewerber sollen sich gerne beruflich austoben oder ausprobieren aber „… irgendwann kann die Spielwiese auch trocken werden. Man kann sich also nicht nur die Rosinen herauspicken“, fügte Attila Söder hinzu. Die Persönlichkeit muss einfach zum Unternehmen passen; vieles ist eine Typsache. Auch persönliche Kompetenzen spielen eine große Rolle wie die Teamfähigkeit oder auch die Kritikfähigkeit. „Kritikfähigkeit ist das A und O in der Branche“, erklärte Sümeyra Demirci.

Das (Streit-)Thema Trainee kam natürlich auch nicht zu kurz in der Diskussion. Sollten Kommunikationsprofis ein Traineeship absolvieren oder den direkten Einstieg in die Vollzeitstelle verfolgen? Unsere Alumni schlugen in jedem Fall den Einstieg über ein Trainee vor – als eine Art Königsweg in der PR. Attila Söder forderte sogar eine Art Rebranding des Titels ‚Trainee’. „Letztendlich ist es eine Art erstes Beraterjahr, vielleicht müsste die Beschreibung des Jobtitels einfach angepasst werden“. Auch sollten Young-Professionals bei der Suche nach dem Job nicht nur auf großen Namen achten, sondern auf klare Inhalte. „Weitblick ist in der Branche notwendig – nicht alleine der Markenname zählt“, so Jannik Rust.

Im Rahmen der Verabschiedung aller Gäste kürte der PRSH noch den Top-Twitter-Influencer. Linh Nguyen aus dem 5. Semester Bachelor Public Relations durfte sich über die offizielle Auszeichnung freuen sowie über ein Jahresabo vom Pressesprecher. Zudem gab es eine weitere Überraschung; Dr. Annika Schach wurde offiziell als Ehrenmitglied in das PRSH-Kuratorium aufgenommen. „Dem Vorstand ist es vorbehalten Ehrenmitglieder zu ernennen, die sich in besonderem Maße für die Ziele des Vereins verdient gemacht haben“, erklärte Vorstandsvorsitzende Loreen Abedi.

Nach viel fachlichem Input leitete der PRSH das anschließende Get-Together zum PRSH-Karrieretag ein. Als abschließendes Fazit lässt sich sagen, der Karrieretag zeigte, dass die Kommunikation als Berufsfeld aktuell in Bewegung ist. Auf dem Weg zum nächsten Level sollten Young-Professionals vor allem in der Lage sein Vielfalt zu managen und vielfältig zu denken. Dabei müssen sie reflexionsfähig sein und bei den diversen Themen in die Tiefe zu gehen – dann kann in jedem Fall #thenextlevel der Kommunikation erreicht werden.

Ein Beitrag von Loreen Abedi (BA Public Relations).


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