Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

#Nachwuchsdebatte: Gute Aussichten für den PR-Nachwuchs?

In der bundesweiten #Nachwuchsdebatte zum Thema Berufseinsteiger in der PR-Branche gibt es wieder Neuigkeiten. Die Gesellschaft führender Public Relations Agenturen e.V. (GPRA) hat sich jetzt auf Mindeststandards für Trainees geeinigt. Angestoßen wurde die #Nachwuchsdebatte Ende 2013 von Uwe Kohrs. Der Präsident der GPRA bemängelte die nachlassende Qualität der Agenturbewerber. Mit einer Replik auf die Klage von Kohrs löste der Public Relations Studierende Hannover e.V. (PRSH) eine längst überfällige Debatte um Qualifikation, Bezahlung und Wertschätzung von Berufseinsteigern in der PR- Branche aus. Nun geht die Debatte in eine neue Runde.

Stellungnahme des PRSH e.V.:

PRSH-Vorstand_SS15_Logo

Der PRSH-Vorstand bezieht Stellung zu den GPRA-Standards

 

Nach Festlegung der Mindeststandards für Praktikanten hat die GPRA sich jetzt auf Mindeststandards für Trainees geeinigt. Sie bilden künftig die Basis für die Traineeausbildung in Mitgliedsagenturen der GPRA. Die Dauer des Trainees soll ca. 12-18 Monate umfassen und die Vergütung mindestens 1.600 Euro.

Zunächst möchten wir uns positiv gegenüber den Mindeststandards der GPRA aussprechen. Ein Traineeship bildet einen wichtigen Bestandteil der professionellen PR-Ausbildung. Die nun festgelegten Standards bilden inhaltlich vor allem für kleine Agenturen eine gültige Leitlinie, die dem Start in der Agentur auf beiden Seiten zu Gute kommt.

Die von der GPRA festgelegten Mindeststandards für Trainees tangieren aus unserer Sicht vor allem das Thema „Gehalt” (Punkt 4). Im Hinblick auf eine kostendeckende und wertschätzende Vergütung kommt die GPRA dem PR-Nachwuchs damit in keinster Weise entgegen. Wir sind der Meinung: Berufseinsteiger, die einen akademischen Abschluss und einschlägige Praxiserfahrung vorweisen, sollten auch dementsprechend vergütet werden!


Die #Nachwuchsdebatte auf dem nächsten Level

Bereits 2013 haben wir Vertreter der GPRA zum Dialog aufgerufen, um ein konkretes Anforderungsprofil für Berufseinsteiger zu erarbeiten und uns (PR-Nachwuchs) in den Prozess einzubeziehen. Mittlerweile hat Uwe Kohrs sein Versprechen eingelöst Mindeststandards einzuführen. Doch die finanzielle Wertschätzung hat sich nicht geändert; im Gegenteil – aus den geforderten rund 20.000 Euro für Trainees ist nun ein Mindestbetrag von rund 19.200 Euro geworden.

Insbesondere die Hochschule Hannover bringt mit angewandten Kommunikationsstudiengängen gute bis sehr gute Fachkräfte auf den Markt. Wir sind uns sicher, dass wir mit fundiertem Wissen, hoher Leistungsbereitschaft und Herzblut eine höhere Wertschätzung erwarten dürfen.

Wir möchten nicht sagen, dass die #Nachwuchsdebatte seit 2013 stehen geblieben ist, aber die Frage die sich trotzdem stellt ist: Was kann die GPRA künftig tun, um mehr junge Leute für ein Traineeship in einer PR-Agentur zu begeistern?

 

Ein Geben und Nehmen (zur allgemeinen Motivation)

Wir möchten auch betonen, dass ein großer Faktor bei der Arbeit die Leidenschaft ist – Leidenschaft, die mittlerweile fast jeder Arbeitgeber fordert. Vertrauen und Loyalität sind dabei oft eng miteinander verbunden. Wer in jedem Berufseinsteiger nur noch eine Gehaltszahl sieht, könnte auf lange Sicht viele tolle junge (potentielle) Bewerber verlieren.


Welche Aussichten hat der PR-Nachwuchs nun?

Für uns Berufseinsteiger bleibt nur zu hoffen, dass sich Agenturen vor allem an den inhaltlichen Mindeststandards der GPRA orientieren und sich nicht durch Punkt 4 einer leistungsbezogenen und gerechten Vergütung entziehen.

Außerdem würden wir uns generell einen Dialog auf Augenhöhe wünschen, um gemeinsam mit der GPRA den Nachwuchs zu formen und die Branche insgesamt zu stärken.

 

Nachwuchs-Stimmen aus Hannover im Überblick:

PRSH_Nachwuchsdebatte_Stimmen aus Hannover


One Response so far.

  1. Liebe Hannoveraner PR-Studierende,

    die Debatte ist wichtig und gut. Eure selbstbewusst vorgetragenen Argumente sind beeindruckend. Aber …

    … was ich in der Auseinandersetzung auf beiden Seiten vermisse, ist der Blick über den Home-Bias hinaus. Nicht alle Berufseinsteiger haben einen Bachelor oder Master in PR oder Unternehmenskommunikation in der Tasche. Dabei ist es gerade das theoretische Hintergrundwissen, das den Einstieg und das Verständnis erleichtert. Da sind 12 Monate und selbst 18 Monate oft zu kurz, um das Spektrum der Profession (Integriertes Kommunikationsmanagement) ausüben zu können. Denn darum sollte es gehen: die Fähigkeit, erworbenes theoretisches Wissen praktisch anzuwenden und und in konkreten Situationen praktikable Lösungen entwickeln zu können.

    Deswegen hat das Gehalt – wir honorieren unsere Trainees aktuell mit 21.000 Euro – auch weniger mit Wertschätzung zu tun, als vielmehr mit ökonomischen Zusammenhängen. Da genügt ein Blick in das aktuelle Honorar-Barometer der DPRG und ein Vergleich mit den Vorjahren: kaum Bewegung in den letzten 12 Jahren – teilweise sogar Rückgänge. Ein offene und ehrliche Debatte über eine angemessene Vergütung für Agenturen ist längt überfällig.

    Mit kollegialen Grüßen aus München
    Michael Bürker

    Professor für PR und Kommunikationsmanagement
    Hochschule Macromedia
    Geschäftsführender Gesellschafter
    ComMenDo Agentur für Unternehmenskommunikation

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