Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Alumni-Portrait | Sümeyra Demirci

Ein Beitrag von Natali Dilmann (1. Semester Bachelor Journalistik)

Su meyraSümeyra Demirci studierte an der Hochschule Hannover von 2008 bis 2011 Public Relations und absolvierte von 2011 bis 2014 ihren Master in dem Fach Kommunikationsmanagement. Ihr Auslandssemester machte sie an der Bogazici University in Istanbul mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship. Sie ist bilingual aufgewachsen und spricht Deutsch und Türkisch als Muttersprache sowie verhandlungssicheres Englisch.

 

Wie hast du den Berufseinstieg nach dem Studium geschafft? Und was machst du heute?

Ich habe bereits während des Studiums und auch danach freiberufliche Tätigkeiten ausgeübt. So habe ich kleine Projekte angenommen, Texte geschrieben und Konzepte entworfen. Das war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, weil ich damit in einer kleinen Dimension den Markt austesten konnte. Nach dem Studium bin ich bei blumarble als Chief Communications Officer eingestiegen. Als erstes gemeinsames Projekt haben wir den Onlineshop für den Supermarkt ‚saraymarket‘ gelauncht.

Jetzt arbeite ich als freie PR-Beraterin in Hannover und habe mein Büro in der Halle 96 – dem Zentrum für Kreative von hannoverimpuls. Mir gefällt insbesondere die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Geschäftsfeldentwicklung, Prozessoptimierung und (Web-)Design. Gemeinsam kommen wir nicht nur auf neue Ideen, sondern auch auf ganzheitliche Lösungen.

Wenn du dich an deine Studienzeit an der Hochschule Hannover zurückerinnerst, was vermisst du am meisten?

Ich denke immer gerne an die Zusammenarbeit mit meinen Kommilitonen zurück. Es war toll, bei verschiedenen Projekten den Freiraum zu haben, in welchem wir unsere eigenen Ideen ausprobieren konnten. Es gab auch Momente, an denen wir bis spät abends an einem Ansatz gearbeitet und diesen dann doch verworfen haben. Einen Ansatz zu verwerfen und mit frischen Ideen neu anzufangen, war zwar arbeitsintensiv, jedoch sehr spannend. Auch der Austausch mit den Professoren hat mir sehr gut gefallen.

Inwieweit hat dir der PRSH e.V. für deine Zukunft geholfen?

Bei den PR Lectures und Diskussionsrunden war es für mich sehr interessant, neue Blickwinkel und Best Practices aus der Praxis zu hören. Der PRSH bietet eine gute Gelegenheit, bereits im Studium praxisrelevante Themen mitzugestalten und frühzeitig ein Gespür für die Branche zu entwickeln.

Wie schätzt du die Bedeutung einer wissenschaftlich fundierten Ausbildung im Bereich PR und Kommunikationsmanagement für das Berufsleben ein?

Durch das Studium werden wichtige Kompetenzen vermittelt. PR-Absolventen wissen, wie sie eine Zielgruppe analysieren, Marktrecherchen statistisch auswerten und letztendlich wie sie systematisch vorgehen können. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, sich während des Studiums bereits ein Profil anzueignen. Dadurch gelingt der Berufseinstieg leichter.

Welche Möglichkeiten bieten sich für Berufseinsteiger in der Kommunikation auf dem Arbeitsmarkt?

Die Möglichkeiten sind vielfältiger geworden. Unserer Generation wird mehr Mut abverlangt. Es gibt keinen vorgegebenen Weg. Jeder muss das Passende für sich selbst finden. Meiner Meinung nach gibt es da kein richtig oder falsch. Wer hinfällt, kann wieder aufstehen und weitermachen. Wichtig ist es, eine Vision zu haben und bereit zu sein, darauf hinzuarbeiten.

Würdest du den Studierenden oder Absolventen ein Praktikum im Ausland empfehlen?

Ich habe während des Masterstudiums ein Praktikum bei der Start-Up Beratungs- und Investment-Firma BIC Angel Investments in Istanbul absolviert. Dort habe ich verschiedene Prozesse kennengelernt und zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Eine besonders wertvolle Erkenntnis war für mich, dass sowohl an der Universität als auch in der Berufswelt zum Teil ganz andere Herangehensweisen zur Problemlösung eingesetzt werden, als hier in Deutschland. Mir hat es großen Spaß gemacht, mit Erasmusstudenten aus aller Welt zusammenzuarbeiten. In Istanbul hat mich besonders die Vielfalt fasziniert. Ich möchte diese Erfahrungen nicht missen und kann einen Auslandsaufenthalt auf jeden Fall weiterempfehlen.

Wie wichtig ist für PR die Sprache?

Eine Sprache ist nicht nur zur Verständigung da, sondern ist der Schlüssel zu einer anderen Kultur. Wenn man eine Sprache gut spricht, kann man sich besser in die jeweilige Kultur hinein versetzen und die Mentalität der Menschen besser verstehen. Versucht man beispielsweise, aus der eigenen Muttersprache heraus ein Konzept für eine internationale Firma umzusetzen, würde es nicht immer funktionieren.
Welche Fähigkeiten müssen die Absolventen für den Beruf mitbringen?

Wichtig ist ein gesundes Maß an Empathie, da PR ein Dienstleistungsberuf ist. Unser Beruf erfordert gute Menschenkenntnis. Das Fachwissen wird im PR-Studium vermittelt, was schon eine wesentliche Basis darstellt. Darüber hinaus sollten wir als Berufseinsteiger unser Netzwerk erweitern und lernen, wie Zusammenarbeit funktioniert. Unglaublich wichtig ist die Kritikfähigkeit. Niemand kann alles perfekt machen. Deshalb sind Mentoren hilfreich, die uns als Berufseinsteiger Unterstützung leisten.

Was rätst du Studienanfängern und angehenden Absolventen für die Zukunft?

Unser Beruf ist sehr komplex und vielschichtig. Während des PR-Studiums sind wir mit Fachleuten zusammen. Wenn wir aber in die Gesellschaft gehen und versuchen, unseren Beruf zu erklären, dann ist das schon schwieriger. Wenn Ihr selber wirklich verstanden habt, was Ihr macht, dann könnt Ihr es auch verständlich erklären. Schaut bereits im Studium, welche Ziele Ihr mit Eurem Beruf später erreichen möchtet. Die Studienzeit ist eine wertvolle Zeit, um sich zu orientieren und nicht nur stets darauf zu achten, wie man die nächste Klausur meistert oder einen Einser-Abschluss schafft. Nutzt die Zeit und die Chance, um Eure Persönlichkeit zu entwickeln, Eure Stärken besser zu erkennen und Neues zu lernen.


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