Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Björn Siebke

Fischer_SiebkeEin Interview von Jan Niklas Fischer (Bachelor 2. Semester Public Relations)

Björn Siebke ist 29 Jahre alt und arbeitet als Rechercheur, Reporter und Autor. Darüber hinaus ist er als freier Mitarbeiter des NDR im Recherchepool Hannover tätig. Er bezeichnet sich selbst auf seiner Homepage als „Journalismus-süchtig“.

Björn Siebke (29) | Journalist

 

Public Relations bedeutet für mich…
böse formuliert sind das meine „Gegner“. Nett formuliert weiß ich, dass ich es mit Interessenkommunikation zu tun habe. Damit kann man ganz offen umgehen und in der Regel kommt man gut miteinander klar.

Ich liebe meinen Beruf, weil…
er unglaublich vielfältig ist und ich jeden Tag ein neues Thema habe. Ich kann jeden Tag Erfahrungen machen, die ich sonst niemals in meinem Privatleben machen würde.

Die bedeutsamste Herausforderung der Zukunft im Bereich PR und Journalismus sehe ich in… was die PR angeht passe ich, denn es ist nicht meine Aufgabe mir darüber Gedanken zu machen. Für den Journalismus sehe ich die Aufgabe den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen. Ich habe den Eindruck, dass die Öffentlichkeit in viele Teile zerfällt, gerade mit dem Aufkommen der sozialen Medien, was in gewisser Weise auch „okay“ ist. Aber ich finde es wichtig, dass wieder zusammenzubinden und jeden Tag aufs Neue eine große gemeinsame Öffentlichkeit entstehen zu lassen.

Kommunikations-Profis der Zukunft sollten vor allem…
für alles offen sein, was noch kommt und jeden Tag versuchen die Welt neu zu sehen.

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikation finde ich…
ein zweischneidiges Schwert. Es ist sicher gut, die Hintergründe der Kommunikation genau zu kennen und womöglich sogar wissenschaftlich zu ergründen. Aber mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger finde ich, dass man die Themen über die man redet, sowie deren Hintergründe, gut versteht und man wirklich zu Ende gedacht hat, was man dort erzählt. Wenn man als Journalist über Themen berichtet, muss man sie bis ins Letzte durchdrungen haben, was leider nicht immer möglich ist. Allerdings sollte man versuchen es so oft wie möglich zu schaffen.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch auf den Weg geben möchte:
Neugierig bleiben. Den PR-Leuten empfehle ich PR mit Verantwortung zu machen. Ich als Journalist muss berufsgeleitet davon ausgehen, dass mein Gegenüber interessengeleitet kommuniziert aber auch das kann man unterschiedlich machen. Als Studierende steht ihr da noch ganz am Anfang des Berufslebens und ich wünsche mir, dass PR-Leute ihre Verantwortung kennen, sich als Mittler zwischen den Interessen, die sie vertreten und der Welt des Journalismus sehen und für beide Seiten Verständnis herstellen. Den Journalisten kann ich nur mit auf den Weg geben, den Journalismus hart zu vertreten und weiter für einen unabhängigen Journalismus einzustehen. Vor allem in den Zeiten, wo Verleger sich oft weigern etwas von den guten Erträgen abzugeben und eine Redaktion mit ausreichend Journalisten auszustatten. Zukünftigen Journalisten kann ich nur auffordern, sich die Zeit, die sie zur vollständigen Bearbeitung eines Themas brauchen auch einzufordern und sich selbst ernst zu nehmen. Dazu gehört auch sich mehr zusammenzuschließen. Ich merke oft, dass Journalisten als Einzelkämpfer auftreten und ihre eigenen Interessen als Journalisten nicht ausreichend wahrnehmen. Ich wünsche mir, dass zukünftige Journalisten deutlich machen, dass es in manchen Bereichen so nicht weitergehen kann.

 


Post Tagged with , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.