Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview | Frauke Engel

PRSH_Engel_Wegener

Ein Interview von Annabelle Wegener (6. Semester Bachelor Public Relations)

Frauke Engel kommt aus dem PR-Fach und bringt vielseitige Expertise aus den Bereichen Kultur und Soziales mit. Aus dem Bereich PR-Agentur kommend ist Frauke Engel als Pressesprecherin im Landesverband Niedersachen/Bremen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. tätig. Besonderer Fokus liegt hier derzeit beim Thema Flüchtlinge.

 


Public Relations bedeutet für mich

PR ist sehr umfassend und komplex. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Der PRler benötigt die Fähigkeit das Ganze im Blick zu behalten. Man darf nicht nur den Faktor Marktorientierung sehen, sondern muss auch den Ruf des Unternehmens/der Organisation im Blick behalten. Wichtig ist dabei, Verständnis zu schaffen, Verständigung hervorzurufen und zu vermitteln. PR bedeutet intensiven Dialog zu führen und Kommunikation im besten Sinne zu betreiben.

Ich liebe meinen Beruf, weil
man sehr viel mit Menschen zusammenarbeitet und alle Bereiche der Kommunikation, sei es verbal oder nonverbal nutzen kann. Man leistet Überzeugungsarbeit und hat die Möglichkeit relevanten Content zu entwickeln, neben den klassischen auch in „neuen“ Bereichen wie Social Media.

Die bedeutsamsten Herausforderungen der Zukunft im Bereich PR sehe ich in
den verschiedenen zur Verfügung stehenden Kanälen. Man muss Kommunikationskanäle als das sehen, was sie wirklich sind und sie nicht wahllos nur mit Inhalten befüllen. Zu wissen, welche Kanäle einem zur Verfügung stehen und welche Zielgruppen man dort antrifft, ist wichtig, jedoch nicht ausreichend. Man muss tiefergehend nachfragen, wen man wirklich erreichen möchte und welcher Kanal dafür am besten geeignet ist. Denn das Thema „Online“ wurde noch nicht allumfassend von jedem begriffen.

Die PR-Profis der Zukunft sollten vor allem
sehr viel Weitblick mitbringen, spezialisieren kann man sich immer noch! Weitblick für die Welt in der wir leben und der Blick für Menschen kommt in der heutigen Zeit oft zu kurz. Man darf nicht immer nur die Zielgruppe als Instrument des Marketings sehen, dabei verliert man den Blick für das Ganze, man muss auch den Menschen sehen. Anstatt die Globalisierung dahingehend zu nutzen, verliert man sich immer mehr darin. Daher greifen viele des PR-Nachwuchses zum „Spezialisierungsstrohhalm“, dabei sollten gerade PR-Profis dafür sorgen, Themen und Inhalte in einen großen Zusammenhang zu setzen. Doch ist das ein Privileg, welches man sich inzwischen hart erkämpfen muss.

Eine wissenschaftliche Ausbildung im Bereich Kommunikationsmanagement finde ich
gut und klug. Man muss vielschichtig arbeiten können und da hat eine wissenschaftliche Ausbildung noch nie geschadet – solange sie mit einer guten Praxis einhergeht. Man muss lernen selbstständig verantwortungsvoll zu kommunizieren und Überzeugungstäter sein. Ansonsten ist man für diesen Beruf nicht geeignet. Man ist in dieser Branche ein Kommunikator und sollte das auch immer in den Vordergrund stellen. Dennoch ist eine wissenschaftliche Basis von Vorteil, sie beinhaltet das grundlegende Handwerk und ermöglicht Selbstreflexion und eine eigene Meinung, welche jedoch (wissenschaftlich) fundiert sein sollte. Wissenschaft entwickelt Intellekt. Ob Journalist oder PRler, man wird mit Unmengen an Content konfrontiert und man muss damit umgehen können. Dafür ist eine wissenschaftliche Ausbildung sehr wichtig, solange sie in der Praxis und Realität verwurzelt ist.

Was ich den Studierenden der Hochschule Hannover noch auf den Weg geben möchte:
Man muss mit ganz viel Liebe und Freude am Tun dabei sein. Es wird die Situation kommen, in der jemand dagegen redet und man schlechte Erfahrungen macht. Trotzdem darf man sich die Begeisterung für den Beruf nicht nehmen lassen. Und dazu gehört, sich zu beweisen, zu engagieren, zu überzeugen und Grenzen aufzuzeigen. Es muss eine Berufung sein.


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