Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR – mein Studienstart: Teil 1

Willkommen an der Hochschule Hannover – Du hast es geschafft. Was ist das eigentlich für ein Gefühl, die Zusage zum Wunschstudium zu erhalten? Wie erleben Studenten die ersten Tage? Und wie erklärt man eigentlich seiner Familie, was man denn da genau studiert?

In einer wöchentlichen Kolumne geben PR-Studierende aus dem zweiten Semester Einblicke in ihre Gefühle und Erlebnisse zum Studienstart an der Expo Plaza.

Im ersten Teil berichten Franca Lentz, Johanna Weisig, Michèle Peiffert und Stephan Göttel.

Kopfüber in die Medienwelt
Von schlauen Zitaten, Neubeginnen und der Geschichte, wie mein Studieneinstieg vom Blind Date zur großen Liebe wurde.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“, sprach einst John Lennon. Aus heutiger Sicht würde ich diese Aussage direkt unterschreiben. Denn im August 2015 änderten sich meine bisherigen Pläne durch einen kurzen Anruf schlagartig. Im Nachrückverfahren wurde mir an der Hochschule Hannover ein Studienplatz für den Bachelor der Public Relations zugewiesen und ohne groß zu zögern, sagte ich zu. Die Freude war riesig, denn gerechnet hatte ich mit dieser späten Zusage nicht mehr. Ich würde also das Nest in Schleswig-Holstein verlassen und nach Niedersachsen übersiedeln.
Knall auf Fall ging es in Hannover auf Wohnungssuche, denn schließlich sollte mein Studium in vier Wochen offiziell beginnen. Zum Glück war eine vorübergehende Bleibe schnell gefunden. Die Zeit flog in den Wochen bis zum Umzug nur so an mir vorbei und ich machte mir kaum einen Kopf darüber, wie mein zukünftiges Studium wohl werden würde. Erst in der Nacht vor Beginn der Einführungswoche fing ich an zu grübeln: Was beinhaltet das Studium im Detail? Wird es mir gefallen? Werde ich Anschluss finden? Alle diese Gedanken rotierten wie wild in meinem Kopf. Langsam mischte sich leichte Nervosität unter die Vorfreude.
In den nächsten Wochen stellte sich heraus, dass diese schlaflose Nacht mal wieder für die Katz war. Sowohl die älteren Semester, Kommilitonen als auch Professoren waren von Anfang an sehr herzlich. Man merkte vielen Erstsemestern an, dass sie zuvor eine ähnliche Nervosität geplagt hatte. Aber wem geht es bei Neuanfängen nicht so? Bis ich jedoch herausfand, dass der Bereich PR mein Ding ist, dauerte es etwas länger. Erst mit den Worten „Und wem dieses Seminar Spaß gemacht hat, ist in diesem Studiengang bestens aufgehoben.“ von Frau Dr. Schach, die das Seminar „Konzeptionspraxis“ leitete, atmete ich einmal richtig auf.
Seitdem bin ich mir sicher, dass es keine Fehlentscheidung war Hals über Kopf nach Hannover zu ziehen und meine anderen Pläne über Bord zu werfen. Auch wenn sich die Studienaufnahme zeitweise anfühlte wie ein „Schnellschuss“, war es in Retrospektive die richtige Entscheidung. Allein die Erfahrungen, die ich bis jetzt sammeln, und die Menschen, die ich kennenlernen durfte, waren es wert, alle Zelte in der Heimat abzubauen. Den Mut zu fassen, etwas Neues zu beginnen, ist nie leicht. Auch mein Studienbeginn lief in vielerlei Hinsicht holprig. Seien es lästige Selbstzweifel – pack‘ ich das überhaupt? – oder auch der Abschied von Familie und Freunden. Jedoch sollte man John Lennons schlaue Worte nie vergessen und verinnerlichen: Lass‘ das Leben auch einfach mal passieren!
Ein Beitrag von Franca Lentz, BPR 2

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Zwischen Expo Plaza und IKEA – mein Studienbeginn an der HsH
Fast jeder zweite Student macht heute „irgendwas mit Medien“ und gerät bei älteren Familienangehörigen in Erklärungsnot. Mein Selbstexperiment/Studienbeginn an der Hochschule Hannover hat mir gezeigt, wie vielfältig Kommunikation und ihr Studium sein kann.

„Und was studierst du jetzt?“, fragt mich meine Urgroßtante fünften Grades am Buffet der Familienfeier. Was jetzt kommt, kenne ich genau. Ich erkläre ihr, dass ich Public Relations studiere und sie schaut mich an, als hätte ich auf Chinesisch geantwortet. In meiner Verzweiflung werfe ich mit Worten wie Pressesprecher und Unternehmenskommunikation um mich und hoffe, dass sie genug gehört hat.
Noch vor wenigen Wochen habe ich Jura studiert – bodenständig, aber trocken. Seit meinem Studienwechsel muss ich mich ständig erklären, denn niemand kann mit dem Studiengang PR so ganz etwas anfangen. Doch auch mir wird erst im Laufe des Semesters klar, was alles Public Relations – oder kurz PR- ausmacht. Ich höre völlig neue Wörter, die hier scheinbar alle außer mir kennen: In den ersten Wochen des Studiums findet ein „Pitch“ statt, den der PRSH organisiert hat und Google verrät mir, dass es sich um eine Wettbewerbspräsentation handelt.
Während der ersten Wochen als Studentin an der Hochschule Hannover fühle ich mich häufig etwas planlos, denn viele meiner Mitstudenten haben bereits Praxiserfahrung und arbeiten freiberuflich, während ich Probleme habe überhaupt den richtigen Raum zu finden. Doch das alles geht vorüber und plötzlich stehen schon die Weihnachtsferien vor der Tür und ich sehe das Damoklesschwert der Prüfungszeit über meinem Kopf baumeln. Zwischen Hausarbeit schreiben, Lernphase und Klausuren bleibt nicht viel Freizeit, aber auch das letzte Fünkchen davon nutze ich sinnvoll – mit Kaffee-Dates mit meinen neugewonnenen Freunden, denn Hannover hat viel zu bieten.
Nach der Prüfungszeit vergehen die Semesterferien wie im Flug und ich bin plötzlich kein Ersti mehr, sondern ein „alter Hase“ im zweiten Semester.
Wenn mich bei der nächsten Familienfeier jemand nach meinem Studium fragt, kann die Antwort ein abendfüllendes Programm werden. Denn ich weiß jetzt, dass PR weitaus mehr ist, als nur „irgendwas mit Medien“.
Ein Beitrag von Johanna Weisig, BPR 2

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Zweiter Versuch: Jetzt erst recht!
Warum ein Studienabbruch nicht das Ende der Welt bedeutet und wie glücklich man in einem anderen Bereich werden kann. Ich tauschte reine Theorie gegen eine gesunde Mischung aus Theorie und Praxis. Ich bin Michèle, 23 Jahre alt, habe bereits vier Semester Wirtschaftswissenschaften studiert und fange nochmal ganz von vorne an.

Erst Wirtschaftswissenschaften und jetzt Public Relations?! Um den Klischees vorab zu widersprechen, es lag definitiv nicht an meinen mathematischen Fähigkeiten, das Studium zu wechseln. Schon zu Beginn des WiWi-Studiums wusste ich, dass ich später neben dem Job noch etwas Kreatives studieren wollte. Für mich gab es aber erst einmal nur Plan A: Studium durchziehen und einen gut bezahlten Job finden.
Während des vierten Semesters musste ich enttäuscht feststellen, dass das Studium immer noch nicht meiner Vorstellung entsprach – zu viel Theorie, zu wenig Praxis. Ich war frustriert, unmotiviert und habe mich lieber in den sozialen Netzwerken herumgetrieben. Dabei stolperte ich dank einer Bloggerin über den Studiengang Public Relations an der Hochschule und bewarb mich auf gut Glück.
Und nun sitze ich zwischen meinen Kommilitonen und könnte glücklicher nicht sein. Wir sind ein kommunikativer und kreativer Haufen völlig unterschiedlicher Persönlichkeiten.
Vorab wurde ich von vielen Seiten belächelt und durfte mir anhören, wie mutig ich doch sei, jetzt nochmal neu anzufangen. Natürlich war auch ich vor dem ersten Tag verunsichert, ich war überzeugt, eine der Ältesten im Studiengang zu sein und mit einem Haufen 17- und 18- Jähriger zusammenzusitzen – dem ist überraschender Weise nicht so, die meisten von uns haben bereits anderweitige Erfahrungen gesammelt.
Bei der Begrüßungsveranstaltung stellten sich alle Dozenten vor und versprachen oder drohten uns – das bleibt abzuwarten – dass sie uns nach drei Jahren Studium mit Namen ansprechen könnten. Ich war begeistert und überrascht. An der Universität war ich eine von knapp 900 Studierenden – eine Nummer ohne Gesicht. An der Hochschule Hannover geben unsere Dozenten uns das Gefühl, dass sie daran interessiert sind, dass wir eine gute Zeit haben und das Studium erfolgreich beenden.
Wir durften vom ersten Tag an praktisch arbeiten und haben binnen vier Wochen eine eigene Zeitung erstellt. Danach ging es mit einer angenehmen Kombination aus Theorie und praktischer Erfahrungssammlung über das gesamte Semester weiter.
Fazit: Ich habe alles richtig gemacht. Das PR-Studium ist super interessant, praxisorientiert und durch den PRSH können wir weitere praktische Erfahrungen sammeln. Ich kann meine zusätzlichen Jahre Unierfahrung und meine persönlichen Interessen super verbinden und optimal einsetzen. Also nur Mut, manchmal ist Plan B besser als Plan A!
Ein Beitrag von Michèle Peiffert, BPR 2

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Irgendwas mit Medien auf der Expo Plaza
Zwölf Jahre Schule, erfolgreiches Abitur und wie geht es weiter? Meine Entscheidung für einen Bachelor in Public Relations war definitiv die richtige.

Irgendwas mit Medien scheint in unserer Jugend wie ein fester Baustein in zukünftigen Berufswünschen. Das kann aber so ziemlich alles sein. Für mich war eigentlich schon immer klar: etwas mit Sprachen sollte es sein. Zugegeben es gibt Berufe wie Dolmetscher oder Fremdsprachenkorrespondenten aber nichts, was mich wirklich ansprach.
Wenn ich ehrlich bin, wusste auch ich zu Beginn meines Studiums nicht so richtig worum es sich bei PR oder Vereinen wie dem PRSH genau handelt. Mein persönliches Bild der PR-Branche war von Eindrücken aus der Filmwelt geprägt: Internationalität, Events, Stars, Medien. Nun weiß ich, es verbirgt sich mehr hinter diesen zwei Buchstaben.
Ich stürzte mich also in das Abenteuer Studium. Die Mischung aus Vorfreude und Angst verfiel am ersten Tag jedoch direkt in Überraschung. Leicht überfordert von der Flut an Informationen, erstaunt von den Dozenten und fasziniert von meinen zukünftigen Studieninhalten.
Der Bachelor Public Relations an der Hochschule Hannover garantiert von Grund auf die Vorteile einer Hochschule. Gelehrt werden wir von erfolgreichen Dozenten aus der Berufspraxis und uns Studenten wird ab dem ersten Semester die Möglichkeit geboten mit realen Kunden zu arbeiten. Natürlich darf ein wissenschaftlicher Hintergrund nicht fehlen und so wird durch gezielte Vorlesungen ein kommunikationswissenschaftliches Grundverständnis geschaffen. Mir gefällt vor allem wie abwechslungsreich unser Studium ist. In der einen Sekunde sitze ich noch im Interview mit Amnesty International, im nächsten Augenblick arbeite ich mit meinen Kommilitonen an einem Kommunikationskonzept. Ein PR-Studium fordert, meiner Meinung nach, vor allem drei Dinge: Teamfähigkeit, Organisation und Kreativität. Mir macht es schlichtweg Spaß. Und auch wenn Individualität in unserem Studium essentiell ist, eins teilen wir alle: die schwammige Antwort auf die Frage „Was genau studierst du eigentlich?“
Ein Beitrag von Stephan Göttel, BPR 2

 


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