Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR – mein Studienstart: Teil 3

Willkommen an der Hochschule Hannover – Du hast es geschafft. Was ist das eigentlich für ein Gefühl, die Zusage zum Wunschstudium zu erhalten? Wie erleben Studenten die ersten Tage? Und wie erklärt man eigentlich seiner Familie, was man denn da genau studiert?

In einer wöchentlichen Kolumne geben PR-Studierende aus dem zweiten Semester Einblicke in ihre Gefühle und Erlebnisse zum Studienstart an der Expo Plaza.

Im dritten Teil unserer Serie berichten Jan Kevin Isaak, Carina Chantelle Seliger, Meltem Benli und Stella Rohrwasser.

Schönes Chaos
Was ich aus meinen Studienstart mitnehme? Irgendwie laufen die Kommunikationsflüsse an der Fakultät III manchmal nicht so ganz, wie sie es sollten. Aber vielleicht gehört das bisschen Chaos ja einfach zu einem Umfeld, das kreativer ist, als man vermutet. Und vielleicht bereitet es einen auf die Realität in der PR-Welt vor.

Dein erster Hochschultag: Trotz nur viereinhalb Stunden Schlaf nach dem ersten überlebten Wochenende in der neuen Stadt, liegst du schon eine halbe Stunde wach, bevor dein Wecker geht. Endlich klingelt es. Dusche, Kaffee, raus. Bahnverbindungen und die Campus-Adresse vom letzten Brief der Hochschule hast du dir schon am Vortag fest eingeprägt. Semesterticket dabei? Noch mal nachgucken. Alles klar. Gleich zwei mal wirst du in der U-Bahn kontrolliert, aber dein neues Leben als Student scheint tatsächlich legitim zu sein. Eigentlich kann nichts mehr schief gehen. Denkst du.
Eine Viertelstunde früher als geplant kommst du an. Der Campus sieht so gar nicht aus wie du ihn dir vorgestellt hast. Und die Leute erst: Birkenstocks, Cordhosen, selbst gestrickte Wollpullover. So sehen also PR Studenten aus? Für einen Moment zweifelst du, ob du dir das richtige Studienfach ausgesucht hast. Naja, erstmal ein bisschen socialisen. „Hey, auch dein erster Tag? Was studierst du?“, „Ja, Heilpädagogik und du?“, „Public Relations“, „Public was?“, „Ähm. PR. Schon mal gehört? Und du, was studierst du?“, „Soziale Arbeit und du?“. Ok. Vielleicht doch noch mal zur Info. Fünf Minuten, also eine gefühlte Ewigkeit, wartest du neben einem Mädchen mit dem gleichen verlorenen Gesichtsausdruck vor der Glasscheibe mit dem großen „i“. Wenigstens eine Person, die nicht aussieht wie die Grünen in den 70ern. Eine ahnungslose Mitarbeiterin, die scheinbar auch zum ersten Mal von „Public Relations“ hört, nimmt sich deines Problems an. Und so machst du dich zwei Telefonate später zusammen mit dem Mädchen im schwarzen Mantel und einer dritten verlorenen Seele auf den Weg zum 40 Minuten entfernten Expo Plaza. Alles noch mal gut gegangen.

Ungefähr so begegnet einem das Hochschulleben an der Fakultät III öfter. Die Tutoren meinen, man solle sich einfach dran gewöhnen. Raumeinteilung, Moodle, widersprüchliche Informationen in den Whatsapp-Gruppen: Kommunikative Probleme sollten einen nach 3 Jahren Public Relations nicht mehr so aus dem Konzept bringen. Und um genau die geht es hier ja auch irgendwie. Nach einem Semester an der HsH wirkt PR zusammengefasst für mich so: Kommunikation, Kreativität und Corporate Life. Und das in einem relativ guten Mischverhältnis. Dazu super entspannte Kommilitonen, Tutoren und Dozenten. Ich als Naturwissenschafts- und Mathe-verfeindeter Kreativer, der lieber redet und schreibt, als dass er rechnet und schweigt, komme hier voll auf meine Kosten. Abzüglich Mensa und Mahngebühren im Kurt-Schwitters-Forum.
Ein Beitrag von Jan Kevin Isaak, BPR 2

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PR – Ist das irgendwas mit Werbung?
Voller Stolz fing ich an, Familie und Freunden von der Zusage für das PR-Studium zu berichten. Doch mein Enthusiasmus bekam schnell einen Dämpfer versetzt: Jeder begann mir Fragen zu stellen und darüber zu spekulieren, was PR bedeuten und was das denn sein würde. Das Problem? Ich selbst hatte keine Antwort.

Die Suche nach einem passenden Studiengang klang leichter als es war, denn unter tausenden Angeboten das Richtige zu finden, war nahezu unmöglich. Durch einen Zufall bin ich auf das PR-Studium gestoßen und es war wie Liebe auf den ersten Blick. Ich recherchierte genauer, durchstöberte die Hochschul-Website und stieß auf den PRSH. Im Endeffekt war er der Auslöser für meine Bewerbung auf den Studiengang.

Man könnte meinen, dass ich durch die Recherche PR perfekt beschreiben könnte. Leider nicht. Denn so vielfältig wie die PR-Arbeit ist, so unterschiedlich waren alle Definitionen, die ich gelesen hatte. In meinen Kopf herrschte Chaos. Ich wurde unsicher und begann zu zweifeln, ob dieser Studiengang doch nicht das Richtige für mich sei. Für mich bedeutete das: Lange Gespräche mit der Familie, gutes Zureden von Freunden und ein paar schlaflose Nächte. Ich fragte mich immer wieder, warum ich etwas studieren sollte, von dem ich bislang nichts verstand. Doch die Liebe‘ blieb. Frei nach dem Motto „Kommunikation sollte für den Anfang reichen“, stieg ich am ersten Studientag in die Bahn und machte mich auf die lange Reise. Ziel: Expo Plaza.

Das Erste, was mich dort erwartete, war das Expo-typische Regenwetter – aber natürlich hatte ich nicht an einen Schirm gedacht. Also versuchte ich mich schutzlos bis zum Designcenter vorzukämpfen, um im Hörsaal auf eine Ansammlung von Erstsemestlern zu stoßen. Trotz überfülltem Raum gelang es mir, ein paar bekannte Gesichter zu entdecken. Was ich sonst noch von dem Tag mitgenommen habe? Einen Regenschirm in knallorange, der mich nun stets auf dem Weg durch das schlechte Wetter begleitet.

Mittlerweile bin ich im 2. Semester und kann mich an den Tag nicht ganz erinnern. Allerdings ist auch nur wichtig, was hängen geblieben ist: Ich habe tolle Kommilitonen kennengelernt, die ich nun meine Freunde nenne. Ich habe engagierte Studenten kennengelernt, die sich mit voller Hingabe für Hochschulprojekte einsetzen. Und ich habe Professoren kennengelernt, die wirklich lieben, was sie tun. All diese Menschen haben es an nur einem Tag geschafft, mich von all meinen Sorgen zu befreien, sodass ich nun mit Herzblut PR studiere.

Sicher fragt ihr euch, ob ich die Antwort auf die Frage habe, mit der mein PR-Abenteuer begann. Ich muss euch enttäuschen. Bisher habe ich noch immer keine ideale Definition gefunden und bin ich mir sicher, dass ich sie selbst nach Ende meines Studiums nicht kennen werde. Nicht, weil es mich nicht interessiert, sondern vielmehr, weil es schwierig ist, etwas so Vielfältiges, Spannendes und Individuelles in nur ein paar Worte zu fassen.
Ein Beitrag von Carina Chantelle Seliger, BPR 2

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Heute kann ich darüber lachen – Mein erster Tag als PR-Studentin
Da es sich zwei lange Jahre so anfühlte, als würde man mir ganz langsam rostige Nägel in mein Gehirn bohren, habe ich mich dazu entschlossen, mein Jura Studium abzubrechen und etwas Neues zu beginnen. Die Suche nach etwas Passendem war schwerer als gedacht. Und zugegeben: Ich hatte öfter das Gefühl britneyspearsmäßig durchzudrehen. Kurz bevor ich mir dann den Schädel rasieren wollte, wurde ich auf den Studiengang Public Relations aufmerksam.

Nachdem ich die Zulassung für den Studiengang bekommen hatte, verging die Zeit wie im Flug und der erste Tag stand vor der Tür. Als ich dann im Hörsaal saß und darauf wartete, dass die Frau vorne ihre Unterlagen sortierte, schaute ich mich ein wenig um. Merkwürdig! Ich hatte mir den Jahrgang wesentlich größer vorgestellt. Keine 20 Leute waren im Raum. Ich drehte mich also zu meinem Nachbarn und fragte ihn, wo ich mich befinde. „B. Soziologie.“, antwortete er trocken. Super, ich war also falsch. Ich versuchte daraufhin unauffällig den Raum zu verlassen. Rückblickend hätte ich mir das Augenrollen und die zahlreichen Kraftausdrücke sparen sollen. Aber OK. Genervt ging ich zur Verwaltung, die mir dann mitteilte, dass in meinem Brief die falsche Adresse eingetragen worden ist. – An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Organisation der Hochschule, durch die ich die Einführungsveranstaltung verpasst habe –

Zu allem Überfluss hat sich durch den Dauerniesel mein sorgfältig geglättetes Haar in Stroh verwandelt. Nun gut, auf dem Weg zur Expo Plaza habe ich dann ein paar Verbündete getroffen, die auch zur falschen Fakultät geschickt worden sind. In der Hochschule angekommen, konnten wir dann am restlichen Programm teilnehmen. Das beinhaltete: Campus besichtigen, nett lächeln und hoffen, dass hier auch einige über 20 sind.

In den darauffolgenden Wochen hatten wir ein Zeitungsprojekt, in welchem ich nicht nur lernte, Fotos zu schießen und zu bearbeiten, sondern in dem ich auch meine Kommilitonen näher kennenlernen durfte. Blutsbrüderschaften wurden geschlossen und das Vorhaben besiegelt, direkt am Anfang die Vorlesungen vor- und nachzuarbeiten, damit man sich am Ende nicht stressen muss. Letzteres ist jedoch wie Abnehmen als Neujahresvorsatz – man kündigt es groß an, um sich dann klammheimlich eine Tafel Schokolade reinzustopfen.
Ein Beitrag von Meltem Benli, BPR 2

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Ich bin dann mal studieren – Mein PR-Studienstart!
Entscheidungen auf „gut Glück“ getroffen haben die meisten schon mal. Wie mich meine Entscheidung in das Studium der Public Relations geworfen hat und warum ich damit trotz Fernweh richtig glücklich bin, erzähle ich euch hier.

„Ja Babe, ich arbeite jetzt noch so 3–4 Messen und dann komme ich auch nach Sydney“, waren meine Worte, als ich mit einer Freundin telefonierte, die gerade Down Under unsicher machte. „Hab richtig Bock“, meinte ich noch. Wie so oft im Leben kommt dann doch alles anders als gedacht.
An das Gespräch erinnere ich mich gut. Von 2013-2014 habe ich in Orlando, Florida gelebt. Nachdem ich meine Lieben nach meiner Rückkehr alle wiedergesehen hatte, wollte ich auch so schnell wie möglich wieder weg. Mich hatte die Wanderlust gepackt und Australien wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Da ich schon immer ein Mensch war, der zwischen Herz und Verstand schwankt, wollte ich mich auch für ein Studium bewerben. Etwas mit Kommunikation sollte es sein. Für mich gab es da nur eine Wahl, nämlich das Studium der Public Relations. Viele Bewerber auf wenige Studienplätze ließen mich in dem Glauben, das es wohl auf eine neue Reise hinauslaufen wird. Im gleichen Moment gab es mir das befriedigende Gefühl, es zumindest mit dem Studium versucht zu haben.

August war der Monat, in welchem die Zusage für Public Relations an der Hochschule Hannover in meinen Briefkasten flatterte. „Woah, okay. Und nun?“, dachte ich mir. Der Verstand siegte – ich entschied mich für das Studium. Selbst nachdem alle Unterlagen ausgefüllt, das Bafög beantragt und alle Gelder bezahlt waren, konnte ich noch nicht realisieren, dass ich ab September 2015 zu den Studierenden zählen würde. Selbst der Studentenausweis, auf dem mein Bild prangt, konnte daran nichts ändern. Aufgeregt war ich nicht, würde ich gerne behaupten. Aber wenn ich vorher extra zum Unicampus fahre, um mir vor Ort ein Bild zu machen, muss ich zugeben, dass ich schon sehr aufgeregt war. Der Tag, an dem es für meine Kommilitonen und mich ernst wurde, liegt jetzt schon ca. 6 Monate zurück. Habe ich es bereut? Keineswegs! In diesen 6 Monaten habe ich schon jetzt viel gelernt, was für einen späteren Job im PR-Bereich wichtig ist und nebenbei großartige Menschen kennengelernt. Das Studium ist ein Mix aus Theorie und Praxis, was mir sehr gefällt. Besonders interessant finde ich die Seminare, in denen wir praktisches Wissen von Menschen aus der PR- und Journalistenbranche vermittelt bekommen. Und das Fernweh? Ja, das ist immer noch da. Wie gut, dass es im 4. Semester eine Praxisphase gibt, die man auch im Ausland ableisten kann. Dann heißt es für mich: „Tschüss Deutschland und hallo Welt!“
Im Rückblick würde ich sagen: „Alles richtig gemacht“. Das sagen zu können, fühlt sich gut an – für meinen Verstand und für mein Herz.
Ein Beitrag von Stella Rohrwasser, BPR 2


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