Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR – mein Studienstart: Teil 4

Willkommen an der Hochschule Hannover – Du hast es geschafft. Was ist das eigentlich für ein Gefühl, die Zusage zum Wunschstudium zu erhalten? Wie erleben Studenten die ersten Tage? Und wie erklärt man eigentlich seiner Familie, was man denn da genau studiert?

In einer wöchentlichen Kolumne geben PR-Studierende aus dem zweiten Semester Einblicke in ihre Gefühle und Erlebnisse zum Studienstart an der Expo Plaza.

Im letzten Teil unserer Serie berichten Anjoula Hummel, Antonia Sommer, Kerstin Heß und Lea Borchard.

 

Von Planeten, Aquarien und Irrgärten
Die dritte Fakultät der Hochschule Hannover, die unter anderem Anlaufstelle der Public-Relations- Studenten ist, verbirgt so einige Besonderheiten. Für manche Erstsemester kann das am ersten Tag ganz schön verwirrend sein. Denn nur Insider verstehen was gemeint ist, wenn eine Vorlesung im Planeten stattfindet oder jemand sagt, dass er zur Recherche ins Aquarium geht.

„Messe Ost und zur Expo-Plaza. Endpunkt. 
Fahrgäste bitte aussteigen“ – dröhnt es aus den 
Lautsprechern der Bahn und ich erwache aus dem
 Halbschlaf. Wie immer hat die lange Anfahrt meine
 Müdigkeit deutlich gesteigert. Mein Ziel ist das Designcenter, in dem sich der Hörsaal befindet, in dem man sich am meisten wie ein klassischer Student vorkommt: Nahezu anonymer Frontalunterricht wie in der Uni, der sich von den sonst oft interaktiven, eher wenig theoretischen und im kleineren Rahmen abgehaltenen Seminaren der Hochschule unterscheidet. Ein einzelner Sonnenstrahl spiegelt sich in dem gigantischen Glaskasten, in dem die Designstudenten die meiste Zeit ihres Studiums verbringen. Als ich die Eingangshalle betrete, muss ich direkt an meinen ersten Tag zurückdenken:

21.09.15, kurz vor neun. – Hellwach und etwas aufgeregt steige ich aus der Bahn. Beginnen soll mein Studium im Designcenter – Expo Plaza 2. Als ich das Ziel schließlich erreiche, ist die Eingangshalle voll mit aufgeregten Studenten.

21.09.15, kurz vor elf. – Lautes Gequatsche und der Geruch von Essen umgeben mich. Ich sitze in der Mensa. Mir gegenüber sitzen zwei aus den älteren Semestern, die uns die letzte Stunde herumgeführt haben. Nach ihnen haben die PR-Studenten die meisten Vorlesungen im Gebäude Expo Plaza 12. Ich frage mich, wie ich dort jemals meinen Raum finden soll, schließlich gleicht das Gebäude einem Irrgarten, in dem sich selbst die älteren Studenten noch verlaufen. Einfach zu merken war jedoch die Bezeichnung des Computerraumes im ersten Stock: Aquarium, da der Raum rundum verglast ist.

21.09.15, kurz vor zwei. – Nächster Stopp: Expo Plaza 4 oder aufgrund des Äußeren auch Planet genannt. Die bequemen Sessel und dazu die riesige Leinwand vermitteln den Eindruck, als säße man im Kino. Geschafft von den vielen Eindrücken schließe ich kurz die Augen, während die Dozenten sich vorne versammeln, um sich anschließend vorzustellen.

Ich sinke zufrieden seufzend tiefer in den wirklich gemütlichen Sessel. Daran könnte ich mich gewöhnen.
Ein Beitrag von Anjoula Hummel, BPR 2

+++

(K)eine Woche ohne Stress – Das Leben einer PR-Studentin
Vier bis fünf freie Tage in der Woche, und trotzdem Stress? Uni kam mir im ersten Semester total viel vor, obwohl der Alltag, verglichen mit der Schule, eigentlich entspannt war. Trotzdem hab ich viel gelernt und vor allem viel erlebt, was wohl jedem (PR- )Studenten bekannt vorkommt.

6.15 Uhr. Mein Wecker klingelt und ich möchte gerne sterben. Ich bin viel zu müde, mein Bett viel zu warm. Aber es ist Mittwoch. Und das ist nun mal der stressigste Tag in meinem Stundenplan. Ich schiebe also meine Decke weg und ergebe mich meinem Schicksal.

7.05 Uhr. Mit genug Koffein intus lassen sich auch zehn Stunden Uni bewältigen. Freitags bis montags hab ich fast immer frei, dienstags und donnerstags immer nur jeweils zwei Stunden. Aber der Mittwoch ist natürlich viel zu stressig. Quasi kurz vor dem Burnout stehend, verlasse ich das Haus. Es findet gerade irgendeine Messe statt, also kann ich Autofahren wegen der Staus knicken. Auf dem Weg zur Bahn fallen mir die Texte ein, die ich hätte lesen müssen.

7.16 Uhr. Kein Problem, mache ich in der Bahn. Theoretisch habe ich hier auch Zeit die Texte nochmal abzuschreiben und in fünf weitere Sprachen zu übersetzen.

7.56 Uhr. Die 6 hält an ihrem Endpunkt, Messe/Ost. Beim Aussteigen treffe ich meine Freunde und wir bewegen uns Richtung Medienhörsaal. Weil es noch mitten in der Nacht ist, sagt keiner ein Wort.

8.15 Uhr. Die Veranstaltung Massenkommunikationsforschung beginnt. Lauter PR- und Journalistik-Studenten, hauptsächlich weiblich kämpfen mit ihren Augenlidern, aber hören natürlich trotzdem superaufmerksam zu.

10.00 Uhr. Auch Mediensysteme I bewältigen wir PR-Studenten gemeinsam mit den Journalisten, die uns zwar noch mögen, aber eigentlich in diversen Veranstaltungen lernen, dass wir unsere Seele verkaufen.

12.00 Uhr. Die Veranstaltung bei Szyszka, der sich über die Machenschaften von VW aufregt und uns mit Hilfe vieler Anekdoten aus seinem Leben die Grundzüge der Public Relations näher bringt.

14-18 Uhr. Mittwoch ist Pastatag in der Mensa, also kann ich genug Energie für Wissenschaftliches Arbeiten und das Tutorium tanken.

18.12 Uhr. Fertig mit der Welt, aber zufrieden mit meinem Tag fahre ich nach Hause. Ob das PR-Studium stressig ist oder nicht, kann ich gar nicht so genau sagen. Spaß macht es in jedem Fall.
Ein Beitrag von Antonia Sommer, BPR 2

+++

And don’t forget: the Goody-Bag!
Massenweise Erstis, aufgeregte Gesichter, bedruckte Kugelschreiber und orange-farbene Regenschirme. Protokoll eines Semesterstarts.

Semesterstart. Einführungsveranstaltung im Design-Center. Verlorene Erstis irren über die Weiten der Expo Plaza. Werde von einem Informationsmanagement-Ersti nach dem Weg gefragt. Man sieht mir wohl an, dass ich älter als die „normalen“ Frischlinge bin. Nicht mein erstes Studium. Trotzdem kann ich nicht weiterhelfen. Im Foyer des Design-Centers Stände der Fachschaftsräte. Überall supergut gelaunte Studenten, die Flyer verteilen. Bekomme ein Etikett mit meinem Vornamen aufgeklebt. Irgendwo muss man sich für irgendwas eintragen. Wird gemacht. Allen Erstis wird eine Goody-Bag mit Block und Kugelschreiber in die Hand gedrückt– außer mir. Dabei habe ich weder Zettel noch Stift dabei. Ich entdecke einen Bekannten. Wusste gar nicht, dass er anfängt zu studieren. Er hat eine Goody-Bag ergattern können. Wir suchen uns einen Platz im Hörsaal. Er überlässt mir Papier und Kugelschreiber. Der Saal füllt sich. Erstmal umschauen. Erheblicher Frauenüberschuss. Die Einführung beginnt. Ich will ein paar Dinge mitschreiben. Mir fällt mein Kugelschreiber unter die vordere Sitzbank. Aufheben zwecklos. Dann also keine Notizen. Blick aufs Handy. Kein Netz. Kein Netz? Dann also doch Zuhören. Kurz. Ich diskutiere mit meinem Sitznachbar über das vergangene Fußballspiel. Ende der Einführungsreden. Applaus. Mein Bekannter steht auf. Er fährt jetzt nach Hause. Warum? Er studiert gar nicht, wollte nur mal schauen, eine Goody-Bag abgreifen. Toll. Führung über das Gelände. Es fängt an zu regnen. Alle spannen grelle Regenschirme auf. Wo kommen die her? Achso, gab’s in der Goody-Bag. Uns wird gezeigt wo es den besten Kaffee auf dem Campus gibt. Uns wird gezeigt wo es den schlechtesten Kaffee auf dem Campus gibt. Mittagspause. Die Mensa ist brechend voll. An der linken Essensausgabe eine lange Schlange hungriger Studenten. An der rechten Essensausgabe eine lange Schlange hungriger Studenten. Ich entscheide mich für die rechte Schlange. Wahl zwischen Pommes, Currywurst und Pizza. Das ist alles? Aha, für das gesunde Essen hätte ich mich links anstellen müssen. Eine Portion Pommes. Nochmal nachsalzen. Hoppla, ist gar kein Salz, ist Curry. Ich suche mir mit anderen Erstis einen Tisch. Erste Nummern werden ausgetauscht, erste Whatsapp-Gruppen gegründet. Ich stelle die Gruppen auf stumm. Für ein Jahr. Nachmittagsprogramm im Planet M. Kampf mit Mittagsmüdigkeit und Curry-Pommes. Die Dozenten stellen sich vor. Alle sind freundlich. Alle sind charismatisch. Alle sind schlau. Atmosphäre wie in einem Kinosaal. Die Augen werden schwer. Gab‘s in der Goody-Bag Koffeintabletten?
Ein Beitrag von Kerstin Heß, BPR 2

+++

Mein langer Weg zur und in die PR
Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob die PR mich oder ich die PR gefunden habe. Mit dem Start meines Studiums gefällt sie mir aber jeden Tag ein kleines Stückchen besser.

Wenn ich an den ersten Tag meines PR-Studiums denke, ist das erste und das letzte woran ich und viele andere sich vermutlich erinnern, die endlos lange Bahnfahrt, die auch heute und die nächsten zwei Jahre zum täglichen Vergnügen unseres Unialltags werden soll.

Natürlich war ich auch sehr aufgeregt, wollte schnell nette Kommilitonen kennen lernen und wissen, was wir für Seminare im 1. Semester haben. Ich denke das geht vielen Erstsemestern ganz ähnlich. Meine Befürchtungen, ich könnte an einer so großen Hochschule wohlmöglich untergehen, haben sich aber schnell beruhigt. Die Gruppen von manchmal nur 20 Leuten und der enge Kontakt zu unseren Dozenten gibt einem sogar ein bisschen das Gefühl von familiärer Atmosphäre. Genau das, was ich brauchte.

Nun aber zurück zu meinem ersten Tag, an dem ich mich noch lange nicht in dem PR-Dschungel aus Wörtern und Dingen wie einem Pitch, Content-Marketing, einem USP oder gar einem PR-Konzept anfangen konnte. Um ehrlich zu sein, wusste ich vor meinem Studium noch nicht einmal wirklich, was „Public Relations“ eigentlich genau bedeutet. Dies wurde mir dann erst nach der Einführung, der Führung der 5. Semestlern über das (fast) ausgestorbene Gelände und der Mittagspause in der Mensa klar. Nämlich als sich unsere Dozenten im Planet M, dem supergemütlichen Kino-Vorlesungsraum in dem man fast einschläft, vorstellten. 1:0 also für die Behauptung, die PR habe mich gefunden.
Heute kann ich nur sagen, dass ich super froh bin, eine der 64 glücklichen PR-Studenten zu sein (Immerhin gab es 720 Bewerbungen) und freue mich auf viele Pitches, energiereiche Konzepte und auf meine spätere Zeit als PRlerin.
Mein Fazit: Für die PR nehme ich die ein oder andere, längere Bahnfahrt doch gerne mal in Kauf. Liebe PR, liebes Hannover, liebe Bahnfahrt. Ich stehe dir nun mit offenen Armen gegenüber.
Ein Beitrag von Lea Borchard, BPR 2


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.