Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Lernagentur heißt Schwimmen lernen

„Aber ihr schreibt jetzt nicht wirklich ein Konzept für die Hannoversche Volksbank“, sagte eine Freundin zu mir, als ich ihr von unserer Semesteraufgabe erzählt hatte. „Doch, davon rede ich doch die ganze Zeit!“, antwortete ich. „Und das könnt ihr?“ fragte sie dann („Oh, vielen Dank für dein Zutrauen“, dachte ich mir.). Tja, das ist aber tatsächlich die Frage. Fakt ist: Unsere Aufgabe in der Lernagentur ist es, ein Konzept für einen realen Partner zu schreiben. Mit allem was dazu gehört: Eine ordentliche Analyse, Strategie und Taktik, von der Recherche bis zum Pitch vor dem Kunden. Das Ziel der HsH ist es, uns die realen Bedingungen des Arbeitslebens schon jetzt näher zu bringen, einschließlich Konkurrenzkampf mit anderen Agenturen.

Es schreiben also drei Gruppen ein Konzept für den gleichen Kunden. Im ersten Moment fühlt es sich an, wie ein Stoß ins kalte Wasser. Wie gehe ich an ein Thema heran, das ich nicht kenne? Wie muss eine wissenschaftliche Umfrage aussehen? Wo ist in der SWOT-Analyse der Unterschied zwischen Gelegenheiten und Chancen? Um diese und andere Fragen zu beantworten, helfen uns die Studenten aus dem sechsten Semester unseres Studienganges. Und im Endeffekt ist die Antwort ganz einfach: Sich informieren, nachlesen, verstehen – und dann geht’s ab. Probieren geht ja bekanntlich über Studieren.
Diese Erfahrung ist ein wirklicher Vorteil für Studenten der Hochschule Hannover gegenüber denen von Universitäten, die in der Regel keine Konzepte während des Studiums schreiben. Es bietet uns die Möglichkeit, Theorie und Praxis miteinander zu verknüpfen und zu lernen, wie Methoden angewendet werden, wo sie uns helfen oder wo die Theorie keine Antwort hat. Dabei lernen wir aber auch noch etwas anderes über die PR-Welt: Die Herausforderung ist es, sich einem Thema zu stellen und einen Bezug zu diesem zu finden. Egal, ob es uns gefällt oder es ein völlig fremdes Terrain für uns ist. Wenn man sich darauf einlässt, schreibt man nicht nur ein Kommunikations- oder Sponsoringkonzept, sondern lernt gleichzeitig viel über eine Branche und ihre Entwicklungen, die uns möglicherweise bald selbst betreffen werden. Ja, auch Banken sind interessanter, als man im ersten Moment denkt.

Nun arbeiten wir also seit einigen Wochen an unseren Konzepten und eigentlich ist das kalte Wasser gar nicht so unangenehm, man muss sich nur warm schwimmen. Wir bekommen zwar eine Note, aber das ist nicht das Wichtigste. Das Motivierende an dem Experiment ist, dass wir nichts schreiben, was am Ende keiner haben will, sondern etwas, dass einem realen Kunden zur Verfügung gestellt wird. Dabei nicht zu wissen, was die anderen machen, ob sie besser oder schlechter sind, als die eigene Gruppe, erhält auf jeden Fall die Arbeitsmoral. Schließlich wollen wir alle gewinnen. Die Antwort erfahren wir nun erst am Ende des Semesters und bis dahin gilt: Nicht verkrampfen und immer das Umfeld im Blick haben, damit man am Ende nicht von einem stärkeren Fisch überrascht wird. Möge der Beste gewinnen!
Ein Beitrag von Vivien Werner, 2. Semester PR


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