Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview mit Frederic Bollhorst

Er ist Geschäftsführer einer der führenden PR-Agenturen in Deutschland: Frederic Bollhorst von der Komm.Passion GmbH aus Düsseldorf. Die Agentur ist mit ihren rund 80 Mitarbeitern neben Düsseldorf auch an den Standorten Hamburg und Berlin vertreten und pflegt auch international ein breites Netzwerk. Frederic Bollhorst erzählt uns, wie seine Agentur tickt.
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Herr Bollhorst, was muss ein PR-Student mitbringen, um bei Komm.Passion einsteigen zu können?
Wir verstehen uns als Synthese aus Unternehmensberatung und Kreativagentur. Wir suchen daher Mitarbeiter, die einerseits Spaß daran haben, Dinge zu analysieren und zum anderen auch Spaß daran haben, auf dieser Basis eine kreative Lösung für den Kunden zu entwickeln. Bei uns müssen die linke und die rechte Gehirnhälfte immer im Einklang miteinander stehen.
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Und welche Charaktereigenschaften sollte man mitbringen?
Biss ist gut. Damit einher geht eine eigenständige Persönlichkeit. Wir kommen sehr gut mit Leuten klar, die ihren eigenen Kopf sowie eine eigene Meinung haben – nicht im Sinne von einer Dickschädeligkeit, aber im Sinne eines Querdenkens.
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Also ist es auch gut, hartnäckig zu sein?
Hartnäckigkeit gehört sicher dazu. Der Leiter meiner Journalistenschule hat dazu immer gesagt: Qualität kommt von Quälen – und da ist sicher auch in der PR ein Stück Wahrheit dran. Die Voraussetzung ist immer, sich auch das Handwerkszeug anzueignen und sich auf unterschiedlichste Branchen einzulassen. Neugier kann sicherlich auch nicht schaden. Der PR-Nachwuchs kommt in einen Markt hinein, der sehr dankbar ist.
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Agentur oder Unternehmen? Was meinen Sie dazu?
Viele glauben, die Agentur sei nur das Sprungbrett, um dann auf Unternehmensseite zu wechseln. Ich halte das für hanebüchenen Unsinn! Ein Job auf Unternehmensseite mag vermeintlich ruhiger und sicherer sein, auch die große Marke mag verlockend klingen. Nur: Was nützt Ihnen der tollste Unternehmensname, wenn der Job, den Sie dann machen, langweilig und eintönig ist?
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Was sehen Sie für aktuelle Tendenzen und Entwicklungen in der PR-Branche?
Wir sehen sicher eine extreme Segmentierung von Meinungsmärkten, damit einher neue Tools und neue Kanäle. Insgesamt wird PR damit noch deutlich anspruchsvoller und reizvoller. Wir werden uns künftig sicher noch stärker auch mit Marketingthemen auseinander setzen. Zukünftige PR’ler werden deutlich mehr BWL-Hintergrund mitbringen müssen und deutlich stärker auch bereit sein müssen sich mit KPI auseinanderzusetzen.
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Sind diese Entwicklungen auch gleichzeitig eine der größten Herausforderungen der PR?
Die Entwicklungen, die wir momentan sehen, werden in den kommenden Jahren noch umso dynamischer und umso vielfältiger – und insofern ist Neugier eine große Voraussetzung für unseren Berufsstand. Aber ich habe nicht die Sorge, dass wir in 10 Jahren alle von automatisierten Bots abgelöst werden. Insofern glaube ich, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um in die Kommunikation einzusteigen.
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Wie sind Sie dazu gekommen, wo Sie jetzt stehen?
Ich bin eine Art Spätberufener und wollte ursprünglich Auslandskorrespondent werden. Mit PR und Kommunikation habe ich lange Zeit überhaupt nichts zu tun gehabt. Über eine Projektarbeit bei Weidmüller, einem der Weltmarktführer für Verbindungstechnologien, hat mich dann der Virus gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen. Es gibt nicht den einen, klaren Weg. Am Ende ist es wichtig, dass Sie sich dafür begeistern können, was Sie machen. Gehen Sie dem nach, was Ihnen Spaß macht und was Leidenschaft bei Ihnen weckt. Das hilft Ihnen deutlich mehr als den leichten, pragmatischen Weg zu wählen.
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PR in einem Schlagwort – was würden Sie sagen?
Eine faszinierende Möglichkeit, Dialoge und Märkte mit zu formen.

Ein Interview von Lena Ende (BPR 5)


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