Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview mit Daniel J. Hanke

Der Gewinner von #ThePitch No. 6 ist seit 2011 Teil des Vorstands der Klenk & Hoursch AG. Bei der inhabergeführten Beratung für Unternehmens- und Markenkommunikation arbeiten 50 Consultants in Frankfurt am Main, München und Hamburg. Hanke ist Spezialist für die Bereiche Digitale Transformation sowie Change Management. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Wie sind Sie zur PR gekommen?
Über den Umweg Journalismus: Mein Studium in Leipzig startete ich mit dem großen Ziel, mal Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion der FAZ zu werden. Meine Erfahrung bei den ersten Praktika war allerdings, dass auch Medien teilweise sehr hierarchisch ticken und der Weg vom Volontär zur Edelfeder sehr lang und sehr politisch sein kann. Gleichzeitig wurde mir klar, dass die Lust am Schreiben eher Mittel zum Zweck war. Die noch größere Leidenschaft gilt – seit mittlerweile 15 Jahren – dem Consulting: Eine spannende Herausforderung analytisch, strategisch und kreativ zu meistern. Durch die Digitalisierung sind die Herausforderungen für Kommunikation in den letzten Jahren noch spannender geworden, mein Job dadurch noch vielfältiger.

Wie würden Sie Ihren Job einem Kind erklären?
(Lacht) Ich habe vier Kinder, also darin schon etwas Übung. Aber so richtig greifbar wurde es erst, als wir vor zwei Jahren LEGO als Kunde gewinnen konnten. Plötzlich war mein Job sehr aufregend! Ich habe meinen Kindern versucht zu erklären: „Stellt Euch vor, Ihr macht etwas zum ersten Mal. Dann kann Euch jemand helfen, der das schon zehnmal gemacht hat. Oder Ihr habt Euch untereinander verkracht und keiner will nachgeben. Dann fällt jemand, der nicht mitgestritten hat, oft der beste Kompromiss ein. Oder Ihr braucht einfach nur jemand, der Euch hilft, weil Ihr was besonders Schweres woandershin tragen wollt. Genauso geht es manchen Firmen. Wir helfen dann, etwas zum ersten Mal zu machen oder einen Kompromiss zu finden oder was Schweres von A nach B zu schleppen.“

Was haben Sie anders gemacht als andere Ihrer Branche?
Ich tue mich schwer damit, andere von außen zu beurteilen. Mir ist allerdings die Haltung, in der wir beraten sehr wichtig. Eben kein Old School Berater: Regenmacher mit „Been there, done that“-Attitüde und einem Patent-Rezept für alles und jeden. Dann ab in den Flieger und Rechnung stellen. Die ideale Beratungssituation ist für mich folgende: Ich brüte gemeinsam mit meinem Kunden über einer Herausforderung. Wer dazu kommt, kann nicht sagen, wer Kunde und wer Dienstleister ist. Weder vom Habitus noch von der Art und Weise der Diskussion her. Mal hat der eine die bessere Idee, mal der andere. Es ist eine Arbeitsbeziehung, die von Augenhöhe, Respekt, Vertrauen und dem Teilen von Wissen lebt.

Worauf sollte sich der PR-Nachwuchs einstellen?
Der PR-Nachwuchs sollte sich erstmal auf einen deutlich abwechslungsreicheren Job freuen, als noch vor fünf bis zehn Jahren. Klassische Media Relations sind nur ein Teil von Kommunikation. Unsere Kunden sind Führungskräfte aus den Disziplinen Marketing, Kommunikation, Personal oder IT. Entsprechend vielfältig sind die Aufgaben. Flexibilität und Agilität sowohl im Denken als auch im Tun sind daher sehr wichtig. Einstellen sollte sich der PR-Nachwuchs vor allem auf die Herausforderungen der digitalen Transformation. Dabei geht es nicht darum, sich ein bisschen mit dem Social Web zu befassen und hier und da zu twittern oder zu snapen. Die Auswirkungen dieser Transformation auf das Stakeholder Management von Organisationen sind ja viel größer, als die Kommunikation auf einzelnen Kanälen. Das wird – nach den Kommunikations-Generalisten der 2000er-Jahre – zu einer stärkeren Spezialisierung führen. Auch weil die technische Dimension der Kommunikation von den Inhalten nicht mehr getrennt werden kann, wenn letztere wirkungsvoll sein soll.

Was fehlt Studenten, wenn sie ins Berufsleben starten?
Zunächst muss ich sagen, dass Studentinnen und Studenten heute mit viel mehr Wissen und Praxiserfahrung in den Beruf starten, als die Generationen vor ihnen. Zu dieser Professionalisierung haben vor allem Hochschulen wie Hannover, Leipzig, Mainz, Darmstadt, Hohenheim, München, Friedrichshafen beigetragen. Schon als Young Professional lässt sich viel Wissen aus dem Studium nutzen: Ob Grundlagen der Konzeption, die Ergebnisse der Masterarbeit zur Wirksamkeit von CSR-Programmen oder SPSS-Kenntnisse. Herausfordernd beim Berufsstart in der Beratung sind oft das hohe Maß an Selbstorganisation, die Themenbreite und -tiefe auf den verschiedenen, parallelen Mandaten und die unterschiedlichen Führungs- und Beratungsstile der „Seniors“, mit denen man zusammenarbeitet. Meiner Erfahrung helfen da ein guter Einarbeitungsplan für die ersten 100 Tage, viel interne Weiterbildung und ein erfahrener Mentor. Ich kann diesen Berufsstart auf jeden Fall empfehlen.

Ein Beitrag von Theresa zum Felde (MKO 1)


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.