Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview mit Frank Schütz von Faktor 3

Frank Schütz ist Mitglied im Management Board der Agentur Faktor 3 in Hamburg und zuständig für das Team Automotiv & Freizeit. Er erzählt uns von seinem Weg in die PR und was Faktor 3 in puncto Nachwuchsförderung bietet. Außerdem verrät er uns, mit welcher Frage Bewerber unter anderem in einem Bewerbungsgespräch bei ihm konfrontiert werden.

 

Herr Schütz, wie sind Sie zur PR gekommen?

Ich habe Politik-, Informationswissenschaften und Englisch in Saarbrücken und Köln studiert und schon während des Studiums angefangen in Agenturen zu arbeiten. Zu der ersten Agentur bin ich durch das Kellnern gekommen. Mich hatte beim Arbeiten jemand angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, in seiner PR-Agentur zu arbeiten. Meine Frage war: Was ist PR? Also habe ich in einer ganz kleinen Agentur, TextKonzept, in Königswinter bei Bonn angefangen und dort die Basics gemacht. Die Agentur macht viel für die Bau- und Heimwerkerbranche. Ende der 90er Jahre haben wir uns dann in die Internetecke entwickelt und haben die ersten Webseiten für Kunden gebaut und alles was in dem Bereich so funky und neu war. Dort habe ich in nur wenigen Jahren richtig viel gelernt, worauf es in der PR ankommt. Nämlich gute Inhalte an die richtigen Zielgruppen zu verbreiten.

 

Wie sind Sie zu Faktor 3 gekommen?

Zuerst war ich zwei Jahre in Hamburg in einer anderen Agentur und bin dann zu Faktor 3 gewechselt. Ich habe dort als Berater angefangen, bin zum Teamleiter übergegangen und vor 14 Jahren ins Management Board aufgestiegen. Wir haben drei Gründer und Inhaber sowie die erweiterte Geschäftsführung aus 12 Personen, das sogenannte Management Board. Das sind alles operative Teamleiter, die aber auch übergeordnete Funktionen übernehmen.

 

Was war ihr bisher spannendstes Projekt und warum?

Ich habe schon einige kleine und große Projekte gemacht. Das spannendste Projekt war eine Veranstaltung im Bundestag in Bonn. Für mich ist es vor Ort immer am schönsten, dass wenn ich eine Idee hatte, bei der Umsetzung dasitze und beobachte, wie alles abläuft – und man weiß: das Ding war meine Idee. Ein sehr schönes Gefühl.

 

Was bietet Faktor 3 in punkto Nachwuchsförderung?

Wir haben eine eigene Academy. Grundsätzlich ist unser Motto aber „learning on the job“. Das Volontariat dauert 18 Monate und jeder bekommt einen eigenen Academy-Plan. Das sind ca. 12-15 Veranstaltungen, die jeder machen kann, wenn er oder sie mag. Dort werden die Grundskills der Agentur vermittelt: basale Themen wie „Unser Buchhaltungssystem“ bis hin zu „Wie mache ich eine Konzeption?“, „Wie mache ich Relations?“, „Wie vernetze ich mich?“ und vieles mehr. Worauf wir aber wirklich setzen, ist, dass die Leute sich selber nochmal hinsetzen und über den Markt informieren. Dafür haben wir zahlreiche Abos und Online-Zugänge zu den wichtigsten Trendmedien, die wir den Volontären zur Verfügung stellen.

Die Volontäre sitzen auch gleich mit in den Teammeetings. Wir sind auch gern mit unseren Mitarbeitern im Diskurs. Das kann manchmal auch ein kleiner Kulturschock für neue Leute sein. Es kann passieren, dass sie das erste Mal dabei sind und es nach 5 Minuten richtig zur Sache geht, dass man wirklich denkt: Um Himmelswillen, wo bin ich hier gelandet? Aber dieses Reiben in den Diskussionen erzeugt eben genau die Wärme, die spannend ist. Das ist wie in der Politik – man muss um die richtige Lösung ringen. Du kannst manchmal eine Idee haben und dann musst du diese Idee verteidigen. Und wenn du merkst, sie funktioniert nicht, dann gibt es nur eine Möglichkeit, egal wie verliebt du in deine Idee bist: dann musst du eben zurückrudern. Der Diskurs normiert am Ende, dass man weiß, ob eine Idee gut ist oder nicht. Kreativität ist harte Arbeit.

 

Was fehlt Studenten, wenn sie ins Berufsleben starten?

Es ist mitunter schwierig, wenn Absolventen aus klassischen Ausbildungen, wie z.B. Kulturwissenschaften, kommen. Denen fehlt die Praxis. Umso praxisnäher das Studium ist, desto besser. Am besten ist es, wenn die Studenten selber schon journalistisch aktiv sind und ein aktives Onlineprofil haben: wenn man twittert, bei Facebook aktiv ist oder andere Kanäle nutzt. Dann kann ich natürlich ganz anders mit jemandem darüber reden, im Vergleich zu jemandem, dem ich erstmal Twitter erklären muss. So etwas kann keiner ausbilden. Das ist aber auch eine Frage des Mutes in solchen Onlineportalen aktiv zu sein und vielleicht auch mal seine Meinung zu äußern.

 

Worauf können sich Bewerber in einem Bewerbungsgespräch mit Ihnen einstellen?

Wenn wir Bewerbungsgespräche haben, stelle ich immer die Frage: „Wenn du vor deinem Schreibtisch sitzt und es stellt dir jemand eine Frage – was machst du zuerst? Du hast eine Tastatur, ein Telefon und eine Maus.“ Fängst du an, dir die Frage von der Seele zu schreiben, fängst du an im Internet zu surfen oder rufst du jemanden an? Die Leute, die dann sagen „ich rufe jemanden an“, da weiß man, dass die ein starkes Sozialgefühl haben. Ich glaube, so jemand bin ich tendenziell auch eher. Ich stehe auf, laufe rum und nerve Leute. Ich habe in meinem Team Leute, die sich sehr gut um die organisatorischen Dinge kümmern und deswegen kann ich dann auch manchmal etwas spinnen und kreativ sein.

Ein Interview von Katharina Bock (BPR 6)


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