Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

Invasion-Interview: Carsten Christian

Der zweite Beitrag der #Bloginvasion wird morgen (17.07.) auf dem OSK-Blog erscheinen. Johanna Weisig hat sich dafür mit WhatsApp Newslettern auseinandergesetzt. Ein digitaler Trend, der sich auch immer mehr in unseren Chat-Verläufen einschleicht. Wir wollten von dem Social-Media-Redakteur von Oliver Schrott Kommunikation Carsten Christian wissen, wie er diesen Trend bewertet.

 

Können WhatsApp Newsletter vom Digital Trend zum nachhaltig genutzten PR-Instrument werden?

Das ist zu diesem Zeitpunkt tatsächlich schwer vorherzusagen. Das Potenzial besteht aufgrund der sehr direkten Kundenansprache in einem Kanal, den ein großer Teil der Gesellschaft regelmäßig nutzt. Allerdings ist die Bedienung von WhatsApp als Kommunikationstool für Unternehmen noch immer mit einigen Schwierigkeiten verbunden, zum Beispiel müssen Kontaktlisten händisch gepflegt werden. Zudem gibt es bisher nur wenige Erkenntnisse darüber, inwieweit sich Nutzer durch Markenbotschaften in einem eher privaten Kanal wie WhatsApp gestört fühlen.

Spannend wird es, wenn WhatsApp irgendwann die Integration von Chatbots und damit eine Art Automatisierung ermöglicht. Zum Einen könnten sie dem User Unternehmens-News nach ihren Vorlieben ausspielen, zum Anderen kann der Nutzer sich mit grundsätzlichen Fragen zur Marke an den Bot wenden und bekommt die Antwort direkt auf sein Handy.

 

Was ist Ihr persönliches „The next big thing“ ?

Persönlich hoffe ich stark auf den endgültigen Durchbruch von Virtual Reality, wodurch unsere Art der bildlichen Kommunikation auf ein neues Level gehoben wird. Geeignete Hardware gibt es schon, die Erstellung für VR-Videos ist jedoch noch längst nicht für jeden Publisher durchführbar.

Ebenso spannend finde ich den Bereiche Augmented Reality, denn AR ermöglicht dem Kunden, ein reales Produkt zu erleben und zusätzlich digitale Informationen darüber zu erhalten. Ein Beispiel: Ein Kunde besucht ein Autohaus und betrachtet seinen Wunschwagen. Durch seine AR-Brille kann er dann technische Spezifikationen und Produktvideos aufrufen, ohne erst auf seinem Smartphone suchen zu müssen. Und es geht noch weiter: Das reale Grundmodell lässt sich digital den Kundenwünschen anpassen, beispielsweise wird eine andere Lackfarbe über das Auto gelegt, alternative Radkappen oder eine neue Innenausstattung. Der Kunde sieht so direkt im Laden, wie das Auto mit den Anpassungen wirken würde. Das klingt noch wie reine Zukunftsmusik, doch technisch sind wir von diesen Möglichkeiten nicht mehr weit entfernt.

Was die digitale Kundenkommunikation angeht, werden sich Markenseiten im Netz meiner Meinung nach Schritt für Schritt auf Personalisierung umstellen. Sprich: Die Unternehmenswebsite sieht dann nicht mehr für jeden Kunden gleich aus, sondern passt sich seinen Vorlieben und Gewohnheiten an. Der eine User sieht dann auf dem Unternehmensblog, den er besucht, etwa einen Artikel zur Eventkommunikation, dem anderen wird ein Text über Influencer Relations angezeigt.

 

Welche Erfahrung haben Sie schon mit WhatsApp Newslettern im Berufsalltag und im privaten Umfeld gesammelt?

Wir haben über die Möglichkeit, unseren OSK-Newsletter auch als Kurzversion per WhatsApp zu versenden, schon nachgedacht. Wie bereits erwähnt ist die Bedienung derzeit noch sehr aufwendig und der Erfolg nur schwer messbar, da sich nicht messen lässt, wie viele Nutzer über den Newsletter-Link auf die Unternehmens-, bzw. Blogseite klicken.

Privat habe ich mich bereits für einige WhatsApp Newsletter angemeldet, um zu prüfen, wie andere damit umgehen. Meine Meinung hat sich bisher jedoch bestätigt, da die ersten Versuche meistens nach der ersten Phase wieder eingestellt werden oder die Publisher nur unregelmäßig veröffentlichen.

Essenziell ist, dass Publisher mit ihrer WhatsApp-Kommunikation wirklich einen Mehrwert für den Nutzer schaffen, der ihm hilft, unterhält, informiert etc. Ansonsten fühlt der Empfänger sich nämlich nur eins: In seiner Privatsphäre gestört.

 

Welche Kenntnisse sollten Young Professionals unbedingt mitbringen, bevor sie in den Berufsalltag einsteigen?

  1. Ein Grundverständnis der Digital-Landschaft und damit meine ich nicht Facebook.
  2. Analytisches, strategisches und konzeptionelles Denken, das schnell auf den jeweiligen Kunden angepasst werden kann.
  3. Die Fähigkeit, zur Problemlösung einen anderen Blickwinkel einzunehmen.

 

Was sind die 3 digitalen Tools ohne die Ihr Job nicht mehr machbar wäre?

  • ein gut funktionierendes und intuitives CMS
  • das gleiche gilt für Newslettertools
  • Tools zur Erfolgsmessung des Eigen- sowie Kundencontents

 

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