Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

… Bis zum CommsDay 2017 und noch viel weiter!

Am 16.11.2017 lud der PRSH alle Mitglieder und Interessierte in die geheime Hauptstadt der Nachwuchskommunikation ein – Ja, es geht um Hannover. In den Ufo-förmigen Fassaden des Planets MID war das Publikum eingeladen mit den Referenten Kommunikation über den eigenen Horizont hinaus zu entdecken und in ferne Galaxien vorzudringen. „Seid offen und lasst euch überraschen. Manchmal entdeckt man Interessen, die man sich selbst nicht zugetraut hätte“, erklärt Vorsitzende Vivien Werner zur Begrüßung. Wir sind uns sicher: Die Studierenden konnten an diesem Tag ganz im Sinne von Buzz Lightyear „Bis in die Unendlichkeit und noch viel weiter“ vordringen – zumindest aus kommunikativer Sicht.

 

Virtual und Augmented Reality in der Kommunikation von Mathias Keswani, Nerdindustries GmbH

Mathias Keswani nahm die Studierenden mit in die Welt von Virtual und Augmented Reality und überzeugte die Anwesenden schnell von den kommunikativen Möglichkeiten die vor allem AR zu bieten hat: „Wann immer Unternehmen Innovationen für das Unternehmen benötigen, kommen sie zu uns“, erklärte er, denn Nerdindustries ist ein Unternehmen der ganz anderen Art: Aus der Kombination der Berufe des Texters und des Informatikers entstand Nerdindustries, eine Agentur, die innovative Kommunikationslösungen entwickelt, indem sie kreative Ideen mit den neusten Technologien wie AR und VR kombiniert. Wie das Ganze aussehen kann, zeigte der „Vollzeitnerd“ anhand eines Beispiels: Im Auftrag des Europa-Parks entwickelte Nerdindustries ein magisches Buch für Zuhause. Durch den Erwerb des Buches und Stickern im Europa-Park, werden Zuhause mittels des Handys aus den Stickern Augmented Reality-Motive – der Technologie sei Dank. Wichtig war Mathias Keswani aber auch eine andere Botschaft an die Studierenden für ihr Berufsleben:

„Immer, wenn man in seinem Job nichts mehr lernen kann, sollte man gehen.“

 

Food-Communication und Unternehmenskommunikation von Heike Hauerken, Mondelez International

Dass die Wege in die Kommunikation vielfältig sind, zeigte Heike Hauerken, die aus ihrer Arbeit bei Mondelez International berichtete. Angefangen hat sie dort als Ernährungswissenschaftlerin, bis sie später in die Unternehmenskommunikation wechselte. Durch ihr Hintergrundwissen über die Produkte kann sie die Vermarktung der Produkte bestens kommunikativ begleiten. Die Unternehmenskommunikation bei Mondelez hat vier Aufgaben: Die Wachstumsgeschichte soll erzählt, das Mitarbeiterengagement gefördert, die Krisenkommunikation beherrscht und die externen Stakeholder ans Unternehmen gebunden werden. Der Food-Bereich ist sehr sensibel und krisenanfällig. Als Beispiel für gutes Krisenmanagement führte Heike Hauerken die Preiserhöhung der Milka-Schokoladentafeln an. So wurde nicht die Preiserhöhung, sondern der Wert der Marke Milka in einer großen Kampagne thematisiert – präventive Krisenkommunikation nennt man das wohl. Heike Hauerken hat in Mondelez für sich einen optimalen Arbeitgeber gefunden und gibt den Studierenden mit auf den Weg:

„Sucht euch ein Unternehmen, hinter dessen Werten ihr steht, für das ihr euch begeistern könnt. Nur dann könnt Ihr diese Werte auch nach außen überzeugend und erfolgreich kommunizieren.“

Heike Hauerken nimmt den Nachwuchs aus Hannover besonders unter die Lupe. Können wir da ein Recruiting erwarten?

Sport und Event-PR von Wendelin Hübner, Adidas

Auf den ersten Blick zwar ebenfalls international, auf den zweiten dennoch mit einem feinen Unterschied. Welcher das ist, erklärte Wendelin Hübner von Adidas „Für uns ist es vergleichsweise irrelevant, was in Ländern wie Norwegen oder Portugal passiert. Wir konzentrieren uns auf die Metropolen wie Tokio, London und Berlin. Wir wollen die jungen Trendsetter in den Großstädten der Welt erreichen, die digital unterwegs sind. Wendelin Hübner ist verantwortlich für die Key-City PR in Berlin. Die Kommunikationsmaßnahmen entstehen dabei aus drei wichtigen Bausteinen: Bei Adidas gibt es klare Protagonisten, Heroes, die die Menschen mit ihren Stärken beeindrucken. Diese haben eigene Inspirationen der Marke Adidas. Dabei wird sich bewusst gegen die Kommunikation von einem Markenbild entschieden, da sie die Interpretationen und Visionen von anderen Menschen zulassen wollen, um eine ganz besondere Beziehung daraus entstehen zu lassen. Wie das funktioniert erklärt Wendelin Hübner anhand des 360 Grad Programm. Ziel war es, Fußballer aus den verschiedensten Berliner Vierteln in einem Workshop zusammenzubringen – nicht um ihnen zum Profi-Fußballer zu verhelfen, sondern um sie als Menschen zu fördern, sich weiterzuentwickeln und sie in ihren Stärken zu unterstützen. Adidas hat damit die Chance ihre eignen Influencer zu kreieren und mit Menschen eine ganz besondere Beziehung aufzubauen, die sie anders nicht erreicht hätten – Eine Influencer Marketing Strategie der anderen Art. Die Akzeptanz bei der Zielgruppe hat das Unternehmen, aber

„man sollte sich nie auf seinen Lorbeeren ausruhen.“

 

Politische Kommunikation und Public Affairs von Ann Cathrin Riedel, UP Digital Media

Im Jahr des Wahlkampfes hat sich mehr als je zuvor gezeigt, dass politische Kommunikation auch auf digitaler Ebene wichtig ist, um gerade junge Zielgruppen zu erreichen. Um genau dabei erfolgreich zu sein, gründete Ann Cathrin Riedel die Agentur UP Digital Media. Wo Obama den US-amerikanischen Wahlkampf schon vor Jahren durch eine Social-Media Wahlkampagne gewann, hing gerade Deutschland bis jetzt hinterher. Doch zu den diesjährigen Bundestagswahlen setzte besonders die FDP mit Christian Linder auf das Thema Digitalisierung. Die Aktivitäten auf den Social-Media-Kanälen haben sicherlich zu dem Wiedereinzug in den Bundestag beigetragen, so Riedel. Als geschulter Unicorn Whisperer und Chief Cat Content Officer erklärte sie in ihrem Vortrag, wie wichtig die Inszenierung von Politikern auf Social Media für die Medien und deren Zielgruppe sei. Sie machte dabei darauf aufmerksam das Twitter sich perfekt für den Austausch von Politikern und Journalisten eignete. Um allerdings die politische Zielgruppe im deutschen Volk zu erreichen würden sich andere Plattformen wie Facebook besser anbieten. Dabei sei die Personifizierung von Politikerpersönlichkeiten auf Social Media sehr wichtig. Sie führte beispielsweise an, dass Christian Lindner auf Facebook doppelt so viele Likes wie die Partei FDP selbst hätte.

„Politische Kommunikation ist gerade dann erfolgreich, wenn sich die Akteure nicht selbst damit beschäftigen würden, sondern Kommunikationsprofis die Inhalte zielgruppengerecht in Szene setzen lassen.“

 

Die Wahl zwischen Theorie und Praxis, Agentur oder Unternehmen von Annett Bergk und Paula Slomian, PR-Journal

Annett Bergk und Paula Slomian gingen im letzten Panel mit den Studierenden der Gretchenfrage auf den Grund: „Agentur oder Unternehmen?“ von einem anderen Standpunkt aus. Wer sagt denn, dass man sich entscheiden muss? In doppelter Women-Power und humorvoller Vortragsweise erläuterten die beiden, den Arbeitsablauf in Agenturen und Unternehmen und nahmen sich den Klischees beider Branchen an. „Klischees haben ihre Berechtigung, aber letztendlich ist Arbeiten in der Kommunikation, dass was man daraus macht“, meinten Annett Bergk und Paula Slomian. Mit #streichtmalentwederoder ermutigen sie Studierende, sich nicht für eine Seite zu entscheiden, sondern beides auszuprobieren. Auch den Mut zur Lücke sollte jeder haben, denn man muss nicht alles wissen, sondern soll bei seiner Arbeit immer wieder was dazu lernen. Daher gaben sie dem Publikum mit auf den Weg:

„Der perfekte Klugscheißer weiß immer, wen man fragen kann.“

 

Auch dieses Jahr bot der CommsDay wieder die Möglichkeit vielseitige Einblicke in die Kommunikationsarbeit zu bekommen und sich von PR-Professionals Tipps für die weitere Laufbahn in der PR-Branche zu holen. Nicht nur die Vorträge sind das, was den CommsDay ausmachten, sondern vor allem der persönliche Austausch, der während der Pausen zwischen den Professionals und den Studierenden stattfand. Gerade in der Vielfalt, die die PR-Welt bietet, ist es gut, sich in viele Richtungen umzuschauen. Denn eines wollen alle Studierenden: Nicht „irgendwas mit Medien“, sondern ein Beruf, der sie erfüllt und wachsen lässt.

Ein Beitrag von Carina Seliger (BPR5)

Foto Credits an Franca Lentz (BPR5) und die Pixelkiste

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