Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PR(SH)-Interview mit Heike Hauerken

Heike Hauerken absolvierte zunächst ein naturwissenschaftliches Studium zur Ökotrophologin. Ihre berufliche Laufbahn bei „Mondelēz International“ begann sie demnach als Ernährungswissenschaftlerin. Obwohl sie vorher nie ernsthaft über den Berufszweig PR nachgedacht hatte, landete sie schließlich über Marketing und Marken-PR in der Unternehmenskommunikation. Das international tätige Snacking-Unternehmen „Mondelēz International“ stellt bekannte Produkte wie Milka Schokolade, Oreo Kekse oder Philadelphia Frischkäse her.

 

Was macht die Kommunikation von Snacking-Unternehmen – vor allem im Vergleich zu anderen Kommunikationsformen – aus?

Was die Lebensmittel-Branche im Großen und Ganzen ausmacht, ist, dass man mit vielen Themen konfrontiert wird, die in der Öffentlichkeit eine große Relevanz haben, die das Interesse wecken, aber auch kontroverser diskutiert werden. Wie ernähre ich mich richtig? Esse ich zu viel Zucker oder Salz? Was ist eigentlich eine ausgewogene Ernährung? Diese Themen schwirren um Lebensmittelprodukte und sind wichtig für jeden Einzelnen. Das macht sicherlich einen Unterschied zu anderen Branchen aus, zu denen das Interesse der Öffentlichkeit nicht so hoch ist.

 

Wonach wählen sie Ihre Bewerber aus?

Grundsätzlich müssen natürlich die Standardanforderungen passen. Das heißt, dass ein gutes Zeugnis wichtig ist und bei uns ist die englische Sprache von großer Bedeutung. Wir arbeiten in einem internationalen Kontext, das heißt, der Großteil der Kommunikation passiert auf Englisch. Dann ist Berufserfahrung definitiv von sehr großer Relevanz, egal, ob es bei einer Agentur oder im Unternehmen. Erfahrungen z.B. im Praktikum zu sammeln, wie die reale Welt da draußen funktioniert, ist unheimlich hilfreich, um dann den Einstieg zu finden. Die Komplexität und Schnelligkeit eines Unternehmens sind nämlich wirklich herausfordernd und je mehr Praxiserfahrung man mitbringt, desto leichter wächst man rein.

 

Welche Erfahrungen im Bereich PR kann man nur im Unternehmen sammeln?

Im Unternehmen lernt man, wie das Unternehmen selber tickt. Man ist einfach nah dran und atmet die DNA des Unternehmens nochmal anders, als eine Agentur dies von außen leisten kann. Das Spannende in einem internationalen und großen Unternehmen wie Mondelēz ist, dass man mit unheimlich vielfältigen internen und externen Kommunikationsthemen in Kontakt kommt. Das kann zum Beispiel ein kritisches Thema sein, zu dem man als Marke nach außen Stellung beziehen muss oder interne Kommunikation zu Veränderungsprozessen, in denen sich große Unternehmen kontinuierlich befinden. Es entstehen also unheimlich viele inhaltliche Herausforderungen, die es kommunikativ zu managen gilt.

Das Themenspektrum ist so vielfältig und breit, dass man „on the job“ kontinuierlich dazulernt. Von außen kann man sich kaum vorstellen wie komplex so ein Unternehmen doch ist: Diese Filigranarbeit im Hintergrund bevor ein Statement fertig ist oder wie ein Geschäftsführer auf ein Interview vorbereitet wird.

Agenturen können aber dafür einen frischen Blick auf Dinge werfen. Ich glaube, es hat beides seine Berechtigung und es ist für die Unternehmenskommunikation durchaus hilfreich, jemanden im Team zu haben, der in einer Agentur Erfahrungen gesammelt hat. Genauso wie es für eine Agentur auch hilfreich ist, jemanden zu haben, der mal in einem Unternehmen gearbeitet hat. Es ist gut, wenn man verstanden hat, wie beides funktioniert.

 

Welches Kommunikationstool wird in Zukunft erheblich an Bedeutung gewinnen?

Sicherlich die digitalen Medien. Ich merke das auch in meinem täglichen Arbeitsablauf. Vor einigen Jahren noch hat man die Zeitung aufgeschlagen oder morgens seinen Clipping-Report durchgeschaut. Heute bekommt man seine Hinweise über Google Alerts direkt in die E-Mail-Box. Allein schon an solchen Kleinigkeiten sieht man, dass sich die Medienwelt einfach komplett verändert. Themen, die auf den neuen Kanälen hochploppen, bekommen sehr schnell eine große Präsenz. Das bedeutet, dass alles schnelllebiger ist und Themen sich auch schneller über Ländergrenzen hinweg entwickeln. Unternehmen haben durch diese veränderte digitale Welt die Möglichkeit, viel direkter und dialogorientierter sowohl mit Verbrauchern, als auch mit einer breiteren Öffentlichkeit in Kontakt zu treten.

 

Anjoula Hummel studiert im sechsten Semester Public Relations.


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