Public Relations Studierende Hannover e.V.

   
    

PRSH e.V. beim Zukunftsforum der DPRG

Auf Einladung des PR Journals war der PRSH auch in diesem Jahr beim vierten Zukunftsforum der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG) vertreten. Bei strahlendem Sonnenschein an der Hamburger Alster trafen über 200 PR-Professionals – egal ob Profi oder Studierende, Agentur, Unternehmen oder Verband – am 28. und 29. Juni aufeinander. Das diesjährige Thema, auch für uns aktueller denn je, „Fair statt Fake: Werte in der Digitalisierung“.

Bereits in der Keynote von Journalist und Blogger Richard Gutjahr wurde deutlich, hier treffen nicht nur unterschiedlichste Jobbeschreibungen mit ihren vielfältigen Arbeits- und Denkweisen aufeinander, sondern auch verschiedene Generationen von Kommunikatoren. In seiner Keynote scheute Gutjahr auch kontroverse Themen nicht. So übte er spontan Kritik am Grußwort seines Vorredners Norbert Minwegen (DPRG-Präsident), der zuvor erklärte, er habe seinen Facebookaccount nach dem Daten-Skandal gelöscht. Gutjahr: „Wie kann man in so einem Fall noch behaupten, dass man Kommunikation gestalten oder gar steuern wolle, wenn man selbst nicht einmal aktiv dabei ist?“ Allein dieser Punkt gab schon parallel zur Keynote auf Twitter (#zukufo) den Anstoß für die Debatte, wie und welche Werte in der Kommunikation heute an welcher Stelle notwendig sind.

PRSH-Mitglieder Indra Bruse, Katharina Klahold und Narin Sakar.

Gegensätze traten auch in den auf die Keynote folgenden Sessions aufeinander. Je nach Interesse konnten die Teilnehmer miteinander diskutieren, sich vernetzen oder einfach nur inspirieren lassen. Wichtig dabei: Das „Du“ ist Pflicht und man sollte keine Scheu haben, jeder darf mitreden und die Kommunikation von morgen weiterdenken.

Entsprechend der persönlichen Relevanz konnte sich so jeder die passenden Themen herauspicken oder sogar selber anbieten. In meinem Fall waren dies Aspekte, die nah an meinen aktuellen Masterinhalten liegen, wie z.B. die Sessions zum Thema „Corporate Influencer“ oder „CEO-Kommunikation“, oder aber mich privat beschäftigen. Hier ist z.B. die Session zum Thema „Chancen von Frauen in Führungspositionen“ mit Inken Hollmann-Peters (Beiersdorf) und Cornelia Kunze (I-Sekai) hervorzuheben.

Aber wie steht es nun um die Werte und Wertvorstellungen der Kommunikatoren?

Stakeholder sind ein großes Thema: (digitale) Empathie, Bewusstsein für seine Umgebung und Kompetenz im Umgang mit ihnen bilden Schlüsselelemente für erfolgreiche, authentische und nachhaltige Kommunikation. Zudem sollte und muss Kommunikation heute schnell sein und darf auch gerne einmal mit Witz reagieren. Transparenz, Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und Authentizität werden von Tag zu Tag wichtiger. Insbesondere die „licence to operate“ wurde häufig in den Fokus gerückt. Um Freiheit zu sichern, müssen Unternehmen zwingend Verantwortung übernehmen.

Umso besser und einfacher, wenn man für ein Unternehmen arbeitet, dass dies bereits seit Jahrzehnten aktiv umsetzt. Aber ist es wirklich überall alles so schön und ideal wie es erzählt wird? Oder muss nicht doch noch mehr getan werden? Denn nicht jeder, der behauptet, er halte sich an solche Grundsätze, tut es auch außerhalb der #zukufo-Blase oder hat erst gar nicht die Möglichkeit dazu. Problematisch ist auch, dass zwar viele Themen besprochen wurden, allerdings mindestens genau so viele nur angeschnitten werden konnten. Zu groß ist die momentane Unsicherheit bezüglich Themen wie Datenschutz oder künstlicher Intelligenz und dem Umgang mit diesen.

Studierende der verschiedenen Initiativen aus Hannover, Mainz, Lingen und Leipzig sowie der DPRG Landesgruppen mit Nico Kunkel und Clara Lamm (DPRG).

Mein Take-away für Studierende: Barcamp-Formate wie das Zukunftsforum bieten die Möglichkeit sein geschütztes Studienumfeld zu verlassen, Impressionen zu sammeln, die das Studium ergänzen und neue Blickwinkel kennenzulernen. Man muss mutig sein und einfach mitdiskutieren! Nur weil jemand schon seit über 30 Jahren in der Branche arbeitet, heißt es nicht zwingend, dass er oder sie  immer Recht hat. Die Branche lebt vom Austausch zwischen den Generationen und zwischen Individuen, jeder kann von jedem lernen, auch und vor allem was den richtigen Umgang mit Werten angeht. Für mich persönlich ist ein Ratschlag von Inken Hollmann-Peters und Cornelia Kunze hängen geblieben: Vorbilder und Mentoren sollte man sich nicht abhängig vom Geschlecht suchen, sondern vielmehr anhand von Verhalten, Kompetenz und ähnlichen Werten. Man muss sich treubleiben und darf sich nie zu sehr verstellen.

 

Katharina Klahold studiert im zweiten Mastersemester Kommunikationsmanagement und ist stellvertretende Vorsitzende des PRSH.


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