
Bernhard Fischer-Appelt zu Gast beim PRSH
Wie ist die Zukunft der PR-Agenturen? Wie sieht sich ein PR’ler selbst? Und: Wie hat das damals eigentlich angefangen mit der Agentur? Bernhard Fischer-Appelt, Inhaber der gleichnamigen Agentur, stand den PR-Studierenden am Dienstag in einer PR-Lecture Rede und Antwort.
Alles fing mit einer Schülerzeitung an. Und der Erfahrung, dass sich die Auflage verdoppelt, wenn der Schuldirektor diese so anstößig findet, dass sie verboten wird – und man sie außerhalb des Schulgeländes verkauft. Diese Erkenntnis, gepaart mit dem ersten Modell eines Macintosh-Computers, war die Initialzündung für die Gründung von fischerAppelt, heute eine der einflussreichsten und größten PR-Agenturen Deutschlands.
Man habe schon früh auf die Umweltkommunikation gesetzt und es außerdem geschafft, nicht auf die Dotcom-Blase hereinzufallen, erzählt Bernhard Fischer-Appelt. Eine große Delle in der Unternehmensbilanz verschaffte der jungen Agentur jedoch der “grüne Punkt” mit ausfallenden Zahlungen. Die Lehre daraus ist für Fischer-Appelt klar: “Nie wieder spezialisieren!”.
Es folgte stetiges Wachstum und der Übergang in die “Föderation der Ideen”, der Differenzierung in nunmehr sechs Agenturen unter einem Markendach mit spezifischer Aufgabenstellung.
Doch während man früher mit frechen Ideen aus einem kleinen Team die großen Agenturen vor sich hertrieb, habe sich dies wegen der eigenen Größe ein wenig gewandelt. Fast wehmütig klingt es, als Fischer-Appelt sagt: “Wir sind vom Jäger zum Gejagten geworden”.

Bernhard Fischer-Appelt im Kino des Planet MID
Und wo liegt die Zukunft der PR-Agenturen? Auf Nischen spezialisieren? Oder alles aus einer Hand anbieten? “Beides ist möglich”, sagt der Agenturchef. Aber: “Große Strukturen ersticken immer Kreativität”. Deswegen komme es letztendlich immer darauf an, Hierarchien flach zu halten. Trotzdem müssten sich Agenturen heute breiter aufstellen, findet Fischer-Appelt. Große, relevante Kampagnen seien zunehmend voll integriert, mit einer klugen Mischung aus Werbung, PR und online als verbindendem Element. “Mono-disziplinäre Agenturen, die z.B. nur Klassik oder PR anbieten, werden daher in Zukunft ein Nischendasein führen.”
Die sieben Berufe im PR-Beruf
PR’ler, führt Fischer-Appelt aus, hätten doch eigentlich garnicht einen, sondern mindestens sieben Berufe. In der Krisenkommunikation sei der PR’ler der Feuerwehrmann, der die Brände löscht, gleichzeitig aber auch Museumspädagoge, der eine Welt erklärt die sonst niemand versteht. Auch Dramaturg, Protokollchef, Dealer, Themenmanager und Schachspieler seien Public Relations Fachleute in einer Person.
Doch wie steht es um die Attraktivität des Arbeitgebers für Absolventen? “Wir tun da eine Menge”, sagt Fischer-Appelt. Eine Agentur sei schließlich eine Nachwuchsentwicklungsmaschine. Aber: “Auch kein Erholungsort”.
Im Rahmen der PRSH-Gastvortragsreihe „PR Lecture“ begrüßt der PRSH einen prominenten Gast:

Klaus Kocks
Prof. Dr. Klaus Kocks, PR-Berater und ehemaliger VW-Vorstand, ist am 12. Dezember ab 17 Uhr mit einem Vortrag über die „Henne-Ei-Problematik“ bezüglich Journalismus und PR Gast des PRSH (Event bei Facebook).
Die Veranstaltung wird im Kinosaal des Planet MID auf der Expo Plaza 4 stattfinden. Im Anschluss an den Vortrag besteht bei einem kleinen Umtrunk Gelegenheit zum Austausch.
Das Eröffnungspodium des vom PRSH veranstalteten Niedersächsischen PR-Forums lässt sich jetzt in voller Länge bewundern: Wir stellen hier einen kompletten Mitschnitt der Diskussionsrunde zum Thema “Wenn Ansprüche zu Herausforderungen werden” zur Verfügung. Von links: Dr. Felix Gress (Continental), Andreas Meurer (VW Nutzfahrzeuge), Hartwig von Saß (Deutsche Messe AG), Dominik Ruisinger (Moderator), Karl-Heinz Heuser (Burson-Marsteller) und Prof. Dr. Peter Szyszka (Uni Wien).
Der PR-Studierende Hannover e.V. hat einen neuen Vorstand: Joana Witt, Daniela Sievers und Fabian Radix lenken nun die Geschicke der Vereinigung von PR- und Journalismus-Studenten der Fachhochschule Hannover. Da Attila Söder und Martin Höfelmann kurz vor ihrem Studienabschluss stehen, scheiden sie aus dem Vorstand aus, stehen aber weiter mit Rat und Tat zur Seite.

Daniela Sievers, Joana Witt und Fabian Radix (v.l.) sind der neue PRSH-Vorstand. (Foto: Tobias Köhne)
Während Joana Witt (Master Kommunikationsmanagement) sich um Organisatorisches und Presse kümmert, zeichnet Fabian Radix (Master Kommunikationsmanagement) insbesondere für die Onlinedarstellung und Social Media verantwortlich. Daniela Sievers (Bachelor Public Relations) wird sich vorwiegend mit den Exkursionen der Studierenden befassen.
Der Public Relations Studierende Hannover e.V. ist ein Zusammenschluss von Studenten, Alumni und Unterstützern der PR-Studiengänge an der Fachhochschule Hannover. Der gemeinnützige Verein will den Studierenden der Fachrichtungen Public Relations (Bachelor), Kommunikationsmanagement (Master) und Journalismus (Bachelor) auch außerhalb der regulären Vorlesungen Wissen vermitteln. Kontakte zwischen Theorie und Praxis knüpfen, Engagement zeigen – das sind weitere Ziele der Gemeinschaft, die im Jahr 2009 von Studenten rund um Martin Höfelmann gegründet wurde.
Diese Ziele realisiert der Verin durch Vorträge externer Fachleute, die Diskussionsreihe “PRSH im Gespräch” bei der PR-Profis Fachthemen mit den Studenten debattieren, Exkursionen zu Institutionen aus dem Bereich der Public Relations sowie Workshops oder zusätzliche Lehrangebote.
24 PR-Praktiker und Wissenschaftler auf fünf Podien, rund 200 Zuschauer, viele neue Einblicke und Kontakte – die Bilanz des vom PRSH organisierten Niedersächsischen PR-Forums in Hannover kann sich sehen lassen. Kommunikationsprofis von VW, Continental, Dr. Oetker, Microsoft und E-Plus diskutierten am Freitag auf der von Studenten organisierten Veranstaltung über Bezugsgruppenwandel, Ethno-PR, CSR, interne und politische Kommunikation.
“Gesellschaftsrevolution! Kommunikationsevolution?” lautete das Motto der Veranstaltung im Radisson Blu Hotel an der Expo Plaza in Hannover.
Für den Einstieg in die Thematik sorgte der Fraktionsvorsitzende der Grünen in Niedersachsen, Stefan Wenzel. Es gäbe eine Reihe von Indikatoren, die für einen gesellschaftlichen Wandel sprächen. Finanzkrise, Fukushima, Stuttgart 21 – die Menschen seien zutiefst verunsichert und damit auf der Suche nach neuen Antworten.
Im Anschluss saßen mit Felix Gress (Continental), Andreas Meurer (VW Nutzfahrzeuge), Hartwig von Saß (Deutsche Messe), Karl-Heinz Heuser (Burson-Marsteller) und Peter Szyszka (Uni Wien) fünf Kommunikationsprofis auf der Bühne, die diesen Gedanken aufgriffen.
Heuser vertrat dabei deutlich die These, dass Kunden Unternehmen in Zukunft immer häufiger die Frage stellen würden, wie denn ihre gesellschaftliche Wertschöpfung aussähe. Dies müsse daher Teil des betriebswirtschaftlichen Denkens in Unternehmen werden. Die Ansprüche der Bezugsgruppen seien erheblich gestiegen.
Empörungsgesellschaft also? – Ja, irgendwie schon, fand man auf dem Podium. Aber womöglich nicht immer bedeutsam. Kritisch sei daher für Unternehmen immer die Frage der Bewertung. Gress: “Sie können nicht jedes kleine Feuer austreten”. Und Meurer: “Manche Dinge muss man auch einfach mal aussitzen.”
Von Klosterbibliotheken, Werkszäunen und alten Hüten

Eröffnungspodium: Von Klosterbibliotheken, Werkszäunen und alten Hüten
Schnell drehte sich die Diskussion jedoch eher um den Weg der Übermittlung als die inhaltliche Aussage. Insbesondere die radikalen Äußerungen von Andreas Meurer in Bezug auf Onlinemedien sorgten für Geraune im Saal – und auch virtuell bei Twitter. Der Kommunikationsleiter von VW-Nutzfahrzeuge bemängelte die fehlenden persönlichen Kontakte mit Onlinejournalisten und Bloggern. Es handele sich um eine “anonyme Masse”, um Leute die “irgendwas zurecht zimmern”. Viele Onliner hätten einfach kein Abbild mehr von der Realität. “Andreas Meurer befindet Onlinejournalisten für inkompetent und nicht nach journalistischen Sorgfaltskriterien arbeitend”, hieß es schon Sekunden später bei Twitter.
Während Meurer sich an den negativen Einflüssen des Web festgebissen hatte, konnte Hartwig von Saß diesem auch wertschöpfende Aspekte abgewinnen. Direktes Feedback führe zu besserem Service, personelle und finanzielle Investitionen für Onlinekommunikation seien sinnvoll.
In einem erstaunlich weit geschlagenen Bogen fasste Conti-Kommunikator Felix Gress die Veränderungen in der Kommunikation zusammen: “Früher ging man in die Klosterbibliothek, heute eben ins Internet.” Diese Entwicklung brächte zwangsläufig einen Glaubwürdigkeitsverlust, weil Instanzen fehlten, die Vertrauen schaffen könnten. Auch sei die Kommunikation dort weniger steuerbar. Gress: “Unser Unternehmen hört nicht mehr am Werkszaun auf.”
Kommunikationswissenschaftler Peter Szyszka winkte nur lässig ab: “Das sind doch alles alte Hüte.” Die Debatte sei eine zyklisch wiederkehrende. Am Schluss laufe es doch wieder auf eines hinaus: Die Glaubwürdigkeit der Kommunikation sei entscheidend, nicht der Weg der Übermittlung.
Zwischen Nachhaltigkeit und Lederhosen-PR

Viele neue Erkenntnisse galt es mitzuschreiben
In vier kleineren Diskussionen, von denen jeweils zwei parallel stattfanden, ging es dann um weitere große Themenfelder, die die PR-Branche bewegen: Ist CSR eher Pflicht oder Kür? Wie geht man mit Wutbürgern kommunikativ um? Ist die One-Voice-Policy eigentlich Geschichte? Wie nutzt man die Power seiner Mitarbeiter für die Außendarstellung? Und sollte man Deutsche mit Migrationshintergrund eigentlich gesondert ansprechen? Zumindest letzteres nicht unbedingt – schließlich mache man auch keine Lederhosen-PR für die Bayern.
Zum Abschluss der Veranstaltung präsentierten sechs Absolventen der Fachhochschule Hannover ihre Masterarbeiten – mit einem breiten Themenspektrum: Von erneuerbaren Energien über die Bedeutung des geografischen Raumes in der Kommunikation oder der mitarbeiterorientierten Ansprache in der internen Kommunikation wurden die Forschungsergebnisse in interessanten Feldern dargestellt.
Beiträge über die einzelnen Workshops sowie ein kompletter Mitschnitt des Eröffnungspodiums folgen in den nächsten Tagen. Twitter-Beiträge zum PR-Forum lassen sich hier nachverfolgen. Die Bildergalerie findet sich hier.
Von Daniela Wrage

Die Universität in Karlstad
Elche, IKEA und Pippi Langstrumpf sind wahrscheinlich die ersten Dinge, die einem zu Schweden einfallen. Doch Schweden hat noch so viel mehr zu bieten: Stockholm, die schönste Stadt Skandinaviens, faszinierende Natur und die leckersten Feiertage der Welt (zum Beispiel der „Våffeldagen”!), um nur ein paar Dinge aufzuzählen. Ein Besuch in Schweden lohnt sich also auf ganzer Linie!
Karlstad – Die „Sonnenstadt“
Das Logo von Karlstad ist nicht ohne Grund ein Sonnensymbol. Die Sonne scheint hier fast jeden Tag und macht selbst die eisigen und langen Winter in Schweden erträglich. Karlstad liegt zentral zwischen Oslo und Stockholm am wunderschönen Vänern See. Die Hauptstadt der Provinz Värmland hat ca. 84.000 Einwohner und eine kleine aber feine Innenstadt, die zum Kaffee, dem Nationalgetränk der Schweden, und einem Kladdkaka (schwedischer Schokokuchen) einlädt. Im Übrigen hat Karlstad das beste Eishockey-Team Schwedens und, ob man es nun will oder nicht, man wird automatisch zu einem eingefleischten Eishockey-Fan!
Modern, interkulturell, vielfältig – Studieren in Karlstad
Karlstad hebt sich besonders durch die nagelneue, moderne Universität ab. In Schweden müssen Studenten zum Glück keine Studiengebühren bezahlen. Der Studienaufbau hingegen ist in Schweden komplett anders geregelt als in Deutschland. Das Semester ist hier in zwei Hälften geteilt, welche jeweils ca. zwei Monate dauern. In einem Semesterabschnitt belegen die Studenten nur ein bis zwei Kurse, die allerdings bis zu je 15 Credits wert sind. Austauschstudenten, die oft nur ein bis zwei Semester in Schweden bleiben, belegen meistens nur einzelne Kurse.

Weite Landschaften im Schnee
Wer länger bleiben möchte, kann aber auch ein zweijähriges, englischsprachiges Masterprogramm belegen. Im Bereich Kommunikation/PR gibt es in Karlstad leider keinen Bachelor- oder Masterstudiengang. Allerdings können während des Auslandssemsters einzelne für PRler interessante Kurse auf Englisch belegt werden, wie zum Beispiel „Intercultural Communication and Media“ oder „Media, Culture and Technologie“. In den einzelnen Kursen sind die Gruppen meist überschaubar, die Zusammenarbeit miteinander ist sehr freundschaftlich und, wie überall üblich in Schweden, die Dozenten und Studenten duzen sich gegenseitig.
Nachtleben in Karlstad
„Work hard, Party harder!“ lautet das Motto der meisten Austauschstudenten, denn das Studentenleben besteht hier zum Glück nicht nur aus lernen. Die Studenten aus den verschiedensten Ländern feiern gemeinsam ausgiebig in den unterschiedlichen Clubs Karlstads. Abends starten regelmäßige „Prepartys“ auf dem Campus, um sich auf den Abend einzustimmen. Wer allerdings die Nacht zum Tag machen will hat sich zu früh gefreut: um 2 Uhr nachts ist in den Clubs in Karlstad Schicht im Schacht. Feiern und Vorlesungen am nächsten Tag sind also kein Widerspruch!
Fazit: Das Land, wie auch das Studium ist einzigartig und einen Aufenthalt 100%ig wert! In diesem Sinne: hej då! Vi ses i Sverige!
PRSH-Gründer Martin Höfelmann hat am Donnerstag bei den PR Report Awards 2011 in Berlin die Auszeichnung als “Student des Jahres” erhalten. Er setzte sich damit gegen vier Mitbewerber von verschiedenen Hochschulen in Deutschland durch. Ausschlaggebend für die Jury war neben Notenschnitt und beruflicher Praxis auch das außeruniversitäry Engagement von Martin: Er hatte im Jahr 2009 den PRSH e.V. gegründet.

Martin Höfelmann (Mitte) nahm den Preis aus den Händen von Ruth Moschner entgegen.
Der Branchenpreis des Magazins PR Report wurde zum neunten Mal verliehen. Mehr als 500 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil. Durch die Gala führte die TV-Moderatorin, Schauspielerin und Buchautorin Ruth Moschner.
Ausgezeichnet in der Kategorie PR-Professional des Jahres wurde Klaus Walther, Leiter Konzernkommunikation der Deutsche Lufthansa AG. Die Trophäe für das PR-Team des Jahres durften die Mitarbeiter der Presseabteilung des Siemens- Konzerns entgegennehmen.
Mit den PR Report Awards werden die professionellen Leistungen gewürdigt, mit denen die Preisträger die kommunikativen Herausforderungen des vergangenen Jahres gemeistert haben. Die Jury besteht aus Frauen und Männern aus Unternehmen und PR- Agenturen. Von den 286 Einreichungen erreichten 81 das Finale, aus denen wiederum die Gewinner in insgesamt 22 Kategorien ermittelt wurden.
Mehr Informationen unter www.prreportawards.de
Das Niedersächsische PR-Forum 2011 findet am 24. Juni in Hannover statt. Der Branchentreff der Public Relations, der gemeinsam vom Masterstudiengang Kommunikationsmanagement der FH Hannover und dem PRSH organisiert wird, steht in diesem Jahr unter dem Motto “Gesellschaftsrevolution! Kommunikationsevolution? Wenn Ansprüche zu Herausforderungen werden”. Einen Tag lang haben dann PR-Praktiker und Wissenschaftler bei diversen Workshops und Vorträgen die Gelegenheit, sich über künftige Herausforderungen der Kommunikationsbranche auszutauschen.
Das Thema der Veranstaltung erklären die PR-Studenten so: “Früher, als wir noch in einer ‘Wie-Welt’ lebten, war es Aufgabe der Kommunikation Wirkungs- und Funktionsweisen zu erklären – in der heutigen ‘Warum-Welt’ reicht dies nicht mehr aus. Anspruchsgruppen sind selbstständiger und selbstbewusster geworden und fragen aktiv nach dem ‘Warum?’. Diese Veränderungen wirken sich unmittelbar auf die Arbeit der PR-Praktiker aus. Die kompakte, eintägige Veranstaltung beschäftigt sich mit verschiedenen Dimensionen der Veränderungen.”
Die Themen der Workshops:
Politische Kommunikation – Wir sind das Volk!
Der Wutbürger – das Wort des Jahres 2010 – bezeichnet einen Menschen der bürgerlichen Mitte, der durch Demonstrationen und Protestaktionen nachdrücklich seinen Unmut über politische Entscheidungen äußert. Die „Wutbürger“ fühlen sich von der Politik weder verstanden noch repräsentiert und sehen keine Legitimation für deren Handeln. Im Workshop wird deshalb zur Diskussion gestellt, wie die Politik mit einer Zielgruppe kommunizieren soll, die sich zunehmend von ihr entfremdet.
Corporate Social Responsibility – Pflicht oder Kür?
Gesellschaft und Anspruchsgruppen wandeln sich – die CSR vieler Unternehmen hingegen nicht. Wenn sich Bedürfnisse, Prioritäten und Kommunikationsverhalten der Bezugsgruppen rasant entwickeln, wie zeitgemäß ist da noch „die gute alte CSR“? Wer erwartet von Unternehmen eigentlich noch CSR? Wem will CSR noch etwas beweisen?
Interne Kommunikation – Goodbye One-Voice-Policy?
Die meisten Kommunikationsabteilungen folgen dem altbewährten Prinzip der „One-Voice-Policy“. Doch in Zeiten von sozialen Netzwerken, Foren und Blogs, in der jeder Mitarbeiter zum Sender unternehmensrelevanter Botschaften werden kann, greift das One-Voice-Prinzip nicht mehr. Ist es also nicht langsam an der Zeit neue Wege einzuschlagen?
Ethno-PR – Ist Multikulti wirklich gescheitert?
Welches Potenzial steckt in multikulturellen Zielgruppen? Ist Ethno-PR im Hinblick auf die Integration ausländischer Mitbürger hilfreich oder stellt sie, durch die angepasste Aufbereitung der Informationen, sogar ein Hindernis für erfolgreiche Integration dar? Diese und weitere Aspekte des Themas werden von Experten aus Wissenschaft und Praxis beleuchten und von den Teilnehmern diskutiert.
Um über aktuelle Forschungsthemen zu berichten und den Stand der Wissenschaft aufzuzeigen, stellen Absolventen der Fachhochschule Hannover anschließend ausgewählte Masterarbeiten vor. Die Veranstaltung findet im Radisson Blu Hotel Hannover auf dem Messegelände statt. Die Teilnahmekosten belaufen sich auf 60 €/Person inkl. Verpflegung.
Mehr Informationen zum Niedersächsischen PR-Forum 2011 unter www.nds-pr-forum.de.
“Wird jetzt alles ethisch(er)? – Die PR-Branche nach der Social-Media-Revolution” lautete der Titel der dritten Podiumsdiskussion der PR-Studierenden Hannover (PRSH) am Montag. Auf dem Podium des Leibnizhauses diskutierten PR-Experten aus Agenturen und Unternehmen vor 70 Gästen über Ethik, Social Media und Hahnenkämpfe.

Diskutierten auf dem Podium: Mario Köpers (Tui), Petra Friedlaender (Molthan van Loon), Monika Prött (DRPR) und Moderatorin Wiebke Möhring (v.l.n.r.; Foto: Tobias Köhne)
Wie sieht die PR-Branche nach der Social-Media-Revolution aus? Der Ansatz der dritten Podiumsdiskussion der PR-Studierenden Hannover erscheint aus studentischer Sicht einleuchtend. Schließlich sind Twitter, Facebook und Konsorten inzwischen Alltag in Agenturen und Unternehmen und wirbelten die PR gehörig durcheinander. Oder doch nicht? Wer der Podiumsveranstaltung des PRSH lauschte, der wurde eines Besseren belehrt: Weder Mario Köpers (Tui), Petra Friedlaender (Molthan van Loon) noch Monika Prött (Deutscher Rat Public Relations) hatten eine Revolution wahrgenommen. Die logische Folge: Es gebe auch keine neue Ethik.
Einhellige Meinung auf dem Podium: Social Media ist ein weiterer Kanal im ohnehin breiten PR-Spektrum. Und noch dazu ohne wertschöpfenden Aspekt. Mario Köpers: „Auf den Beweis, dass Social Media auf der Vermarktungsebene etwas bringt, warte ich bis heute.“ Der Twitter-Account der Konzerntochter Tui Cruises habe 6.000 Follower – im Vergleich mit den 1,6 Millionen Kunden ein verschwindend geringer Anteil.
Die Angst vor dem Dialog sitzt tief
Bei allen drei Gästen auf dem Podium überwog deutlich erkennbar noch immer die Skepsis gegenüber den neuen Kommunikationskanälen. So beschworen Sie beinahe einhellig die Gefahren und das Krisenpotential von ersten Gehversuchen im Web 2.0 – kleiner Seitenhieb auf die „Chefticket“-Aktion der Deutschen Bahn inklusive. Eine lebhafte Diskussion entstand dann jedoch zur Frage, ob sich Nutzer des Web 2.0 mit ihrem Klarnamen erkennbar machen sollten.
Dabei war der Veranstaltung kurz vor ihrem Beginn ein herber Schlag versetzt worden, da Klaus Merten (com+plus) nicht dem Chefticket, sondern der dahinter stehenden Deutschen Bahn zum Opfer gefallen war. Der Aufforderung von Moderatorin Wiebke Möhring an das Publikum, durch kritische Fragen die Rolle Mertens anzunehmen, kamen gerade die Studenten gerne nach. Neben den ortsansässigen Hannoveranern war auch reichlich PR-Nachwuchs aus der Umgebung angereist.
Ethik-Richtlinie des DRPR bekam wenig Input aus der Praxis
Monika Prött, kurzfristig für ihren Kollegen Heiko Kretschmer eingesprungen und Mitglied im Deutschen Rat Public Relations, bedachte im Vorfeld der Veranstaltung geäußerte Kritik am DRPR von Klaus Kocks mit einem Lächeln und unterstrich die Legitimation des Rates. “Die Ethikgremien anderer Berufe, nehmen Sie Anwälte oder Ärzte, sind auch mit Vertretern eben dieses Berufsstandes besetzt. Warum soll dies bei der PR anders sein?”, erklärte Prött. Gleichzeitig räumte sie aber auch ein, dass man sich insbesondere von der in diesem Jahr veröffentlichten Online-Richtlinie, die der Rat vorher öffentlich in Form eines Blogs zur Diskussion gestellt hatte, mehr Beteiligung erwartet hätte.
“Das war schon enttäuschend und ernüchternd”, so Prött, die in Bezug auf den Vorwurf einer fehlenden Moderation, dem Nicht-Einhalten von Deadlines und der umso plötzlicheren und eher intransparenten Veröffentlichung der Richtlinie seitens des DRPR um Verständnis warb, dass die ehrenamtlichen Ratsmitglieder eben auch selbst beruflich enorm eingespannt seien.
Bei der nächsten Aschewolke „feuert“ Tui auch mit Social Media
Mario Köpers konnte für Tui allerdings Besserung bei der Nutzung der sozialen Netze versprechen: „Bei der nächsten Aschewolke werden wir auch Social Media einsetzen.“ Gemeint war der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull, der unter anderem auch die Rückkehr zahlreicher Tui-Urlauber verhindert hatte. Man habe damals „aus allen Rohren gefeuert“, die sozialen Netzwerke jedoch vernachlässigt. Beim nächsten Mal solle dies anders werden.
Zum Abschluss schlug Köpers dann noch einmal den Bogen in Richtung Ethik: Lügen dürfe man bei PR nicht, man müsste aber auch nicht immer alles verraten. Und: „Bewahren Sie sich fünf Prozent moralische Flexibilität.“
Mehr Fotos von der Veranstaltung auf unserer Facebook-Seite.
Die Videozusammenfassung