Der Public Relations Studierende Hannover e.V. wurden mit dem EuroBlog Social Media Award 2011 ausgezeichnet. Die European Public Relations Education and Research Association (Euprera) ehrt jedes Jahr europaweite Blog-Projekte, die sich die Möglichkeiten des Social Web zu Nutze machen und eng mit der Online-Community verbunden sind. Die Arbeit des PRSH wurde von den internationalen Juroren hinsichtlich der Kriterien Fokus und Vision, Kreativität, Originalität, Stil und Erkenntnis bewertet und in der Kategorie „effektivste Social Media Präsenz europäischer PR- / Kommunikationsstudenten“ zum Sieger gekürt. Der Vereinsblog sowie die Aktivitäten bei twitter und facebook wurden als inspirierendes Social Media Engagement bewertet.
Die Studierenden der FH Hannover setzten sich gegen Teilnehmer aus zehn europäischen Ländern durch. „Von Anfang an war unser Engagement im Social Web auch ein Selbstlernprozess. Wir Studenten wollten die Stärken von Twitter und Co nachvollziehen“, sagte der PRSH-Vorsitzende Martin Höfelmann in seiner Dankesrede beim Euprera Spring Symposium 2011, das in Lissabon stattfand und verwies darauf, dass sich der Verein gerade durch das Social Web wichtige Kontakte aufbauen konnte. „Wir hätten nie gedacht, dass man mit Twittern und Bloggen eines Tages von der Euprera nach Lissabon eingeladen wird. Wir sind sehr stolz, dass unser Engagement außerhalb von Deutschland auf Interesse stößt.“ Der Juryvorsitzende Philip Young, PR-Professor an der University of Sunderland, lobte das Engagement der Studenten aus Hannover und wertete es als Auftrag an die europäischen PR-Studiengänge: „Wir müssen die Ausbildung im Bereich Online-PR noch ernster nehmen. Der PRSH zeigt uns, wie wichtig dieses Thema ist. Es reicht nicht aus, wenn Professoren theoretisch über diese Dinge schreiben. Wir brauchen mehr Anwenderwissen.“
Die Preisverleihung der EuroBlog Social Media Awards fand im Rahmen des Euprera Spring Symposium am 3. März statt. Neben eines Preisgeldes von 250 € erhielt der PRSH die Gelegenheit, seine Arbeit vor einem internationalen Publikum von PR-Profis zu präsentieren.
Die PR steht vor einem Rechtfertigungsproblem. Viele Kommunikationsabteilungen der Unternehmen stehen zumindest intern häufig im Ruf, immer nur Geld auszugeben. Was tragen diese „PRler“, die als Berufsbeschreibung „kommunizieren“ denn schon zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens bei? Eine ganze Menge. Dass Reputation, Image und somit die Kommunikation einen wertschöpfenden Charakter hat, belegt die Kommunikationsforschung zur Genüge. Wem es aber zu müßig ist, die trockene Fachliteratur zu wälzen, dem wird im deutschen Parlament live vorgelebt, dass Kommunikation ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.
Als zu Guttenberg vor 2 Jahren zum Wirtschaftsminister berufen wurde, fragte die „BILD“: Müssen wir uns diese 10! Vornamen merken? Nein, zwei reichen. Während zunächst gemunkelt wurde, Karl-Theodor zu Guttenberg wurde berufen, um mit einem Franken die CSU intern auszubalancieren, setzte besagter Franke zu seinem nationalen Siegeszug an.
Als er mit 37 jüngster Verteidigungsminister Deutschlands wird, hat zu Guttenberg bereits das Land verzaubert und ein hervorragendes Image. Aus Karl-Theodor wird KT- jung, kantig, anders – das passt. Wo er auftaucht überzeugt er und wird schnell zum Hoffnungsträger im „politikverdrossenen“ Deutschland. Ob es die Faszination des alten Adels, sein Charme oder die Souveränität ist, weiß niemand so genau. Für die Medien ist er ein willkommener Shootingstar und so berichtet neben den einschlägigen Polit-Medien auch schonmal die „Gala“ über KTs witzige Hermès-Tierkrawatten.
Seit Monaten ist der Verteidigungsminister Deutschlands beliebtester Poltitker und dass, obwohl es in seiner Amtszeit bislang alles andere als ruhig zugeht. Die Kunduz-Affäre, das eigene Missmanagement und die Entlassung des Generalinspekteurs der Bundeswehr sind längst vergessen. Aber wo Erfolg ist, scharen sich die Kritiker und bei den zu Guttenbergs werden sie fündig: die RTL II-Auftritte der Gattin, die Abschaffung der Wehrpflicht, der „PR-Familienausflug“ nach Afghanistan samt Kerner…
Nichtsdestotrotz steht KT auf der Beliebtheitsskala weiter unangefochten an der Spitze. Seine Auftritte überzeugen, die Reputation ist gut, ihm wird eine enorme Vertrauenswürdigkeit zugesprochen und Krise um Krise scheint unbemerkt an der Ministerweste abzuperlen.
Nun aber die jüngsten Vorfälle: der Gorch-Fock Skandal, die geöffnete Feldpost und der Unfall-Tod des jungen Soldaten. Für die Medien die Gelegenheit endlich erste Risse im Idol zu Guttenberg auszumachen. Er instrumentalisiert die Presse heißt es, streut gezielte Informationen bevor das Kabinett unterrichtet wird. Die öffentlich-rechtlichen Talk-Ladies Illner und Will widmeten sich unlängst dem Verteidigungsminister. Während Illner diskutierte, ob der „Baron den Sauhaufen Bundeswehr im Griff hat“, fragte Will, ob der „Top-Gun-Mythos langsam bröckelt“- beide Male jedoch ohne den Minister.
Auch die beste Reputation kann also vor Krisen und Kritik nicht schützen. Aber sie hilft, diese abzufedern, zu überwinden und, in den Augen der Öffentlichkeit, gestärkt daraus hervorzugehen. Genauso wie diese Erkenntnis den PR-Profis der Unternehmen eine Daseins-Berechtigung liefert, muss sich der Minister wohl nicht um seine berufliche Zukunft sorgen. Zumindest nicht solange die Medien fragen: „Kann er Kanzler?“
Der PRSH freut sich, neben dem PR-Journal nun auch die Kommunikationsagentur Molthan van Loon als Förderer an seiner Seite zu haben.
„Die Unterstützung aus der Wirtschaft ist für uns sehr wichtig, da wir als gemeinnütziger Verein sonst Veranstaltungen, wie das kommende ‚PRSH im Gespräch‘, kaum realisieren könnten. Toll, dass Molthan van Loon uns PR-Studenten auf diesem Wege unterstützt“, so PRSH-Vize Attila Söder.
Das 2003 in Hamburg gegründete Beratungsunternehmen sieht Kommunikation als Managementaufgabe im Kontext einer ganzheitlichen Betrachtung von Unternehmen und Marken. Die Geschäftsführenden Partner und Gründer Kerstin M. Molthan und Dietrich Schulze van Loon legen den Fokus auf die Geschäftsbereiche Corporate Turnaround, Corporate Reputation, Brand Relevance und Digital Dialogue. Als „Exclusive Associate Partner“ vertritt Molthan van Loon die internationale Agentur Ketchum Pleon für den Standort Hamburg.

V.l: Dietrich Schulze van Loon, Kerstin M. Molthan, Petra Friedlaender
Seit Gründung des Unternehmens ist Molthan van Loon in der GPRA vertreten. Agenturen und Unternehmen die dem Beispiel von MvL und PR-Journal folgen und den PR-Nachwuchs aktiv fördern möchten, können sich jederzeit unter Unterstuetzung@prsh.de melden.
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„Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt…“ Selbst im Bereich der Werbung und PR, einer durchgeplanten Branche voller Konzepte und Kampagnen, lässt sich der Faktor Unberechenbarkeit nicht gänzlich beseitigen. Dies bekam in der vergangenen Woche auch der Automobilhersteller Daimler zu spüren. Den neuen Spot des Mercedes E-Klasse Bremsassistenten sollte, trotz sehr guter Blogger-Kritiken, niemand zu Gesicht bekommen.
Der Spot zeigt einen Mercedes-Fahrer, der plötzlich den Tod in Gestalt eines Sensenmannes auf dem Beifahrersitz entdeckt. Erschrocken übersieht er Waldarbeiten und rast um ein Haar in den Tod – wäre nicht der neue Mercedes-Bremsassistent, dank dem der Wagen sicher zum Stehen kommt. So muss der Sensenmann unverrichteter Dinge von Dannen ziehen.
Mercedes-Betreuer Jung von Matt lieferte mit dem düsteren Sensenmann einen intelligenten, originellen Spot ab, mit dem die Ideenschmiede ihrem Ruf als eine der kreativsten Agenturen Deutschlands gerecht wird.
Aber dann kam eben doch alles anders in der vergangenen Woche. Während Scholz & Friends mit ihrer Kampagne für das deutsche Handwerk vom Haiti-Beben ausgebremst wurden, wurde Daimler ein 52-jähriger Mercedes Testfahrer zum Verhängnis, der mit einem verhüllten Prototyp auf der A 81 einen 26-jährigen Mann, der gerade sein beschädigtes Auto verließ, in den Tod riss. Vor dem Hintergrund dieses Unfalls erscheint der TV-Spot plötzlich geschmacklos, sodass der Daimlerkonzern die Ausstrahlung nach eigenen Angaben absagte. Dennoch war der Spot während einer Werbepause des Champions League Halbfinals Bayern München gegen Olympique Lyon einmalig im deutschen Fernsehen zu sehen. Der Privatsender Sat.1 strahlte den Werbefilm aus, dieser fand den Weg ins Netz und verursachte einen Medienrummel. „Wir hatten die Kampagne sofort nach dem Unfall auf der A 81 gestoppt. Die Ausstrahlung ist das Verschulden des Senders. Der Sender hatte uns bestätigt, dass der Austausch gegen einen anderen Spot erfolgt sei“, entschuldigte sich Daimler in einer offiziellen Erklärung. Ob Sat.1 die Angelegenheit schlicht unter „dumm gelaufen“ verbucht, weiß man indes nicht. Bislang ist keine offizielle Stellungnahme des Privatsenders an die Öffentlichkeit gelangt.
Die Daimler AG hat inzwischen auch auf YouTube sämtliche Mitschnitte des Werbespots entfernen lassen. Interessierte können ihn sich aber noch unter kress.de anschauen.
Immer der Nase nach…Mit dieser Wegbeschreibung hätte man das Ziel der ersten PRSH-Exkursion, die Continental AG in Hannover, sicherlich problemlos gefunden. Der Geruch von Gummi (beziehungsweise Kautschuk, wir haben ja etwas gelernt) leitete uns zielsicher in das Technologiezentrum am Standort Stöcken, wo wir durch Gastgeberin Denise Maria Eichhorn von der Conti-Pressestelle in Empfang genommen wurden. In zwei Gruppen ging es dann durch einzelne Stationen der Forschung und Entwicklungsabteilung. Tonstudio, Röntgen, Schnitzwerkstatt, Mischsaal- bisher hätte sich darunter wohl kaum ein PR-Student Abteilungen der Reifenentwicklung vorgestellt. Dass es bei High-Tech-Reifen allerdings auf mehr als nur Haltbarkeit ankommt, wurde schnell klar. Gesetzliche Normen, der internationale Wettbewerb sowie das eigene Innovationsstreben treiben die Conti-Entwickler stetig voran.
Nach den vielen neuen Eindrücken auf dem „Tire Technology Walk“, lernten wir mit Dr. Felix Gress den frischgebackenen Leiter der Unternehmenskommunikation kennen. Dr. Gress, der zuvor die Unternehmenskommunikation von BASF leitete und Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar war, erläuterte neben dem Aufbau der Kommunikation bei Conti, allgemeine Entwicklungen im Bereich Unternehmenskommunikation. „Gerade der Ausbau im Bereich Public Affairs ist bei Conti nötig“, so Gress über kommende Aufgaben. Im Anschluss stellte Pressesprecherin Antje Lewe den Bereich Krisenkommunikation und die zugehörige Konzernstrategie vor. Als Teil des krisenerprobten Presseteams der Conti, berichtete Antje Lewe insbesondere über die kommunikativen Abläufe im Rahmen der Schaeffler-Übernahmeschlacht. „Ab einem gewissen Punkt muss natürlich auch die Kommunikationsabteilung erkennen, dass alles auf eine Fusion hinausläuft und es nun gilt, die Vorzüge dieser Partnerschaft zu kommunizieren“, so Lewe. Zustimmung bekundetet hier auch Dr. Felix Gress: „Das Know-How, welches bei dieser Fusion aufeinandertrifft, birgt gerade bei der Produktentwicklung enormes Potential.“ Ob sich eine Krise nun über lange Zeit ankündigt oder plötzlich auftritt, professionelles und aktives Handling der Krise und somit auch der Kommunikation, sind die entscheidenden Faktoren, die ein Unternehmen auszeichnen. Als kommunikativer Leitgedanke verwies das Team der Krisen-Kommunikation auf ein Max-Frisch-Zitat, welches auch als Fazit des interessanten Vortrags gelten kann: „Eine Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen…“.
Die vielen Nachfragen konnten im Anschluss zwischen „Giantburgern“ und Rohkostsalat in der Conti-Kantine mit Dr. Felix Gress, Denise Maria Eichhorn und Antja Lewe geklärt werden.
An dieser Stelle möchten wir unseren besonderen Dank an die Unternehmenskommunikation der Continental AG für die tolle Organisation und Betreuung richten, die sicherlich eine hohe Messlatte für die nächste PRSH-Exkursion setzen konnten.
Die Erde hat gebebt und mit Haiti stand ein Land im Epizentrum dieser Katastrophe, das es ohnehin schon schwer genug hat. Auch wenn das Erdbeben nur einen Teil der Karibikinsel Hispaniola getroffen hat, so sind die Auswirkungen doch weltweit zu spüren. Thomas Gottschalk sammelte in seiner „mit der heißen Nadel gestrickten“ Spendengala über 17 Millionen Euro, George Clooney’s „Hope for Haiti Now“ Gala brachte es auf unglaubliche 57 Millionen Dollar. Aber nicht nur in Sachen Spendenaufrufe veränderte die Tragödie von Haiti unsere Fernsehlandschaft, auch das deutsche Werbefernsehen spürt die Auswirkungen.
50 Millionen Euro lässt sich der Deutsche Handwerkskammertag (DHKT) seine auf fünf Jahre angelegte Imagekampagne kosten. Herzstück der Kommunikation ist nach eigenen Angaben ein „außergewöhnlicher Spot“, der die Frage beantwortet, wie unsere Welt ohne das Handwerk aussähe. Menschen gehen durch die Straßen Berlins, um sie herum pulverisiert sich alles. Eine Zeitung löst sich auf, Kleidung zerfällt in ihre Einzelteile, Gebäude stürzen ein.
Durch den Claim „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ soll vor allem Jugendlichen die „soziale und gesellschaftliche Bedeutung“ des Handwerks vor Augen geführt werden. Die Agentur Scholz & Friends liefert neben dem Spot eine bundesweite Plakat- und Anzeigenkampagne. Die jugendliche Zielgruppe soll außerdem durch den Internetauftritt handwerk.de erreicht und für einen handwerklichen Ausbildungsberuf begeistert werden. Eine strategisch runde Kommunikationskampagne. Wäre da nicht Haiti.
Erstmalig rauschte der TV-Spot am Samstag den 16. Januar um 20.14 Uhr auf allen deutschen Privatsendern über die Bildschirme. Drei Tage nach dem Beben. Bis auf Weiteres soll dies der einzige Auftritt der „Wirtschaftsmacht Handwerk“ im deutschen Fernsehen bleiben. Nach Kritik der Zuschauer, die den Imagespot mit Nachrichtenbildern aus dem Katastrophengebiet Haiti verbanden, entschied der Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH) die Ausstrahlung auszusetzen. Der Präsident des ZDH Otto Kentzler erklärte, die Kampagne werde ohne den Spot fortgesetzt. Seiner Meinung nach gab es keinen Grund den Kampagnenstart zu verlegen. Der Spot „zeigt mit eindrucksvollen Bildern die Bedeutung des Handwerks für unsere Gesellschaft. Nach und nach löst sich all das auf, was vom Handwerk geschaffen wurde [...]. In der Darstellung wird niemand verletzt, nichts zerstört.“ Kentzler betonte jedoch sogleich, das soziale Engagement des Handwerks nach Naturkatastrophe wie der Elbe-Flut oder dem Tsunami.
50 Millionen Euro zum Aufbau eines modernen, innovativen Images: Auch wenn bei dieser Kommunikation nicht alles reibungslos nach Plan verlaufen ist, kann man doch von einem Erfolg reden. Die Imagekampagne des Handwerks ist im Gespräch. Scholz & Friends kann sich nun auszeichnen, indem sie die Gelegenheit ergreifen und aus der Not eine Tugend machen. Improvisation ist gefragt. Was könnte Jugendliche wohl besser motivieren sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, als aktiv in dessen Gestaltung eingebunden zu werden?
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