Krisenkommunikation
BP und Deutsche Bahn – Ich krieg’ die Krise.
23. Jul
Irgendwie häufen sich in letzter Zeit die Momente, in denen ich den Kopf schütteln muss und mich frage, wer da bitte für Krisenkommunikation bezahlt wird.
Zum Einen ist da natürlich BP. Eigentlich war ich die ganze Zeit der Meinung, dass Kommunikationschef bei BP momentan gar nicht der schwerste Job der Welt ist, sondern der einfachste. Warum? Weil man im Grunde ohnehin kaum etwas richtig machen kann. Diese unglaubliche Katastrophe und die ganzen Management-Fehler, die ihr vorausgegangen sind, sind derart übermächtig, dass der „arme“ BP-Kommunikator sagen kann was er will – die entnervte Antwort wird immer sein „Verdammt, jetzt macht das scheiß Loch zu!!!“.
Nun, BP aber schaffte es sich in diesen Tagen in dieser Situation trotzdem noch blöder darzustellen, und zwar wegen Kleinigkeiten wie schlecht bearbeiteter Bilder. Die Taktik immer mehr auf Worte zu verzichten und Bilder sprechen zu lassen, die zeigen dass etwas getan wird, dass an dem Problem gearbeitet wird, dass man es ernst nimmt, ist sicherlich richtig. Ich will auch gar nicht wissen, was für eine Anstrengung es gekostet hat, dieses eine so wichtige Foto zu bekommen von dem Bohrloch, aus dem endlich kein Öl mehr strömt. Auch hier stellt sich übrigens die Frage, ob es um dieses Loch herum wirklich schon so reines Wasser gibt, oder ob da nicht in Wirklichkeit auch noch etwas Öl herumschwirren müsste. Jedenfalls ist diese Geschichte mit Photoshop-Bildern von Krisenzentrum und Hubschraubern über dem Meer absolut überflüssig und man bekommt schon fast Mitleid ob dieser Ungeschicklichkeit.
Ach ja, und mir wird damit bewiesen, dass man auch in einer Situation, in der mit Kommunikation nichts mehr zu retten ist, trotzdem noch viel falsch machen kann. Und mit der Kommunikation der Deutschen Bahn und den 1000 Grad in ihren Zügen will ich jetzt doch nicht mehr anfangen…




