
Wo die Herzen von Autofans höher schlagen: Der PRSH in der Autostadt in Wolfsburg
Die PRSH-Exkursion in die Autostadt stand ganz unter dem Motto Mobilität. Auf der imposanten „Piazza“ empfing uns Tobias Riepe, Leiter der Unternehmenskommunikation des Themenparks in Wolfsburg. Nach einer kurzen Begrüßung lernten wir die Autostadt in einer persönlichen Führung durch die Park- und Lagunenlandschaft näher kennen. Bei dieser spannenden Entdeckungstour durften wir die Autostadt nicht nur als Themenpark, sondern auch als Service- und Kommunikationsplattform kennen lernen. Dabei beeindruckte uns die Detailverliebtheit, mit der der Park angelegt wurde. Nicht nur der hohe Servicegedanke, sondern auch die visuelle Kommunikation der markenübergreifenden Automobillandschaft war überall erkennbar. Jeder Autopavillon ist architektonisch an die jeweilige Markenphilosophie angelehnt: So ist zum Beispiel der Audi-Pavillon ringförmig angelegt. Für all diejenigen, die sich eher für die Geschichte und Entwicklung der Automobilindustrie interessieren, bietet das Zeithaus, das besucherstärkste Automobilmuseum der Welt, einen kompletten Überblick über die Autogeschichte seit deren Entstehung. Dort lassen Modelle aus allen Jahrzehnten die Herzen der Autoliebhaber deutlich höher schlagen. In den beiden 48 Meter hohen Autotürmen werden täglich durchschnittlich 600 Neuwagen ausgeliefert. Wie wir später erfahren haben, sind die beiden Autotürme nicht nur die Wahrzeichen der Autostadt in Wolfsburg; die Autostadt schafft es zudem deren Bilder in der Automobilbranche mit Volkswagen zu assoziieren.
In einer kurzen Unternehmensvorstellung präsentierte uns Christian Hammerich, Leiter des Operations Managements, die Philosophie sowie den Qualitätsanspruch des automobilen Themenparks. In stetiger Entwicklung versucht die Autostadt Qualitätsstandards und den Servicegedanken weiter zu perfektionieren. Denn erst „ausgezeichnet“ ist ein annehmbarer Status, der für den Service des Parks akzeptiert wird. Es sei nicht möglich, sich auf dem einmal Erreichten auszuruhen, so Hammerich. Die Herausforderung läge vielmehr im permanenten Streben nach Innovationen. So eröffnete die Autostadt in Wolfsburg zur diesjährigen Wintersaison die mit 30 Metern Höhe größte freistehende Rodelbahn der Welt.
Mobilität 2.0
Nach der Einladung zu einem Mittagessen, das all unsere kulinarischen Vorstellungen übertraf, stellte uns Tobias Riepe zusammen mit Pamela Gutermilch, Projektmanagerin Online Unit, die Besonderheiten der Kommunikation in der Autostadt vor. Auch bei der Kommunikation ist ganz nach dem Motto „Mobilität“ kein Stillstand in Sicht. Der Schwerpunkt des Nachmittags lag hierbei auf dem Bereich Social Media. Mit einem professionellen Facebook- und Twitter-Auftritt hat die Kommunikation bereits vor einiger Zeit den digitalen Spurwechsel ins Web 2.0 gewagt. Die Autostadt erfindet sich eben immer wieder neu. Im Kundencenter befindet sich daher seit vergangenem Sommer die innovative Kommunikationsplattform socialsphere. Sie ist ebenfalls ein Ausdruck von Mobilität. Parkbesucher können die socialsphere räumlich begehen und an sieben Touchscreen-Terminals Visualisierungen von Netz-Konversationen zu den Themen Autostadt, Volkswagen und Mobilität erleben. Gespeist werden sie von aktuellen Daten aus dem Internet; dadurch sind sie ständiger Veränderung unterworfen und geben einen unmittelbaren Einblick in die digitalen Diskussionen, die gerade stattfinden. So kann man erleben wie Menschen weltweit zum Thema Autostadt, Bewegung und Mobilität kommunizieren.
Dass uns diese und viele weitere interessante Einblicke gewährt wurden, verdanken wir Sarah Trzynka, die ihr Praxissemester in der Autostadt absolviert hat und den Ausflug organisierte. Abschließend möchte sich der PRSH bei der Unternehmenskommunikation der Autostadt in Wolfsburg für diesen gelungenen Ausflug und die herzliche Betreuung bedanken.
Lan Anh Nguyen und Daniela Weltz
Mark Messer hat einen ungewöhnlichen Job. Er macht Eis. Und zwar solches, auf dem man bei olympischen Spielen Medaillen im Eisschnelllauf gewinnen kann. Sein Arbeitsplatz: Das Richmond Olympic Oval. Was hat das mit PR zu tun? Eine ganze Menge. Denn nicht nur hat man die olympische Eishalle aus Pinienholz errichten lassen, um somit mit der weltweit größten Hallenkonstruktion aus Pinie prahlen zu können, sondern vielmehr macht die Halle seit Beginn der olympischen Eisschnelllaufwettbewerbe mit Öko-Eismaschinen von sich Reden, die zwar 100 Prozent öko sind, aber auch 100 Prozent schlechter als konventionelle Eismaschinen. Die Folgen: Ökologisch korrektes, unebenes Eis. Zum Familieneislaufen ausreichend, für den sportlichen Höhepunkt vieler Athleten unangemessen.

Nachhaltigkeitsbronze für Vancouver 2010
Und warum das Ganze? Weil Vancouver 2010 die „grünen Spiele“ sein soll. Das beginnt bei den Eismaschinen und endet bei grünen olympischen Ringen, die an allen Wettkampfstätten prominent positioniert sind. Kommunikativ ist dies sicherlich genau richtig, schließlich bekommt man wohl derzeit nicht mehr olympische Spiele ohne Nachhaltigkeitskonzept vom IOC verliehen. So war es in Vancouver und so möchte es auch München 2018 machen, so wahr das IOC dafür votiert. Problematisch wird diese Strategie, wenn entscheidende Faktoren sich anders verhalten, als geplant. Neben Öko-Eismaschinen, die dazu führten, dass weltweit TV-Bilder des überforderten „Eis-Gurus“ Messer über den Bildschirm flimmerten, spielt aber vor allem das Wetter bei diesen noblen Plänen nicht mit. Somit konnte man zu Beginn der Großveranstaltung wahrlich von grünen Spielen sprechen. Da passte es gar nicht ins Nachhaltigkeitskonzept, dass die Pisten in Whistler und Umgebung mit Schnee versorgt wurden, der eigens per Helikopter und LKW rangeschafft werden musste. Auch der Schwarzbär wurde bei der Planung der Bobbahn wohl nicht gefragt, die seinen natürlichen Lebensraum durchkreuzt. Nun ist dieser zum Glück für Mensch und Bär im Winterschlaf, dennoch zieht das OK die Nachhaltigkeits-Olympiade gnadenlos durch. So ist Magdalena Neuners Biathlon-Gold beispielsweise aus recyceltem Elektroschrott, Coca-Cola verwendet Null-Emissions-Kühlgeräte und transportiert die Ware per Elektroauto. Auch an die soziale Komponente wurde gedacht: Die Siegerblumensträuße werden von Drogenabhängigen geflochten.
Dennoch: Vancouver 2010 tappt, trotz redlicher Bemühungen, in die Glaubwürdigkeitsfalle. So wurden kommunikativ besonders die „first nations“, die Ureinwohner Kanadas in den Vordergrund gestellt. Da darf man sich schon fragen, warum erst, ähnlich wie in Sydney 2000, die Olympischen Spiele kommen müssen, damit deren Belange “gehört” werden. Hauptsponsor der Spiele ist zudem der größte Produzent von Öl aus Teersanden. Der wütet nicht nur im Land der Ureinwohner, sondern wäscht sich grün. Ähnlich wie General Motors. Der offiziell nachhaltige Fuhrpark der Spiele besteht zu mehr als der Hälfte aus den üblichen GM-Großgeländewagen. Grüne Sticker haben diese trotzdem. Und auch der gesprengte Bergrücken, der nun den Highway nach Whistler ziert, passt nicht ins grüne Bild. Was bleibt, ist, dass Vancouver, wo übrigens 1971 Greenpeace gegründet wurde, den Nachhaltigkeitsgedanken offensiv darstellt, so offensiv, dass man um eine Begutachtung dieser Bemühungen nicht umhin kommt. Und so vergibt Greenpeace nur Bronze für die Umweltbilanz und spricht von vertanen Chancen. Auch Medien berichten kritisch.
Nachhaltigkeit hat seine Berechtigung. Zumindest CO2-neutrale Spiele sollte man jedoch einfach nicht kommunizieren, sie sind schlicht eine Illusion. Klar ist auch, dass sich immer Fehler finden lassen und lupenreine, nachhaltige Spiele eine Herausforderung sind, die sich wahrscheinlich niemals realisieren lassen. Die Fallstricke sind zu vielfältig. Natürlich braucht man Infrastruktur, doch wie bringt man das in Einklang mit einem so ambitionierten Nachhaltigkeitskonzept? Für München 2018 dürfen die Daumen gedrückt werden. Bären gibt es (seit Bruno) keine. Die Ureinwohner sind zumindest in Bayern gut integriert. Spielt dann noch das Wetter mit und gelingt es, eine nachhaltige Holzart zu finden, die PR-Ansprüchen genügt, dann werden die Spiele 2018, sollten sie denn nach München kommen, dennoch imagemäßig vom Nachhaltigkeitsaspekt profitieren können.