Alle Welt, das lässt zumindest die mediale Berichterstattung vermuten, hat darauf gewartet. Apple-Anhänger rund um den Globus verharrten schon seit der Ankündigung des iPads in ähnlichem Zustand, wie der Pawlowsche Hund  nach dem Pfeifton: sabbernd. Was würde manch Marke darum geben, solche Aufmerksamkeit schlicht und ergreifend mit der Ankündigung einer (Wohnzimmer-) Pressekonferenz zu erreichen? So nett die Produkte auch sein mögen – kaum jemand, wahrscheinlich nicht einmal Steve Jobs selbst, kann endgültig erklären, was Apple so besonders macht. Die weitläufige Meinung, Apples Erfolgsgeschichte sei vor allem auf Marketing zurückzuführen, ist schlicht falsch. Die Produkte oder etwas an ihnen ist in den Augen der Kunden so sexy, dass es PR und Marketing nahezu überflüssig werden lässt.

Dennoch war nach der Präsentation des neuen Tablet-PCs ein äußerst geteiltes Medienecho zu vernehmen. Die einen sehen im iPad die neue Generation des PCs, andere kritisieren, dass das Produkt in Sachen Hardware zu wenige Neuerungen biete und nichts anderes als ein zu großes iPhone (ohne Telefonfunktion) sei. Wie immer ist an dem Gerät alles darauf ausgelegt, die Umsätze des Konzerns mit App Store und iTunes zu steigern.

Fraglich bleibt, ob der gemeine Apple-Anhänger die Kritik überhaupt wahrnimmt. Das iPad wird schließlich wie alle seine Vorfahren komfortabel zu bedienen sein, Musik abspielen können und einen schlanken Fuß machen. Wozu auch ein neues Design, wenn man Bewährtes einfach größer machen kann? Der nächste Selbstläufer scheint sicher. PR und Marketing sind also immer noch obsolet. Wer einen Beleg braucht, bitte schön: Nach zehnstündigem Straßencamping war ein gewisser Sebastian Birr der erste Kunde, der den neu eröffneten Apple-Store in Frankfurt betreten durfte. Sein Kauf: Eine Schutzhülle. Für sein iPhone. Wer solche Kunden hat, muss was richtig gemacht haben. Glückwunsch.