Ein Interview mit Sofia Menninger über ihre Erfahrungen im PR-Studium und in der Branche
„Ich glaube, die besten PR-Ergebnisse entstehen genau an dieser Schnittstelle, wo Technologie und echte menschliche Verbindung zusammenkommen.“ – unsere Alumna Sofia Menninger versteht KI als Werkzeug für gute und gezielte Kommunikation. Im neuesten Alumni-Interview spricht sie mit uns darüber, warum Neugier, Netzwerken und der bewusste Umgang mit KI für die Zukunft der PR entscheidend sind.
Hallo Sophia! Schön, dass du dir die Zeit genommen hast. Wann hast du dein Studium abgeschlossen?
Nach dem Abitur war mir eigentlich nur eines klar: Ich wollte irgendwas mit Kommunikation machen. PR hat sich dann als logischer Einstieg angeboten, eine solide Grundlage, um Kommunikation wirklich strategisch für Unternehmen zu nutzen. 2021 habe ich meinen Bachelor in Public Relations an der Hochschule Hannover abgeschlossen. Direkt danach ging es weiter mit dem Master in Media Culture & Globalization, aufgeteilt zwischen der Universität Bremen und der Universität Oslo, den ich 2025 abgeschlossen habe.
Was hast du nach deinem Studium gemacht?
Nach meinem Abschluss bin ich direkt als AI & Communications Consultant bei Rlvnt eingestiegen. Dort berate ich Unternehmen, wie sie KI strategisch in ihre Unternehmenskommunikation integrieren können. Ein großer Teil meiner Arbeit sind Executive Workshops und Keynotes, bei denen ich KI-Adoption für Führungskräfte greifbar und relevant mache, aber ich spreche auch auf Messen und Events. Was mich dabei selbst überrascht hat: Der Job hat mich gezwungen, mir viele technische Fähigkeiten selbst anzueignen. Von LLMs über KI-Tools bis hin zu automatisierten Workflows, vieles davon habe ich einfach durch die Praxis gelernt.
Wie hast du dein Studium empfunden? Was waren rückblickend die besten Erfahrungen für dich?
Rückblickend war mein Bachelor in PR wirklich sehr praxisnah, was ich im Nachhinein sehr zu schätzen weiß. Besonders durch die Lehr- und Lernagentur kam man schnell in Berührung damit, wie der Job später wirklich aussieht. Ich erinnere mich noch gut an mein zweites Semester, wo wir eine komplette Kampagne für die Landeshauptstadt Hannover entwickelt haben. Man ist wirklich Step by Step durch den ganzen Prozess gegangen, von der Strategie bis zur Umsetzung. Das war unglaublich kreativ und hat mir richtig viel Spaß gemacht, vor allem das Pitchen am Ende direkt vor dem:r Auftraggeber:in. So ein Moment zeigt einem schnell, ob man für diesen Job gemacht ist.
Wo hast du damals dein Praktikum absolviert?
Mein Praktikum habe ich bei SUPERUNKNOWN, einer kleinen Agentur in Berlin, absolviert. Der Fokus lag dort auf der Kommunikation für Künstler:innen und Musiker:innen, was auf dem Papier erstmal spannend klang. In der Praxis hat mir die Erfahrung aber vor allem eines gezeigt: Diese Richtung ist nichts für mich. Rückblickend war es trotzdem wertvoll, weil ich dadurch sehr früh verstanden habe, in welchem Umfeld ich nicht arbeiten möchte, und das ist ja auch eine wichtige Erkenntnis. Agenturen hatte ich danach erstmal gedanklich abgehakt, was im Nachhinein fast lustig ist, wenn ich sehe, wie sehr ich meinen Arbeitsalltag bei Rlvnt heute liebe.
Wie verlief dein bisheriger Berufsweg?
Eigentlich war mein Berufsweg sehr geradlinig, aber nur, weil ich ihn mir durch viele Nebenjobs während des Studiums selbst geebnet habe. Ich habe früh ausprobiert, in verschiedenen Bereichen gearbeitet und dadurch für mich herausgefunden, was mir liegt und was nicht. Während meines Masters bin ich dann nach Norwegen gegangen, und dort hat sich etwas ergeben, das ich so nicht geplant hatte: Ich wurde über LinkedIn gefunden und habe angefangen, remote für Rlvnt zu arbeiten – noch von Oslo aus. Das war ein Moment, der mir gezeigt hat, wie wichtig ein gepflegtes Netzwerk auf LinkedIn wirklich ist. Seit diesem Jahr bin ich wieder zurück in Deutschland und weiterhin als AI & Communications Consultant bei Rlvnt tätig. Und ich kann ehrlich sagen: Ich liebe meinen Job. Die Abwechslung, das tolle Team und vor allem die Flexibilität, sich täglich mit den neuesten Entwicklungen rund um KI auseinanderzusetzen, das macht für mich jeden Tag aufs Neue spannend.
Was ist deine persönliche Leidenschaft in der PR?
Für mich dreht sich in der PR alles um Menschen. Echte Verbindungen, persönliche Kontakte, das Gefühl, dass eine Botschaft wirklich ankommt. Was mich dabei so fasziniert ist, dass KI das nicht zerstört, sondern – wenn man sie richtig einsetzt – all das sogar verstärkt. KI hilft mir, schneller zu verstehen, wen ich anspreche, was diese Person bewegt und wann der richtige Moment ist, auf sie zuzugehen. Aber den eigentlichen Kontakt, das Gespräch, die Beziehung – das bleibt menschlich. Ich glaube, die besten PR-Ergebnisse entstehen genau an dieser Schnittstelle, wo Technologie und echte menschliche Verbindung zusammenkommen.
Welche Tipps hast du für PR-Studierende?
„Drei Dinge, die ich mir selbst früher gewünscht hätte:
Erstens: Geht raus. Eine internationale Erfahrung wie Erasmus, ein Auslandssemester oder ein Job im Ausland verändert, wie ihr Kommunikation denkt. Meine Zeit in Norwegen hat mir mehr beigebracht als jedes Lehrbuch.
Zweitens: Beschäftigt euch mit KI – jetzt. Nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug. Wer versteht, wie man KI sinnvoll in PR-Prozesse integriert, wird in den nächsten Jahren enorm gefragt sein. Fangt klein an: Prompt-Writing, KI-Tools für Content und Recherche, baut euch kleine Assistenten, das sind Skills, die ihr euch heute aneignen könnt.
Drittens: Netzwerkt aktiv auf LinkedIn und tut es authentisch. Nicht einfach verbinden und vergessen. Schreibt, kommentiert, teilt eure Perspektive. Mein LinkedIn-Netzwerk hat mir Türen geöffnet, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. PR ist ein People-Business, online genauso wie offline.
Vielen Dank Sofia!
Wenn ihr euch auch im PRSH engagieren möchtet, meldet euch gerne bei uns!